{"id":980009,"date":"2026-04-28T19:22:19","date_gmt":"2026-04-28T19:22:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/980009\/"},"modified":"2026-04-28T19:22:19","modified_gmt":"2026-04-28T19:22:19","slug":"besser-als-jedes-verbot-social-media-performance-mit-schuelern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/980009\/","title":{"rendered":"Besser als jedes Verbot: Social-Media-Performance mit Sch\u00fclern"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/diktat-104.webp\" alt=\"Eine junge Frau schreibt etwas auf einen Zettel.\" title=\"Eine junge Frau schreibt etwas auf einen Zettel. | Joachim Bosse\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Was das Smartphone diktiert: Sch\u00fcler-Performance mit Joachim Bosse (4 Min)<\/p>\n<p>\n                Stand: 28.04.2026 10:23 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Der K\u00fcnstler Joachim Bosse hat eine Aktion entwickelt, bei der Hamburger Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler Social Media Feeds aus dem Smartphone auf Zettel schreiben. Das Ziel: den Medienkonsum zu hinterfragen und die digitale Gegenwart lesbar machen. <\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Joschka Brings<\/p>\n<p class=\"\">Joachim Bosse hat 2023 ganze 24 Stunden lang abgeschrieben, was ihm sein Smartphone vorgegeben hat. Da ist eine Menge zusammengekommen. Diese Performance mit dem Titel &#8222;Diktat&#8220; hat er mit Hamburger Jugendlichen im Ernst-Deutsch-Theater und den Deichtorhallen weitergef\u00fchrt. Jetzt \u00f6ffnet er es f\u00fcr alle Interessierten im Internet \u00fcber &#8222;<a href=\"https:\/\/open-diktat.com\/\" title=\"Link zur Homepage von &quot;Open Diktat&quot;\" class=\"extlink-preface\" data-type=\"external\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Open Diktat<\/a>&#8222;.<\/p>\n<p>    Lustige, poetische und oft inhaltslose Feeds<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/diktat-102.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/diktat-102.webp\" alt=\"K\u00fcnstler Joachim Bosse kniet auf dem Boden und legt ein Blatt Papier hin.\" title=\"An seinem Kunstprojekt &quot;Open Diktat&quot; k\u00f6nnen jetzt alle Interessierten teilnehmen.  | Joachim Bosse\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    An seinem Kunstprojekt &#8222;Open Diktat&#8220; k\u00f6nnen jetzt alle Interessierten teilnehmen. <\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Ich liebe dich, obwohl du mir immer alles verkaufst&#8220;, &#8222;Dino-Nugget-Sucht geht zu weit&#8220; oder &#8222;Warum f\u00fchlt es sich lowkey illegal an, an Selbstbedienungs-Kassen zu klauen?&#8220; Manchmal lustig, fast poetisch, oft aber ziemlich zusammenhangs- oder gar inhaltslos: So lesen sich die handgeschriebenen Zettel.<\/p>\n<p class=\"\">Joachim Bosse sammelt sie auf seiner Website &#8222;Open Diktat&#8220;. Dort sind sie in Reihen nebeneinander gelegt. Da l\u00e4sst sich schier endlos an ihnen herunterscrollen. Es sind S\u00e4tze, Spr\u00fcche, einzelne W\u00f6rter oder Comicbilder, die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus ihren eigenen Social-Media-Feeds abgeschrieben haben.<\/p>\n<p class=\"\">Dieses Experiment solle nicht zeigen, wie schlecht es um unsere Kommunikation stehe, sagt der Performancek\u00fcnstler. Vielmehr gelte es, dem mit Humor zu begegnen. &#8222;Ich glaube, das hat man ganz gut in den Ausschnitten gesehen. Da musste man schon schmunzeln.&#8220; Wenn man die Textausschnitte aus dem Kontext gerissen betrachte, denke man sich schon: &#8218;Was sehe ich die ganze Zeit?&#8216;<\/p>\n<p class=\"\">Nachdem Joachim Bosse zun\u00e4chst seinen eigenen Social-Media-Feed abgeschrieben hatte, brachte er das &#8222;Diktat&#8220; mit Lehrerin Miriam H\u00f6fler an die Hamburger Heinrich-Hertz-Schule. So entstanden gemeinsam mit Jugendlichen Fortsetzungen des Experiments: erst im Ernst-Deutsch-Theater, dann in den Deichtorhallen. In z\u00e4her Flei\u00dfarbeit haben Lena, Piet und ihre Mitsch\u00fclerinnen und Mitsch\u00fcler stundenlang mit der Hand aufgeschrieben, was ihnen ihr Handybildschirm &#8222;diktiert&#8220; hat.<\/p>\n<p>    Experiment zeigt Wirkung<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/diktat-100.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/diktat-100.webp\" alt=\"Auf einem Zettel steht: &quot;POV: Die It-Girl Energie f\u00e4rbt auf dich ab!&quot;\" title=\"Dieser Satz steht in einem Feed in den Social Media Kan\u00e4len, den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler abgeschrieben haben. | Joachim Bosse\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Dieser Satz steht in einem Feed in den Social Media Kan\u00e4len, den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler abgeschrieben haben.<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Am Anfang habe ich dadurch realisiert, was ich hier eigentlich gerade schreibe und was f\u00fcr ein Schwachsinn das ist&#8220;, sagt Lena. &#8222;Meines Erachtens ist der Sinn des Projektes zu zeigen, wie absurd es ist, dass wir so viel Zeit mit diesen absurden Themen verbringen, die im Endeffekt so irrelevant sind&#8220;, erz\u00e4hlt Piet.<\/p>\n<p class=\"\">Ihre Lehrerin Miriam H\u00f6fler war fasziniert von der Wirkung des Experiments: &#8222;Obwohl jeder f\u00fcr sich scrollt und schreibt, entstand eine Gemeinschaft, wo jeder geguckt hat: Was schreibt der andere, was hast du aufgeschrieben?&#8220; Durch Social Media scrollen sei ein &#8222;sich-eigentlich-nicht-konzentrieren&#8220;, erkl\u00e4rt die Lehrerin, weil man sofort alles wieder vergesse, aber bei der Performance sei das anders. &#8222;Da passiert eine Umkehr: Man konzentriert sich n\u00e4mlich pl\u00f6tzlich und schreibt das auf. Man redet und kommuniziert. Was sonst eigentlich jeder f\u00fcr sich macht.&#8220;<\/p>\n<p>    Gro\u00dfes Interesse: Projekt wird ausgeweitet<\/p>\n<p class=\"\">Nach diesen \u00f6ffentlichen Diktaten haben sich viele Lehrende und Jugendliche bei Joachim Bosse gemeldet. Das Interesse war so gro\u00df, dass er das Projekt nun ausweitet. Auf der Website von Open Diktat stehen Anleitungen bereit. Hier k\u00f6nnen nach den Diktaten auch die handgeschriebenen Ergebnisse hochgeladen werden. Die sollen schlie\u00dflich in einem Buch erscheinen und ausgestellt werden.<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;In gewisser Weise ist das auch ein Austausch&#8220;, sagt Lena. Man erkenne da, was andere Menschen in dem jeweiligen Feed gesehen h\u00e4tten. Das mit seinem eigenen zu vergleichen, sei spannend. Der Content variiere in den unterschiedlichen Schulen und in den verschiedenen Stadtteilen, sagt die Sch\u00fclerin. Lena und ihre Mitsch\u00fclerinnen und Mitsch\u00fcler finden diesen Austausch sinnvoller als die viel diskutierten Smartphone- oder Social-Media-Verbote.<\/p>\n<p>    Austausch ist besser als ein Verbot<\/p>\n<p class=\"\">Auch H\u00f6fler begr\u00fc\u00dft diese Ebene der Performance. &#8222;\u00dcber dieses Thema der jungen Generation sollen nicht nur die Erwachsenen sprechen&#8220;, sagt die Lehrerin. Sie m\u00f6chte keine starren Verbote: &#8222;Sondern dass sie an einer Thematik partizipieren, die sie am meisten betrifft und die ihre Lebenswelt ist.&#8220; Diese Lebenswelt will Joachim Bosse in den kommenden anderthalb Jahren dokumentieren. Er sagt: &#8222;&#8218;Open Diktat&#8216; soll die digitale Gegenwart lesbar machen.&#8220;<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/socialmediaverbot-108.webp\" alt=\"Eine Jugendliche sitzt auf dem Boden und nutzt ein Smartphone. \" title=\"Eine Jugendliche sitzt auf dem Boden und nutzt ein Smartphone.  | Elisa Schu\/dpa\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Ein Social-Media-Verbot f\u00fcr Kinder widerspricht dem Recht auf digitale Teilhabe. Dabei g\u00e4be es andere L\u00f6sungen &#8211; ein Kommentar.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/schulklasse-126.webp\" alt=\"Eine Sch\u00fclerin mit Rucksack nimmt eine Handy aus einer Halterung\" title=\"Eine Sch\u00fclerin mit Rucksack nimmt eine Handy aus einer Halterung | NDR.de\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Das Projekt von K\u00fcnstler Joachim Bosse l\u00e4sst Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die Inhalte aus Social-Media-Feeds im Rahmen einer Performance per Hand abschreiben.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/screenshot1932674.webp\" alt=\"Die B\u00fchne bei einem Theaterst\u00fcck mit digitalen Monitoren im Hintergrund und an der Seite.\" title=\"Die B\u00fchne bei einem Theaterst\u00fcck mit digitalen Monitoren im Hintergrund und an der Seite. | Screenshot\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>In einer von K\u00fcnstler Joachim Bosse inszenierten Performance haben Elftkl\u00e4ssler acht Stunden lang TikTok-Reels abgeschrieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Was das Smartphone diktiert: Sch\u00fcler-Performance mit Joachim Bosse (4 Min) Stand: 28.04.2026 10:23 Uhr Der K\u00fcnstler Joachim&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":980010,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1826],"tags":[752,29,53878,30,692,198,212408,1114,100197,2202,966,1978,11184,154],"class_list":["post-980009","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hamburg","tag-bildung","tag-deutschland","tag-diktat","tag-germany","tag-hamburg","tag-internet","tag-joachim-bosse","tag-kinder","tag-ndr-kultur","tag-projekt","tag-schule","tag-schueler","tag-schuelerinnen","tag-social-media"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116483965273455354","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/980009","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=980009"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/980009\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/980010"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=980009"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=980009"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=980009"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}