{"id":979811,"date":"2026-04-28T17:29:17","date_gmt":"2026-04-28T17:29:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/979811\/"},"modified":"2026-04-28T17:29:17","modified_gmt":"2026-04-28T17:29:17","slug":"on-the-town-musicalkomoedie-von-leonard-bernstein-als-hommage-an-new-york-begeistert-in-duisburg-das-opernmagazin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/979811\/","title":{"rendered":"\u201eOn the Town\u201c \u2013 Musicalkom\u00f6die von Leonard Bernstein als Hommage an New York begeistert in Duisburg \u2013 DAS OPERNMAGAZIN"},"content":{"rendered":"<p>\t\t<a href=\"https:\/\/opernmagazin.de\/on-the-town-musicalkomoedie-von-leonard-bernstein-als-hommage-an-new-york-begeistert-in-duisburg\/20501_onthetown_hpk_625-1_foto_jochen_quast\/\" rel=\"attachment wp-att-33152 nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-33152\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20501_onthetown_hpk_625-1_foto_jochen_quast-300x202.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"202\"  \/><\/a>DOR Theater Duisburg\/ ON THE TOWN\/ Foto: Jochen Quast<\/p>\n<p><b>Die amerikanische Form des Musiktheaters ist das Musical. Leonard Bernstein, gerade mal 26 Jahre alt, hatte soeben seinen Durchbruch als Dirigent klassischer Musik gefeiert, da trat Jerome Robbins an ihn heran mit der Idee einer Musicalkom\u00f6die zum Thema \u201eNew York\u201c. Drei junge Matrosen haben 24 Stunden Zeit, New York kennen zu lernen. Das Musical \u201eOn the Town\u201c hat alles, was ein guter Musical-Abend braucht: die Stadt New York als Thema, drei unternehmungslustige Matrosen und die Revueszenen im zweiten Akt, in der die verschiedenen Showdance-Formate auf Coney Island gezeigt werden, dazu ein Traum-Ballett und drei emanzipierte Frauen, die in ihren Love-Stories ein Schlaglicht auf das New York von 1944 werfen. Am Schluss ging das Publikum nach langem, st\u00fcrmischem Applaus gl\u00fccklich und beschwingt nach Hause. (Gesehene Vorstellung: Premiere am 24. April 2026)<\/b><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u201eOn the Town\u201c ist ein fr\u00fches Meisterwerk, das Leonard Bernstein zusammen mit seinen Autoren Betty Comden und Adolph Green nach einer Idee von Jerome Robbins schrieb, der auch die Premiere am 28. Dezember 1944 im Adelphi Theatre, New York, choreographierte. Es war ein fulminanter Erfolg und wurde 436-mal dort gezeigt, bevor es seinen Siegeszug um die Welt antrat. 1949 wurde es sinngem\u00e4\u00df verfilmt, aber man hat viele Songs von Bernstein durch gef\u00e4lligere Nummern ersetzt. Musikalisch ist es eine Mischung von klassischer Sinfonik und Jazz, mit Big Band Sound und lateinamerikanischen Rhythmen, die perfekt die Komplexit\u00e4t der Gro\u00dfstadt und das vielf\u00e4ltige Nachtleben zeigen. Die Instrumentierung ist deutlich aufw\u00e4ndiger als die heute \u00fcbliche elektronisch verst\u00e4rkte Musical-Band von 17 Musikern, denn es spielen die<strong> Duisburger Sinfoniker <\/strong>unter der Leitung von <strong>Stefan Klingele <\/strong>, die mit polyrhythmischen Kl\u00e4ngen den Sound einer Gro\u00dfstadt abbilden. Der zweite Akt ist eine perfekte Abfolge mit verschiedenen Showformaten, die in mehreren Nachtlokalen den Stil verschiedener Revuen zitiert, die auf Coney Island gespielt wurden, und gipfelt in der Vereinigung der drei Paare, die sich gleich wieder trennen m\u00fcssen, bei einer Revue.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/opernmagazin.de\/on-the-town-musicalkomoedie-von-leonard-bernstein-als-hommage-an-new-york-begeistert-in-duisburg\/20596_onthetown_16_hpo_foto_jochen_quast_349\/\" rel=\"attachment wp-att-33153 nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-33153\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20596_onthetown_16_hpo_foto_jochen_quast_349-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\"  \/><\/a>DOR Theater Duisburg\/ ON THE TOWN\/ Foto: Jochen Quast<\/p>\n<p>Die sechs perfekt singenden und schauspielernden Musical-Darsteller und das 15-k\u00f6pfige Tanzensemble haben auch im ersten Akt genug Gelegenheit, zu tanzen, so dass man von einer Fortsetzung von Igor Strawinskijs Tanztheater mit amerikanischem Einschlag sprechen kann. F\u00fcr die Zuschauer ist es ein Fest der Sinne und eine Hommage an New York.<\/p>\n<p>B\u00fchnenbildner und Videogestalter <b>Momme Hinrichs<\/b> gelingt es, mit einer Art Foto-Blenden-Technik schnelle Szenenwechsel zu erm\u00f6glichen und auf variablen W\u00e4nden den hektischen Stra\u00dfenverkehr New Yorks darzustellen, obwohl nur ein richtiges Auto auf der B\u00fchne ist. Das Tempo der Mega-City wird durch rasante Kamerafahrten und nat\u00fcrlich durch die schnell getaktete Musik unmittelbar sp\u00fcrbar. <b>Esther Bialas<\/b> hat Stra\u00dfen- und Showkost\u00fcme aus Hollywood-Revuefilmen aus der Zeit um 1944 liebevoll im Stil von Filmkost\u00fcmen nachempfunden. Einiges sah tats\u00e4chlich nach Vintage-Kleidung aus. Die Kost\u00fcme wirkten absolut authentisch, vor allem auch die wundersch\u00f6nen bunten Riemchen-Tanzpumps.<\/p>\n<p>Es ist das Jahr 1944,und drei junge Matrosen haben 24 Stunden Zeit in New York, bevor sie nach Europa zum Kampf gegen Hitler-Deutschland eingeschifft werden. Im Jahr 1944 dienten 12 Millionen Amerikaner gleichzeitig in der Army, und 400.000 davon sind gefallen. Auf jeden Fall war das letzte, das sie von Amerika sahen, New York. Alle drei wollen so viel wie m\u00f6glich von der Stadt sehen. Der Romantiker Gabey setzt sich in den Kopf, \u201eMiss U-Bahn\u201c, Ivy Smith, kennen zu lernen, die er auf einem Plakat in der U-Bahn gesehen hat, der Systematiker Chip, mit Baedeker unterwegs, wird gleich von der Taxifahrerin Hildy in ihre Wohnung entf\u00fchrt, und Ozzie trifft im Naturkundemuseum die nymphomanische Anthropologin Claire (\u201eIt took away with us\u201c), die ihn in ihre Wohnung bringt, wo auch ihr 45 Jahre alter Verlobter Interesse an ihm bekundet. Es stellt sich heraus, dass Ivy im Brotberuf als T\u00e4nzerin in einem zwielichtigen Burlesque-Club in Coney Island arbeitet. Die U-Bahn-Fahrt geht mit Hilfe von Videoprojektionen in ein Traum-Ballett \u00fcber.<\/p>\n<p>Regisseurin <strong>Louisa Proske<\/strong><b>\u00a0<\/b>l\u00e4sst das pralle City-Leben, das in den kurzen Szenen eingefangen ist, organisch in virtuose Tanz-Sequenzen \u00fcbergehen. Der gesamte zweite Akt ist eine Abfolge aufw\u00e4ndig choreographierter Revue-Szenen, in denen auch eine Drag-Queen auftritt. So f\u00e4ngt sie die intensive Lebensgier und die Emanzipation der Frauen ein, die das New York der Kriegsjahre beherrschten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/opernmagazin.de\/on-the-town-musicalkomoedie-von-leonard-bernstein-als-hommage-an-new-york-begeistert-in-duisburg\/20597_onthetown_21_hpo_foto_jochen_quast_456\/\" rel=\"attachment wp-att-33154 nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-33154\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20597_onthetown_21_hpo_foto_jochen_quast_456-300x198.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"198\"  \/><\/a>DOR Theater Duisburg\/ ON THE TOWN\/ Foto: Jochen Quast<\/p>\n<p>Die sechs Protagonisten Gabey (<b>Leon de Graaf<\/b>), Chip (<b>Julius St\u00f6rmer<\/b>) und Ozzie (<b>Peter Leweys Preston<\/b>) und Protagonistinnen Ivy Smith (<b>Maria Joachimstaller<\/b>), Hildy Esterhazy (<b>Laura Magdalena Goblirsch<\/b>) und Claire de Leone (<b>Valerie Luksch<\/b>) sind ausgewiesene Musical-Darsteller:innen, die nicht nur singen und schauspielern, sondern auch perfekt tanzen k\u00f6nnen. Das 15-k\u00f6pfige Tanzensemble \u00fcbernimmt auch Einzelrollen wie den Professor, der im naturhistorischen Museum sein Leben damit verbracht hat, das Dinosaurier-Skelett zusammenzusetzen, das Ozzie und Claire aus Versehen umrei\u00dfen. Hinrei\u00dfend komisch ist <b>Morenike Fadayomi<\/b> als Madame Dilly, Ivys exzentrische Gesangslehrerin, die sie mahnt, wegen Gabey nicht ihre Arbeit zu schw\u00e4nzen, weil sie ihr noch 50 Dollar Honorar schulde.<\/p>\n<p>Es ist ganz einfach eine irre, temporeiche revueartige Abfolge von Szenen mit gro\u00dfer Situationskomik in einer echten Rahmenhandlung. 1949 wurde mit Gene Kelly und Stanley Donen eine Spielfilmversion von On the Town erstellt, zu der zahlreiche Songs von Leonard Bernstein durch neue, unter anderem von Roger Edens und Lennie Hayton ersetzt wurden. Aus dem satirisch scharfen Musical mit Bernsteins anspruchsvoller sinfonischer Musik wurde ein weichgesp\u00fcltes Hollywood-Musical f\u00fcr den Massengeschmack gemacht, das allerdings 2006 auf Platz 19 der erfolgreichsten Film-Musicals stand. Das lag vermutlich daran, dass die Szenen des Films nicht im Studio, sondern an Original-Schaupl\u00e4tzen gedreht wurden.<\/p>\n<p>Man muss der Deutschen Oper am Rhein, Duisburg, ein gro\u00dfes Lob aussprechen, dass sie das Original-Musical von Leonard Bernstein wieder aufgegriffen hat, denn es ist musikalisch anspruchsvoll wie eine Sinfonie, aber auch typisch als amerikanisches Musical mit polyrhythmischen Jazz-Elementen und lateinamerikanischer Revue-Musik, \u00e4hnlich wie die 13 Jahre sp\u00e4ter entstandene West Side Story. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, denn die Tanzszenen sind eine Augenweide, und die Musik ist einfach nur genial.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"DOR Theater Duisburg\/ ON THE TOWN\/ Foto: Jochen Quast Die amerikanische Form des Musiktheaters ist das Musical. 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