{"id":979081,"date":"2026-04-28T10:52:19","date_gmt":"2026-04-28T10:52:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/979081\/"},"modified":"2026-04-28T10:52:19","modified_gmt":"2026-04-28T10:52:19","slug":"masur-aus-dresden-dirigiert-chip-innovationen-made-in-germany","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/979081\/","title":{"rendered":"\u201eMasur\u201c aus Dresden dirigiert Chip-Innovationen \u201eMade in Germany\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Masur25-wird-eingesetzt_300dpi.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-197328\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Masur25-wird-eingesetzt_300dpi.webp\" alt=\"Ein Forscher setzt einen &quot;Masur&quot;-Chip auf einer Test-Leiterplatte ein. Foto: Rafael Vinz f\u00fcr das Barkhausen-Institut\" width=\"1200\" height=\"675\"  \/><\/a>Ein Forscher setzt einen \u201eMasur\u201c-Chip auf einer Test-Leiterplatte ein. Foto: Rafael Vinz f\u00fcr das Barkhausen-Institut<\/p>\n<p>Barkhausen-Forscher zeigen Plattform-Schaltkreis, der Entwicklungskosten f\u00fcr sichere Mikroelektronik zehnteln soll<\/p>\n<p>Dresden, 28.04.26. Ein kleiner Schaltkreis aus dem Barkhausen-Institut (BI) Dresden hilft Unis und jungen Mikroelektronik-Unternehmen aus Deutschland, die \u201eMade in Germany\u201c-Chips von morgen zu entwickeln. Der \u201eMasur\u201c gibt Hightech-T\u00fcftlern die M\u00f6glichkeit, beispielsweise besonders sichere und vertrauensw\u00fcrdige Chip-Prototypen zu einem Zehntel der sonst \u00fcblichen Kosten komplett zu designen, in Sachsens Halbleiterfabriken herzustellen und vor der Massenproduktion noch mal richtig durchzutesten. Darauf hat das an die TU Dresden angedockte Barkhausen-Institut heute hingewiesen.<\/p>\n<blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Fettweis.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-188765\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Fettweis.jpg\" alt=\"Prof. Gerhard P. Fettweis. Foto: Andreas Tra\u00dfl f\u00fcr die TU Dresden\" width=\"900\" height=\"600\"  \/><\/a>Prof. Gerhard P. Fettweis. Foto: Andreas Tra\u00dfl f\u00fcr die TU Dresden<\/p>\n<p><strong>\u201eWenn wir digitale Systeme unabh\u00e4ngig und sicher gestalten wollen, m\u00fcssen wir auch die Chips selbst entwickeln k\u00f6nnen.\u201c<br \/><\/strong>Gr\u00fcndungsdirektor Prof. Gerhard Fettweis vom Barkhausen-Institut<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Herstellbar sind auf diesem Wege beispielsweise Beschleuniger f\u00fcr \u201eK\u00fcnstliche Intelligenzen\u201c (KI), Roboter-Steuerchips, Automobilelektronik oder andere Halbleiter f\u00fcr innovative Technologieprodukte. \u201eWenn wir digitale Systeme unabh\u00e4ngig und sicher gestalten wollen, m\u00fcssen wir auch die zugrunde liegenden Chips selbst entwickeln k\u00f6nnen\u201c, erl\u00e4utert Prof. Gerhard Fettweis, der Gr\u00fcndungsdirektor des Barkhausen-Instituts. \u201eDer Masur25-Chip erlaubt externen Partnerinstitutionen, eigene Module zu integrieren und zu testen, ohne selbst einen kompletten Chip entwerfen und fertigen lassen zu m\u00fcssen. Wir verk\u00fcrzen die Entwicklungszeiten und reduzieren die Kosten damit erheblich. So senken wir f\u00fcr unsere Partner die Einstiegsh\u00fcrden beim Chipdesign deutlich.\u201c Auf dem Weg gen Chipfabrik befindet sich bereits das Nachfolgemodell \u201eMasur26\u201c.<\/p>\n<p>Wie ein Lego-Modell, in das der Kunde zum Schluss nur noch den \u201eWesenskern\u201c hineinsteckt<\/p>\n<p>Vorstellen kann man sich den \u201eMasur\u201c wie vorbereiteten universellen Steckbaukasten nach dem Lego-Prinzip: Au\u00dfer seinem \u201eWesenskern\u201c, den der Partner oder Kunde als sein Funktionsmodul letztlich einf\u00fcgt, enth\u00e4lt dieser \u201eBaukasten\u201c bereits alles, was ein \u201eSystem auf einem Chip\u201c (SoC) ausmacht: Prozessorkerne nach dem quelloffenen \u201eRISC-V\u201c-Standard, Verschl\u00fcsselungsbeschleuniger, Leitungen zu Speicherbausteinen und Verbindungen nach au\u00dfen. Diese digitalen und teils auch analogen Infrastrukturen f\u00fcr den Chip vom Urschleim an selbst zu entwerfen, w\u00fcrde ein frisch gegr\u00fcndetes Unternehmen schnell \u00fcberfordern. Von daher geht <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/mattis-hasler-135098a0\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Chipdesign-Forscher Dr. Mattis Hasler <\/a>vom BI davon aus, dass \u201eMasur\u201c-Nutzer den sonst \u00fcblichen Aufwand vom Chipentwurf bis zum testf\u00e4higen Schaltkreis \u201eum den Faktor 10\u201c verringern k\u00f6nnen. Im Vergleich zur klassischen Alternative, sich eine Logikmatrix auf einem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Field_Programmable_Gate_Array\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eFPGA\u201c-Gatterschaltkreis<\/a> zu kn\u00fcpfen, sei die \u201eMasur\u201c-L\u00f6sung viel schneller und energie-effizienter.<\/p>\n<p>M\u00b3-Betriebssystem setzt auf Abschottung, um Chips gegen Angriffe zu feien<\/p>\n<p>Ein weiterer Vorteil, mit dem die Barkhausen-Forscher werben: Sie haben f\u00fcr den \u201eMasur\u201c und andere Logikschaltungen ein eigenes Betriebssystem \u201eM\u00b3\u201c entwickelt. Das ist besonders auf Datensicherheit und Angriffsabwehr getrimmt. Zusammen mit speziellen \u201eTrusted Communication Units\u201c (TCU) schottet es die einzelnen Chipkomponenten soweit voneinander ab, das selbst bei einem erfolgreichen Hackerangriff auf einen Funktionsblock nicht das ganze System korrumpiert wird. Dieser Fokus ist dem Wunsch geschuldet, im internationalen Wettbewerb mit besonders vertrauensw\u00fcrdigen und sicheren Chips zu punkten, die gut gegen Industriespionage und Geheimdienst-Attacken gefeit sind oder sich f\u00fcr medizinische und milit\u00e4rische Elektronik eignen.<\/p>\n<p>Sachsens Halbleiter-\u00d6kosystem zeigt: Nahezu komplette Chip-Wertsch\u00f6pfungskette vor Ort m\u00f6glich<\/p>\n<p>Hinzu kommt: Eingedenk der globalen Autoelektronik-Lieferkettenst\u00f6rungen und Chipkrisen, die durch den <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2025\/10\/24\/chip-lieferkrise-nexperia-ist-der-naechste-weckruf\/195544\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nexperia-Streit<\/a>, Corona, den russischen Angriff <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2022\/06\/13\/vw-zwickau-kehrt-in-3-schicht-betrieb-zurueck\/183441\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">auf die Ukraine<\/a> und den <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2026\/03\/25\/kriegsfolgen-treffen-jeden-tag-immer-mehr-branchen\/196993\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">US-israelischen Angriff auf den Iran und den Libanon<\/a> sowie <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2022\/08\/07\/24-containerschiffe-vor-deutschland-im-stau\/183898\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">weitere Ereignisse<\/a> ausgel\u00f6st wurden, w\u00e4chst im EU-Raum der Wunsch nach eigenen, besonders resilienten Lieferketten f\u00fcr die europ\u00e4ische Mikroelektronik-Produktion. Auch deshalb haben die Barkhausen-Forscher den \u201eMasur\u201c stark im s\u00e4chsischen Halbleiter-\u00d6kosystem verankert: Das Umfeldchip-Design f\u00fcr den Kunden \u00fcbernehmen die <a href=\"https:\/\/www.barkhauseninstitut.org\/digitales-chipdesign-am-bi\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Entwurfs-Teams am BI<\/a> sowie die Dresdner Uni-Ausgr\u00fcndung \u201e<a href=\"https:\/\/racyics.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Racyics<\/a>\u201c. Letztere bereiten die Entw\u00fcrfe dann auch f\u00fcr die Produktion auf und leiten sie dann an die Dresdner Chipfabrik von Globalfoundries. Racyics organisiert danach auch die Endmontage der fertigen Schaltkreise. Der <a href=\"https:\/\/www.contronix.de\/index-de.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Radebeuler Elektronikentwickler \u201eContronix\u201c<\/a> l\u00f6tet die Chips dann auf Leiterplatten, erg\u00e4nzt sie um weitere Bausteine, so dass im Anschluss der eigentliche \u201eGesundheits-Check\u201c des neuen Kunden-Schaltkreises ohne lange Basteleien beginnen kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/cfaed-006.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-169053\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/cfaed-006.jpg\" alt=\"Cfaed-Doktorand Mattis Hasler zeigt einen der Tomahawk-Prozessoren, die das Elektronikzentrum bereits entworfen hat, um schneller Mobilfunktechnik zu erproben. Der Prozessor beschleunigt insbesondere Datenbank-Operationen, wie sie beispielsweise beim Edge-Cloud-Computing gebraucht werden, also bei der dezentralen Verarbeitung gro\u00dfer Datenmengen durch kleine Supercomputer am Stra\u00dfenrand. Foto: Heiko Weckbrodt\" width=\"1000\" height=\"667\"  \/><\/a>Auf dieser Archivaufnahme von 2018 zeigt Mattis Hasler einen der Tomahawk-Prozessoren, die das Team um Prof. Gerhard Fettweis seinerzeit an der TU Dresden f\u00fcr die 5G-Forschung entworfen hatte. Foto: Heiko Weckbrodt<\/p>\n<p>Erfahrungen mit Chipdesign und dem Aufbau einer kompletten Mikroelektronik-Wertsch\u00f6pfungskette im Kleinen bringt das Barkhausen-Team zur Gen\u00fcge mit: Ab 2014 stellte das Kollektiv um Prof. Fettweis an der TU Dresden eine Serie von <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2015\/04\/05\/tomahawk-3-prozessor-fuer-superschnelle-datenbank-suche\/77194\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehrkern-Prozessoren vom Typ \u201eTomahawk\u201c vor<\/a>, der wegweisend f\u00fcr den Mobilfunk der 5. Generation (5G) war und damals ebenfalls von <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2014\/03\/26\/mit-dem-hackebeilchen-zur-neuen-industriellen-revolution\/27868\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Globalfoundries Dresden<\/a> produziert wurde. Nach der Gr\u00fcndung des Barkhausen-Instituts folgten weitere Kommunikationschip und Plattform-Prozessoren wie \u201eKachel\u201c und ab 2023 eben \u201eMasur<\/p>\n<p>Namenspate ist Dirigent Kurt Masur<\/p>\n<p>Der regionale Bezug zieht sich \u00fcbrigens bis hin zur Namensgebung \u2013 und die hat mit einem Wortspiel zu tun, das sich wohl nur Mikroelektroniker ausdenken k\u00f6nnen: Namenspate sei der Dirigent <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurt_Masur\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kurt Masur<\/a> (1927-2015), der \u00fcber Jahrzehnte hinweg in Sachsen gewirkt hat, verr\u00e4t Instituts-Sprecherin Annika H\u00f6ritz. Er galt den Sachsen als besonders vertrauensw\u00fcrdig \u2013 \u00e4hnlich wie es der Masur-Chip sein soll. Zudem hei\u00dft \u201eDirigent\u201c auf englisch \u201eConductor\u201c. Das wiederum bedeutet aber auch im elektrischen Sinne \u201eLeiter\u201c. Das wiederum ist das Gegenteil von \u201eIsolator\u201c (englisch: \u201eInsulator\u201c) \u2013 und der symbolisiert das Abschottungs-System im \u201eMasur\u201c-Chip.<\/p>\n<p>Autor: <a href=\"https:\/\/oiger.de\/heiko-weckbrodt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Heiko Weckbrodt<\/a><\/p>\n<p>Quellen: Barkhausen-Institut, Racyics, Wikipedia, Oiger-Archiv, Linkedin<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"285\" height=\"284\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Oiger-001.jpg\" alt=\"Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt\" class=\"wp-image-80160\" style=\"width:130px;height:auto\"  \/><\/p>\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-e7a7d44989b57757e168b6fff7193e32\" style=\"color:#185c84\"><strong>Ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr Oiger.de!<\/strong><\/p>\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-918b69199ff2c1183b359612d6a15f37\" style=\"color:#154966\"><strong>Ohne hinreichende Finanzierung ist unabh\u00e4ngiger Journalismus nach professionellen Ma\u00dfst\u00e4ben nicht dauerhaft m\u00f6glich. 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