{"id":979847,"date":"2026-04-28T17:48:20","date_gmt":"2026-04-28T17:48:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/979847\/"},"modified":"2026-04-28T17:48:20","modified_gmt":"2026-04-28T17:48:20","slug":"sabotage-gegen-elbit-prozessauftakt-gegen-ulm-5-endet-im-eklat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/979847\/","title":{"rendered":"Sabotage gegen Elbit \u2013 Prozessauftakt gegen \u00bbUlm 5\u00ab endet im Eklat"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img321112\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/321112.jpeg\" alt=\"Die f\u00fcnf Angeklagten in der Glasbox im Gerichtssaal, von ihren Anw\u00e4lt*innen getrennt. Die wollten das nicht auf sich sitzen lassen.\"\/><\/p>\n<p>Die f\u00fcnf Angeklagten in der Glasbox im Gerichtssaal, von ihren Anw\u00e4lt*innen getrennt. Die wollten das nicht auf sich sitzen lassen.<\/p>\n<p>Foto: dpa | Julian Rettig<\/p>\n<p>Zum Auftakt des Prozesses der \u00bbUlm 5\u00ab in Stuttgart-Stammheim gab es am Montag Tumult. Den Aktivist*innen wird unter anderem vorgeworfen, im September 2024 Sabotage beim deutschen Ableger des israelischen R\u00fcstungskonzerns Elbit Systems in Ulm betrieben zu haben. <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1198515.gaza-krieg-vorverurteilt-wegen-sabotage-harte-repression-gegen-ulm.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ziel ihrer Aktion war es<\/a>, Aufmerksamkeit f\u00fcr Elbits Verantwortung im Gaza-Genozid zu erzeugen \u2013 und diesen durch direkte Aktion zu erschweren. Die f\u00fcnf Freund*innen befinden sich seit ihrer Festnahme <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1199283.ulm-sabotage-wegen-gaza-harte-bandagen-nach-aktion-gegen-ruestungskonzern-elbit.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">unter erschwerten Bedingungen in Untersuchungshaft<\/a>.<\/p>\n<p>Dutzende Menschen waren haupts\u00e4chlich aus Berlin angereist, um die Aktivist*innen zu unterst\u00fctzen, vor Ort schlossen sich ihnen auch Gruppen aus Stuttgart an. Vor dem Geb\u00e4ude gab es \u00fcber den ganzen Tag eine Kundgebung, die Gefangenen wurden aus der Gruppe heraus bei ihrer Ankunft mit Rufen wie \u00bbFreiheit f\u00fcr alle politischen Gefangenen\u00ab begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/img\/jpeg\/2040\/321113\" title=\"Bild gro\u00df anzeigen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img321113\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/321113.jpeg\" alt=\"Kundgebung vor dem Landgericht.\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\t\t<\/a><\/p>\n<p>Kundgebung vor dem Landgericht.<\/p>\n<p>Foto: Noa \u00c9lie Mona\u00e9<\/p>\n<p>In einem vollen Saal wurden Zo, Crow, Vi, Leandra und Daniel in Handschellen in eine Box hinter Sicherheitsglas gef\u00fchrt, wo sie von Publikum und Verteidigung getrennt sa\u00dfen. Die Handschellen wurden ihnen erst nach Bitten der Verteidigung abgenommen. Von den Anwesenden wurden die f\u00fcnf mit langen Standing Ovations begr\u00fc\u00dft, was die Justizbeamt*innen erfolglos versuchten zu verhindern. Die Emotionen im Raum waren gro\u00df, da sich die Angeklagten zum ersten Mal seit ihrer Festnahme wiedersahen und Angeh\u00f6rige und Freund*innen im Publikum sa\u00dfen. Dem Publikum war das Mitf\u00fchren von Stift und Papier verboten, den zahlreich vertretenen Journalist*innen wurde selbst die Pressemappe der Verteidigung entzogen.<\/p>\n<p>Sowohl Angeh\u00f6rige als auch Anw\u00e4lt*innen bef\u00fcrchteten, dass es sich um einen Schauprozess handeln w\u00fcrde; die Haltung der Vorsitzenden Richterin Kathrin Lauchst\u00e4dt entt\u00e4uschte diese Erwartungen keineswegs. Die Verteidigung erkl\u00e4rte, bereits im Vorfeld mit ihr Kontakt aufgenommen zu haben, etwa um die Sitzordnung zu besprechen. Diese Kontaktversuche seien unbeantwortet geblieben und stattdessen einseitig ein \u00bbBesichtigungstermin\u00ab festgesetzt worden.<\/p>\n<p>Die Verteidigung habe deshalb von Beginn an versucht, Antr\u00e4ge gegen die Sitzordnung zu stellen und verlangte, neben ihren Mandant*innen zu sitzen. Nur dadurch sei eine ungehinderte und gesch\u00fctzte Kommunikation gem\u00e4\u00df der Europ\u00e4ischen Menschenrechtskonvention m\u00f6glich. Es sei sonst kein fairer Prozess gew\u00e4hrleistet, so eine der Anw\u00e4lt*innen. Die Richterin lehnte dies sowie auch jegliche andere Antr\u00e4ge ab, was zu Protest vonseiten der Verteidigung f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Der Beginn der Verhandlung war schwer zu h\u00f6ren, da s\u00e4mtliche Mikrofone der Anwaltschaft ausgeschaltet waren \u2013 offenbar eine Entscheidung Lauchst\u00e4dts, die Verteidiger*innen nicht zu Wort kommen zu lassen. Diese verlie\u00dfen daraufhin aus Protest den Raum, die Richterin k\u00fcndigte eine zweist\u00fcndige Unterbrechung an. \u00bbHerrschaftlichen Gesten des Gerichts\u00ab, kommentierte dazu das Komitee f\u00fcr Grundrechte und Demokratie, das den Prozess gegen die \u00bbUlm 5\u00ab beobachtet. Schon <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1197160.haftbeschwerde-prozess-gegen-ulm-in-stammheim-verschleppt.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Wahl des Gerichtssaales der Stammheim-Prozesse der 1970er Jahre<\/a> sei \u00bbeine Kampfansage\u00ab.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/img\/jpeg\/2040\/321114\" title=\"Bild gro\u00df anzeigen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img321114\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/321114.jpeg\" alt=\"Kundgebung vor dem Landgericht.\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\t\t<\/a><\/p>\n<p>Kundgebung vor dem Landgericht.<\/p>\n<p>Foto: Noa \u00c9lie Mona\u00e9<\/p>\n<p>Nach der zweist\u00fcndigen Zwangspause nahmen die Verteidiger*innen demonstrativ im Glaskasten auf den Pl\u00e4tzen der Angeklagten Platz. Die Richterin am Landgericht Stuttgart setzte ihnen eine Frist von f\u00fcnf Minuten, um an ihre vorgesehenen Pl\u00e4tze zur\u00fcckzukehren, und stellte auch eine m\u00f6gliche Entpflichtung der Anw\u00e4lt*innen in Aussicht. Die Verteidigung kam der Aufforderung nicht nach.<\/p>\n<p>Als der Saal wieder \u00f6ffnete, standen die Anw\u00e4lt*innen weiterhin im Glaskasten, in dem sich zuvor Zo, Crow, Vi, Leandra und Daniel befunden hatten. Die Richterin beendete daraufhin die Verhandlung. Die Anwaltschaft hat angek\u00fcndigt, einen Befangenheitsantrag gegen die Vorsitzende Richterin zu stellen. \u00bbDie r\u00e4umliche N\u00e4he von Verteidigung und Angeklagten ist landauf, landab \u00fcberall selbstverst\u00e4ndlich und sollte es auch in Stuttgart und f\u00fcr Richterin Lauchst\u00e4dt sein\u00ab, kommentierte das Grundrechtekomitee. Die n\u00e4chste Sitzung findet am 11. Mai statt.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich hie\u00df es, der Prozess werde am 4. Mai fortgesetzt. Das Landgericht hat diesen Termin aufgehoben und nunmehr den 11. Mai als zweiten Verhandlungstag angesetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die f\u00fcnf Angeklagten in der Glasbox im Gerichtssaal, von ihren Anw\u00e4lt*innen getrennt. 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