{"id":978891,"date":"2026-04-28T09:09:18","date_gmt":"2026-04-28T09:09:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/978891\/"},"modified":"2026-04-28T09:09:18","modified_gmt":"2026-04-28T09:09:18","slug":"grenzgaenger-der-musik-trauer-um-ehemaligen-generalmusikdirektor-von-wuppertal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/978891\/","title":{"rendered":"Grenzg\u00e4nger der Musik: Trauer um ehemaligen Generalmusikdirektor von Wuppertal"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Peter G\u00fclke, von 1986 bis 1996 Generalmusikdirektor in Wuppertal, ist am Sonntag gestorben. Am 29. April w\u00e4re er 92 Jahre alt geworden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Dirigent, Musikforscher und Musikschriftsteller war ein musikalisches Multitalent. Vor zwei Jahren \u2013 zu seinem 90. Geburtstag \u2013 gab er das Buch \u201eVon geschriebenen Noten zu klingenden T\u00f6nen\u201c heraus. Bis zuletzt war der Musiker ein kritisch denkender Zeitzeuge und ein kluger Schreiber. Erst Anfang 2026 hatte er sein Manuskript f\u00fcr das Buch \u201eMenschen \u2013 Zeiten \u2013 Musik\u201c fertiggestellt, das jetzt im Verlag B\u00e4renreiter \/ Metzler erscheint.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Als Generalmusikdirektor in Wuppertal schaffte er die Reihe \u201eNeue Musik\u201c ab und integrierte stattdessen immer ein Werk der Moderne beziehungsweise der Gegenwart in die Sinfoniekonzerte. Auf diese Weise wollte er Altes und Neues in eine Beziehung zueinander bringen und das Moderne \u201eaus dem Ghetto der Spezialkonzerte befreien\u201c. Drei Jubil\u00e4en konnte Peter G\u00fclke in Wuppertal mitgestalten: Die Konzertgesellschaft wurde 125 Jahre alt, ihr Chor konnte sogar 175 Jahre feiern, das Sinfonieorchester wurde im Jahr darauf 125 Jahre alt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Geboren wurde G\u00fclke 1934 in Weimar. Er studierte an der Musikhochschule seiner Heimatstadt sowie in Jena und Leipzig Violoncello, Musikwissenschaft, Germanistik, Romanistik und Philosophie. Danach arbeitete er als Repetitor, Dirigent und Dramaturg an den Theatern in Rudolstadt, Stendal, Stralsund und Potsdam, wurde 1976 Kapellmeister an der Dresdner Staatsoper und leitete dort auch das Orchester der Musikhochschule. Im Jahr 1981 wurde er Generalmusikdirektor der Staatskapelle Weimar. Mit den politischen Verh\u00e4ltnissen der DDR unzufrieden, blieb er 1983 nach einem Gastspiel in Hamburg in der Bundesrepublik.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Als renommierter Gastdirigent leitete er europaweit Opernauff\u00fchrungen und Konzerte. 1986 wurde er Generalmusikdirektor des Sinfonieorchesters Wuppertal. Mit interessanten, spannungsreichen Programmen \u00fcberbr\u00fcckte er die Zeit, in der die Historische Stadthalle wegen Renovierung geschlossen war. Er forderte \u201ekommunalen Kulturpatriotismus\u201c und prognostizierte schon vor 30 Jahren die schwierige Lage, in der sich die Kultur in Zukunft befinden werde. \u201eWuppertal hat auch seine Provinzialit\u00e4ten, aber ich habe hier sehr sch\u00f6ne Dinge erlebt, besonders auch von Seiten des Publikums. Und ich habe in der Oper wichtige Werke aufgef\u00fchrt, etwa den ganzen Ring und die Mozart-Opern\u201c, sagte Peter G\u00fclke Jahre sp\u00e4ter in einem Interview mit der Westdeutschen Zeitung.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">F\u00fcr sein Schaffen erhielt G\u00fclke viele Preise, Ehrendoktorw\u00fcrden und andere Auszeichnungen. Die Stadt Wuppertal verlieh ihm f\u00fcr das Jahr 1995 den Eduard von der Heydt-Preis und w\u00fcrdigte damit sein au\u00dfergew\u00f6hnlich durchdachtes programmatisches und dirigentisches Wirken im Musikleben der Stadt. \u201eIn Konzert und Oper hat er Wege eingeschlagen, die viele aufgeschlossene Musikh\u00f6rer zu neuem Verst\u00e4ndnis wichtiger Werke aus Vergangenheit und Gegenwart f\u00fchrten. Unsere Stadt ehrt mit dieser Auszeichnung zugleich den Musikwissenschaftler und Publizisten von hohem Rang\u201c, hie\u00df es damals von der Stadt Wuppertal.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Fall der Mauer 1989 erm\u00f6glichte ihm die Heimkehr in sein geliebtes Weimar. Von dort aus ging Peter G\u00fclke seiner T\u00e4tigkeit als international gefragter Gastdirigent nach. Von 2015 bis 2020 war er Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Peter G\u00fclke, von 1986 bis 1996 Generalmusikdirektor in Wuppertal, ist am Sonntag gestorben. Am 29. 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