{"id":979831,"date":"2026-04-28T17:40:44","date_gmt":"2026-04-28T17:40:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/979831\/"},"modified":"2026-04-28T17:40:44","modified_gmt":"2026-04-28T17:40:44","slug":"wenn-sich-diese-essener-kumpel-treffen-lebt-die-bergbauromantik-wieder-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/979831\/","title":{"rendered":"Wenn sich diese Essener Kumpel treffen, lebt die Bergbauromantik wieder auf"},"content":{"rendered":"<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\">In Essen als einst gr\u00f6\u00dfter Bergbaustadt Europas wird schon lange keine Steinkohle mehr gef\u00f6rdert. Und doch lebt der Geist des Bergbaus weiter. In den Geschichten, den Erinnerungen und vor allem in den Menschen, die ihn gepr\u00e4gt haben. <\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\">Wer heute am Baldeneysee unterwegs ist, kann sich kaum vorstellen, welche Betriebsamkeit hier einst unter Tage herrschte. Wo nun der Freizweitwert ganz oben steht, da dr\u00f6hnten die Maschinen, da wurde hochwertige Kohle gef\u00f6rdert, da schufteten Menschen unter Tage. <\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\">Wenn sich am 2. Mai die <a href=\"https:\/\/www.waz.de\/lokales\/essen\/article408901434\/vor-50-jahren-endete-die-bergbautradition-im-essener-sueden.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.waz.de\/lokales\/essen\/\" data-paid-status=\"premium\" data-article-publish-date=\"1746170400\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ehemaligen Bergleute <\/a>der Gro\u00dfzechen P\u00f6rtingssiepen und Carl Funke, aber auch der Kleinzechen Herman und Ludscheid zum 53. Mal treffen, gibt es viel zu erz\u00e4hlen. Die Anekdoten werden nur so durch den Raum fliegen, so manche Geschichte der Kumpel wird kaum zu glauben sein. Aber man sp\u00fcrt, was wirkliche Kameradschaft bedeutete vor Ort.<\/p>\n<p>Der Essener Dirk Hagedorn h\u00e4lt Bergbaugeschichte lebendig<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\">Hobbyhistoriker Dirk Hagedorn organisiert den <a href=\"https:\/\/www.waz.de\/staedte\/essen\/article235694499\/Bergbau-in-Essen-Doenekes-und-Geschichten-ehemaliger-Kumpel.html\" data-category-full-path=\"\/staedte\/essen\/\" data-paid-status=\"default\" data-article-publish-date=\"1655909540\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Treff.<\/a> Er ist der Enkel eines dieser Bergleute, f\u00fcr die ihre Arbeit \u201eauf Zeche\u201c noch eine Ehre war. Er hat es sich zur Herzensaufgabe gemacht, die Geschichte des Bergbaus im Essener S\u00fcden lebendig zu halten, und die Erinnerung an die harte, aber stolze Arbeit der M\u00e4nner unter Tage nicht verblassen zu lassen. <\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\">Hagedorn wei\u00df: \u201eEs war eine Zeit, die viele stark gepr\u00e4gt hat. Wo man sich auf den Kumpel verlassen konnte.\u201c Und eines ist sicher: Wo auch immer Bergleute zusammenkommen, da erklingt das Steigerlied. Das \u201eGl\u00fcckauf\u201c wird als Gru\u00df an die Kameraden von damals verstanden und zugleich als Zeichen daf\u00fcr genommen, dass die Geschichte des Bergbaus im Ruhrtal f\u00fcr immer weiterlebt. Es ist eine beeindruckend lange Tradition. \u00a0<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/411822647_1777366230_v16_9_1200.jpeg\" class=\"relative z-10 block w-full object-cover aspect-[16\/9] md:aspect-[16\/9] lg:aspect-[16\/9]\" alt=\"53. Kumpeltreff\" title=\"Die Essener Schachtanlage P\u00f6rtingssiepen nach Bau der neuen Turmf\u00f6rderanlage \u00fcber Schacht 2 im Jahr 1960. In der Mitte der Lokschuppen der Hespertalbahn. \" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      Die Essener Schachtanlage P\u00f6rtingssiepen nach Bau der neuen Turmf\u00f6rderanlage \u00fcber Schacht 2 im Jahr 1960. In der Mitte der Lokschuppen der Hespertalbahn.<br \/>\n      \u00a9 Slg. Richard Voigt, Koloration: Dirk Hagedorn\n    <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/411822696_1777366230_v16_9_1200.jpeg\" class=\"relative z-10 block w-full object-cover aspect-[3\/4] md:aspect-[3\/4] lg:aspect-[3\/4]\" alt=\"53. Kumpeltreff\" title=\"Ein fr\u00fches Bild der Zeche Hermann an der Essener Hespertalstra\u00dfe, mit dem h\u00f6lzernen Kohlenbunker zur Beladung der Autos. Rechts im Hintergrund das Stollenmundloch.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      Ein fr\u00fches Bild der Zeche Hermann an der Essener Hespertalstra\u00dfe, mit dem h\u00f6lzernen Kohlenbunker zur Beladung der Autos. Rechts im Hintergrund das Stollenmundloch.<br \/>\n      \u00a9 Kurt Hege, Koloration: Dirk Hagedorn\n    <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/411822718_1777366230_v16_9_1200.jpeg\" class=\"relative z-10 block w-full object-cover aspect-[16\/9] md:aspect-[16\/9] lg:aspect-[16\/9]\" alt=\"53. Kumpeltreff\" title=\"Die Zeche Joseph im Essener S\u00fcden vor 120 Jahren. Im Hintergrund ist der Betriebsf\u00fchrer Heyer der Zeche Adler zu sehen, links Fahrhauer Robert Krampe. Am rechten unteren Bildrand befand sich ein Turm mit Siebanlage. \" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      Die Zeche Joseph im Essener S\u00fcden vor 120 Jahren. Im Hintergrund ist der Betriebsf\u00fchrer Heyer der Zeche Adler zu sehen, links Fahrhauer Robert Krampe. Am rechten unteren Bildrand befand sich ein Turm mit Siebanlage.<br \/>\n      \u00a9 Slg. Paul Krampe, Koloration: Dirk Hagedorn\n    <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/411822763_1777366236_v16_9_1200.jpeg\" class=\"relative z-10 block w-full object-cover aspect-[3\/4] md:aspect-[3\/4] lg:aspect-[3\/4]\" alt=\"Ein Werbeschild f\u00fcr Anthrazit-Nussbriketts aus dem Essener Hespertal. \" title=\"Ein Werbeschild f\u00fcr Anthrazit-Nussbriketts aus dem Essener Hespertal. \" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      Ein Werbeschild f\u00fcr Anthrazit-Nussbriketts aus dem Essener Hespertal.<br \/>\n      \u00a9 Repro: Daniel Henschke\n    <\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\">Die Wurzeln der Zeche P\u00f6rtingssiepen zum Beispiel reichen weit zur\u00fcck: Bereits 1779 taucht der Name \u201ePoertings\u2011Siepen\u201c erstmals in einer Concession auf. Zun\u00e4chst wurde im Stollenbergbau gewonnen und m\u00fchsam zu den Niederlagen an der Ruhr transportiert. <\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\">Doch schon 1835 wagte man den Schritt zum Tiefbau und teufte bei den Fischlaker H\u00f6fen den ersten Schacht ab.\u00a0Weil die Bergleute der Kohle in immer gr\u00f6\u00dfere Tiefen folgen mussten \u2013 von der dritten zur sechsten Sohle \u2013 wurde immer neuere, st\u00e4rkere F\u00f6rderger\u00fcste und sp\u00e4ter auch F\u00f6rderturme notwendig. <\/p>\n<p>Rekord 1968: Essener Verbundzeche f\u00f6rderte \u00fcber 1,14 Mio. Tonnen Kohle<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\">Der Ursprung der Zeche Carl Funke liegt im Stollenbetrieb Hundsnocken, der bereits 1773 erw\u00e4hnt wurde. 1967 schlossen sich beide Betriebe zu einem Verbundbergwerk zusammen. Dazu geh\u00f6rten auch die Anlagen Gottfried Wilhelm, Prinz Friedrich, D\u00fcschenhofer Wald, Altendorfer Tiefbau, Dahlhauser Tiefbau sowie die Felder Adler und Victoria.<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\"><a href=\"https:\/\/www.waz.de\/staedte\/essen\/article229026891\/Frintroper-haelt-Erinnerung-an-Bergbau-im-Essener-Sueden-wach.html\" data-category-full-path=\"\/staedte\/essen\/\" data-paid-status=\"premium\" data-article-publish-date=\"1588334006\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dirk Hagedorn<\/a> rechnet vor: \u201eIn ihrer besten Zeit 1967 arbeiteten hier 3008 Menschen, davon 2083 unter Tage. Nur ein Jahr sp\u00e4ter erreichte die Zeche mit \u00fcber 1,14 Millionen Tonnen Anthrazitkohle ihre Rekordf\u00f6rderung. Diese hochwertige Kohle war wegen ihres hohen Heizwerts und der raucharmen Verbrennung besonders beliebt.\u201c<\/p>\n<p>Herausforderungen und Grenzen des Tiefenbergbaus im Essener S\u00fcden<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\">Die Produktion war technisch ausgereift: Aus Feinkohlen wurden mit Steinkohlenteerpech kleine Briketts gepresst, im Volksmund nur \u201eEierkohlen\u201c genannt. 1972 erstreckte sich das Grubenfeld \u00fcber 53,3 Quadratkilometer, das untert\u00e4gige Streckennetz zog sich \u00fcber 74 Kilometer.<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\">Doch der Bergbau im Essener S\u00fcden war alles andere als einfach. Die Fl\u00f6ze des Verbundbergwerks waren d\u00fcnn, steil und lagen tief. Und sie konnten nicht sinnvoll mechanisiert abgebaut werden. \u00dcber Blindsch\u00e4chte ging es bis in rund 1000 Meter Teufe, eine enorme Herausforderung, die den Abbau zunehmend unrentabel machte. <\/p>\n<p class=\"rich-text functional-copy-base-stable\">Dirk Hagedorn l\u00e4dt f\u00fcr Samstag, 2. Mai, zum traditionellen Kumpel-Treff ein. Los geht es um 17 Uhr im Landgasthaus Stolberg (Im Hefel 9, 42551 Velbert). Eingeladen sind ehemalige Bergleute, ihre Frauen, Angeh\u00f6rige, Freunde, aber auch Menschen, die einmal authentische Bergbau-Geschichten h\u00f6ren m\u00f6chten.<\/p>\n<p class=\"rich-text functional-copy-base-stable\">Wer mit Dirk Hagedorn in Kontakt treten m\u00f6chte, erreicht ihn unter <a href=\"https:\/\/www.waz.de\/lokales\/essen\/article411822627\/tel:0151 17423797\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">0151 17423797<\/a> oder unter <a href=\"https:\/\/www.waz.de\/lokales\/essen\/article411822627\/mailto:dirk-hagedorn@gmx.net\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dirk-hagedorn@gmx.net<\/a>. Er freut sich \u00fcber jeden, der Fotos, Unterlagen oder pers\u00f6nliche Erinnerungen zur Geschichte des Bergbaus im Essener S\u00fcden oder zur Hespertalbahn beisteuern m\u00f6chte.<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\">Die riesigen Wasserzufl\u00fcssen waren ein gro\u00dfes Problem. Rund 40.000 Kubikmeter Grubenwasser mussten Tag f\u00fcr Tag abgepumpt und in die Ruhr oder sp\u00e4ter in den Baldeneysee geleitet werden. Das viermal so viel, wie an Kohle gef\u00f6rdert wurde.<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\">Am 30. Dezember 1972 wurde schlie\u00dflich die F\u00f6rderung auf P\u00f6rtingssiepen eingestellt und vollst\u00e4ndig auf Carl Funke verlagert. Doch nur wenige Monate sp\u00e4ter wurde das gesamte Verbundbergwerk stillgelegt. Die Brikettfabrik auf Carl Funke hielt noch bis zum 31. M\u00e4rz 1975 durch. Dann war endg\u00fcltig \u201eSchicht im Schacht\u201c. <\/p>\n<p>Kohlef\u00f6rderung der Essener Kleinzeche Joseph erfolgte im Stollenbetrieb<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\"><a href=\"https:\/\/www.waz.de\/lokales\/essen\/article404862517\/essener-sueden-als-das-hespertal-sein-eigenes-karstadt-hatte.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.waz.de\/lokales\/essen\/\" data-paid-status=\"premium\" data-article-publish-date=\"1694083500\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dirk Hagedorn<\/a> widmet sich aber auch den Kleinzechen Joseph, Herman und Ludscheid. Die Zeche Joseph (1845-1906) im Hespertal verf\u00fcgte \u00fcber keinen Schacht, die Kohlef\u00f6rderung erfolgte ausschlie\u00dflich im Stollenbetrieb. Die gef\u00f6rderte Kohle wurde von den F\u00f6rderwagen auf Pferdefuhrwagen umgeladen und weitertransportiert. <\/p>\n<blockquote class=\"mx-auto my-10 flex flex-col items-center gap-y-4 text-center md:w-[80%]\">\n<p class=\"rich-text expressive-copy-xl text-copy-primary\">Es war eine Zeit, die viele stark gepr\u00e4gt hat. Wo man sich auf den Kumpel verlassen konnte.<\/p>\n<p>       Dirk Hagedorn, Bergbau-Historiker\n    <\/p><\/blockquote>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\">Die Zeche Hermann wurde 1948 gegr\u00fcndet und baute zun\u00e4chst die Kohle noch im Stollenbetrieb ab. Bereits 1950 folgte der Schritt in den Tiefbau: Im Hespertal begann man mit dem Abteufen eines tonnl\u00e4gigen Schachts. <\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\">Eine Besonderheit dieser Zeche war, dass bis zum Betriebsschluss am 31. Mai 1964 unter Tage noch mit Pferden gearbeitet wurde. Die Tiere zogen die F\u00f6rderwagen. Ihre h\u00f6chste F\u00f6rderung erreichte die Zeche im Jahr 1960 mit 27.428 Tonnen Kohle, gewonnen von 96 Kumpeln. <\/p>\n<p>            Essen in 3 Minuten: Jetzt kostenlos anmelden!<\/p>\n<p>Geben Sie uns drei Minuten! Wir liefern den vollen Durchblick ins Postfach. T\u00e4glich um 6 Uhr &#8211; auch zum H\u00f6ren.<\/p>\n<p>            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1777388178_92_newsletter-envelope.png\" alt=\"Newsletter Illustration\" class=\"h-full w-full max-w-full object-cover md:max-w-[226px] lg:max-w-[234px]\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>              Essen in 3 Minuten: Jetzt kostenlos anmelden!<\/p>\n<p>Geben Sie uns drei Minuten! Wir liefern den vollen Durchblick ins Postfach. T\u00e4glich um 6 Uhr &#8211; auch zum H\u00f6ren.<\/p>\n<p>              Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der<br \/>\n              <a href=\"https:\/\/www.waz.de\/service\/newsletter-adconsent\" class=\"text-copy-accent underline decoration-solid underline-offset-1 hover:text-primary-700\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Werbevereinbarung<\/a><br \/>\n              zu.<\/p>\n<p class=\"rich-text expressive-copy-lg-body\">Die Belegschaft wechselte komplett zur 1959 entstandenen Zeche Ludscheid an der Ludscheidtstra\u00dfe. \u00a0Der Betrieb wuchs schnell: Bereits 1964 wurden dort 100.174 Tonnen Kohle mit 194 Bergleuten gef\u00f6rdert. Doch am 14. April 1967 wurde die Anlage und endg\u00fcltig stillgelegt, mit zum Schluss 212,5 Metern Teufe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Essen als einst gr\u00f6\u00dfter Bergbaustadt Europas wird schon lange keine Steinkohle mehr gef\u00f6rdert. 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