{"id":979477,"date":"2026-04-28T14:28:28","date_gmt":"2026-04-28T14:28:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/979477\/"},"modified":"2026-04-28T14:28:28","modified_gmt":"2026-04-28T14:28:28","slug":"klimaziele-vielen-staedten-geht-auf-ihrem-weg-zur-klimaneutralitaet-das-geld-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/979477\/","title":{"rendered":"Klimaziele: Vielen St\u00e4dten geht auf ihrem Weg zur Klimaneutralit\u00e4t das Geld aus"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Bielefeld geh\u00f6rt trotz zuletzt gestiegener Arbeitslosigkeit zu den wohlhabenden St\u00e4dten Nordrhein-Westfalens. Der Lebensmittelkonzern Dr. Oetker, Maschinenbauunternehmen und die Universit\u00e4t sorgen f\u00fcr gut bezahlte Jobs, Ostwestfalen ist eines der industriellen Zentren Deutschlands. <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.bielefeld.de\/sites\/default\/files\/datei\/2024\/BIE_Klimaneutral-2030_Band_2.pdf\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.bielefeld.de\/sites\/default\/files\/datei\/2024\/BIE_Klimaneutral-2030_Band_2.pdf&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Im April 2024 beschloss der Rat der Stadt, \u201edie Bielefelder Klimaziele deutlich zu versch\u00e4rfen\u201c<\/a>. Die Stadt selbst will bis 2030 ihre Geb\u00e4ude klimaneutral entwickeln. Auch die Stadtwerke setzten sich vor zwei Jahren ein ambitioniertes Ziel: Bis 2040 wolle man Strom und W\u00e4rme klimaneutral anbieten und auch den Nahverkehr und die Schwimmb\u00e4der CO\u2082-frei machen. Doch die Umsetzung solcher Ank\u00fcndigungen scheint immer schwieriger zu werden \u2013 nicht nur in Bielefeld.<\/p>\n<p>\u201eDiese zahlreichen Wenden\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie vergangenen zwei, drei Jahre waren, auch was das Wirtschaftswachstum angeht, sehr herausfordernd. Die Rahmenbedingungen sind schwierig und wir halten das Jahr 2040 als Ziel f\u00fcr die Klimaneutralit\u00e4t nicht mehr f\u00fcr realistisch\u201c, sagt Martin Uekmann, seit 2014 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Stadtwerke Bielefeld, im Gespr\u00e4ch mit WELT. Die Stadtwerke haben wirtschaftliche Probleme. Nicht nur die Klimaziele werden verschoben, bis 2030 will das Unternehmen auch 290 von 2900 Stellen abbauen. \u201eWir brauchen rund zwei Milliarden Euro, um f\u00fcr Bielefeld eine Klimaneutralit\u00e4t, diese zahlreichen Wenden, Verkehrswende, Energiewende, zu stemmen. Und um die bestehende Infrastruktur instand zu halten, brauchen wir noch einmal eine Summe in \u00e4hnlicher Gr\u00f6\u00dfenordnung\u201c, so Uekmann.<\/p>\n<p>Wie in vielen St\u00e4dten so sind auch in Bielefeld die Gas- und Stromleitungen sanierungsbed\u00fcrftig. Ein gro\u00dfer Teil stammt aus der Nachkriegszeit, das Netz wurde bis in die 70er-Jahre hinein aufgebaut. Nun m\u00fcssen die Leitungen erneuert werden. Hinzu kommen die Kosten f\u00fcr die Energiewende: Vier Milliarden Euro, das ist eine Menge Geld f\u00fcr ein Unternehmen mit einer Bilanzsumme von gut 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2024. \u201eWir brauchen Engagement des Eigent\u00fcmers in Form von Eigenkapital\u201c, so Uekmann. Wenn die Stadt in Infrastruktur investiere, investiere sie in Zeitr\u00e4ume von bis zu 40 Jahren: \u201eDas kostet erst einmal Geld, aber es refinanziert sich \u00fcber die Einnahmen, die zum Beispiel ein Fernw\u00e4rmenetz bringt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir d\u00fcrfen das System nicht vor die Wand fahren\u201c<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnten St\u00e4dte wie Bielefeld nicht allein stemmen, sagt Uekmann: \u201eWir fordern deshalb einen verl\u00e4sslichen Finanzrahmen, f\u00fcr den die St\u00e4dte nicht allein aufkommen k\u00f6nnen. Hier sind Bund und Land gefragt.\u201c Doch auch dort herrscht Ebbe in der Kasse.<\/p>\n<p>Am Ziel der Klimaneutralit\u00e4t mag Uekmann nicht r\u00fctteln. Es ist f\u00fcr ihn gleicherma\u00dfen eine Frage der wirtschaftlichen Zukunft und ein moralisches Gebot. Doch das energiewirtschaftliche Zieldreieck setze sich aus den drei Punkten Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit zusammen. Deshalb sei er sehr vorsichtig, wenn es darum gehe, eine neue Jahreszahl zu nennen. \u201eWir m\u00fcssen immer versuchen, das Maximale zu geben. Wir d\u00fcrfen das System aber nicht vor die Wand fahren und wir d\u00fcrfen auch die Menschen nicht verlieren.\u201c Und auch der Wirtschaftsstandort d\u00fcrfe nicht infrage gestellt werden.<\/p>\n<p>In der Millionenstadt K\u00f6ln wird die Energiewende noch teurer als in Bielefeld. Stadtwerke-Chef Andreas Feicht geht von vier Milliarden Euro aus. An den Klimazielen mag aber auch Feicht nicht r\u00fctteln. Er verweist im Gespr\u00e4ch mit dieser Zeitung auf spektakul\u00e4re Vorhaben der Stadtwerke. <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.aktiv-online.de\/news\/europas-groesste-flusswasser-waermepumpe-soll-bald-50000-haushalte-heizen-20111\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.aktiv-online.de\/news\/europas-groesste-flusswasser-waermepumpe-soll-bald-50000-haushalte-heizen-20111&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">In wenigen Wochen beginne man mit dem Bau der gr\u00f6\u00dften Flusswasser-W\u00e4rmepumpe Europas<\/a>, um Fernw\u00e4rme zu erzeugen. \u201eVieles von dem, was wir selbst beeinflussen k\u00f6nnen, sehen wir als erreichbar an. Wenn Teile der Ziele zu wesentlich geringeren Kosten am Ende wenige Jahre sp\u00e4ter erreicht werden, so ist das aus unserer Sicht vertretbar und vern\u00fcnftig.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Bezahlbarkeit im Blick behalten\u201c<\/p>\n<p>Das formulierte Ziel, K\u00f6ln bis 2035 klimaneutral zu machen, ist f\u00fcr Feicht also nicht in Stein gemei\u00dfelt. Dass <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/service\/datenschutzhinweis\/transparenter-klimaschutz-1792144\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/service\/datenschutzhinweis\/transparenter-klimaschutz-1792144&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Deutschland bis 2045 klimaneutral<\/a> werden und <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.wirtschaft.nrw\/themen\/energie\/kohleausstieg-2030\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.wirtschaft.nrw\/themen\/energie\/kohleausstieg-2030&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">NRW 2030 aus der Kohle aussteigen<\/a> k\u00f6nne, glaubte der Christdemokrat schon vor zwei Jahren nicht.<\/p>\n<p>K\u00f6ln habe aber ein gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr eine gleichzeitig sichere und nachhaltige Energie- und W\u00e4rmeversorgung. \u201eWichtig ist, dabei die Frage der Bezahlbarkeit von Energie im Blick zu behalten.\u201c F\u00f6rderung, sagt Feicht fast wortgleich wie sein Bielefelder Kollege, sei da n\u00fctzlich, wo der Staat nachhaltige Investitionen m\u00f6glich mache, die lange in die Zukunft hinein wirken.<\/p>\n<p>Auf der <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.bochum.de\/Die-Bochum-Strategie\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.bochum.de\/Die-Bochum-Strategie&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Internetseite der Stadtwerke Bochum<\/a> findet sich bis heute eine gr\u00fcne Zukunftsvision f\u00fcr das Jahr 2030, in der mit Strom betriebene Flugtaxis durch die L\u00fcfte gleiten, wo mit Strom aus Windkraft Wasserstoff erzeugt wird, der dann als Kraftstoff f\u00fcr Brennstoffzellenbusse und -Lkw dient, die dann statt sch\u00e4dlicher Abgase nur Wasserdampf aussto\u00dfen. Die Wirklichkeit ist prosaischer. Auf Anfrage teilen die Stadtwerke zwar mit, es gelte unver\u00e4ndert, dass die Stadtwerke als Netzbetreiber Wasserstoff, zu vertretbaren Netzkosten, dort bereitstellen werden, wo er gebraucht werde. \u201eWann und wo dies der Fall sein wird, entscheidet der Markt\u201c, so ein Sprecher. Die klimaneutrale W\u00e4rmeversorgung der B\u00fcrger sei, wie gesetzlich vorgesehen, f\u00fcr das Jahr 2045 geplant. Was das alles kostet, k\u00f6nne man nicht sagen, klar ist nur, dass es teuer wird: Bis 2030 wollen die Bochumer eine Milliarde Euro in Klimaneutralit\u00e4t und Glasfaserausbau investieren.<\/p>\n<p>Die Zeit der gr\u00fcnen Euphorie ist bei den Stadtwerken offenbar vorbei. An ihren Klimapl\u00e4nen halten sie fest, doch die Frage der Finanzierung gewinnt an Bedeutung und die Visionen r\u00fccken in den Hintergrund.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bielefeld geh\u00f6rt trotz zuletzt gestiegener Arbeitslosigkeit zu den wohlhabenden St\u00e4dten Nordrhein-Westfalens. 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