{"id":980440,"date":"2026-04-28T23:26:15","date_gmt":"2026-04-28T23:26:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/980440\/"},"modified":"2026-04-28T23:26:15","modified_gmt":"2026-04-28T23:26:15","slug":"uwe-bogen-verlaesst-das-stuttgarter-pressehaus-der-mann-fuers-gute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/980440\/","title":{"rendered":"Uwe Bogen verl\u00e4sst das Stuttgarter Pressehaus: Der Mann f\u00fcrs Gute"},"content":{"rendered":"<p>\u00c4hnlich mirakul\u00f6s erscheint der Journalismus, der in den Ulmer NPG-K\u00f6pfen herumgeistert. Dass er von &#8222;erstklassiger Qualit\u00e4t&#8220; ist, ist heute \u00fcblicher PR-Sprech, andererseits muss er billig sein, woraus ein gewisser Widerspruch entsteht, weil Qualit\u00e4t auch etwas mit der Quantit\u00e4t des Personals zu tun hat. Wom\u00f6glich war es die K\u00fcnstliche Intelligenz, welche die Seite eins der &#8222;S\u00fcdwest Presse&#8220; vom 10. April 2026 gestaltet hat. \u201cEine Gigant verl\u00e4sst die B\u00fchne\u201d steht neben einem Foto von Mario Adorf, der gestorben war. Und keiner hat&#8217;s bemerkt. Eine oder ein Gigant? Egal, Schwamm dr\u00fcber. Nur ein SWP-Leser, der den Beleg in die Redaktion schickt, ist m\u00e4chtig sauer.<\/p>\n<p>&#8222;Die Klicks, das sind Sie liebe Leser!&#8220;<\/p>\n<p>Vielleicht sollte Simmet auch mal in der &#8222;Stuttgarter Zeitung&#8220; vom 27. April nachlesen, was deren Vize-Chefredakteurin Anne Guhlich in der &#8222;Woche der Pressefreiheit&#8220; so alles zu ihrer Arbeit z\u00e4hlt: Tagelange investigative Recherche und harte Verhandlungen &#8222;mit unseren Juristen \u00fcber jedes Wort&#8220;. In diesem Stress, den einfaches Redaktionspersonal so nicht kennt, w\u00fcnscht sich Guhlich (&#8222;Gemeinsam f\u00fcr guten Journalismus&#8220;) die Solidarit\u00e4t der zahlenden Kundschaft. \u201cDie Klicks, das sind Sie, liebe Leserin und lieber Leser!\u201d, formuliert sie. \u201cWer heute anspruchsvolle Lekt\u00fcre nachfragt, wird morgen mehr davon erhalten.\u201d Das kann schwer werden, je nach Definition des Anspruchs. Simmet hat schon angek\u00fcndigt, nicht mehr als einen Anwalt f\u00fcrs Ringen &#8222;\u00fcber jedes Wort&#8220; bezahlen zu wollen.<\/p>\n<p>Der fr\u00fchere Luftwaffenoffizier b\u00fcndelt lieber die Kr\u00e4fte. F\u00fcr die \u00fcberregionale Berichterstattung hat er die &#8222;Neue Berliner Redaktionsgesellschaft&#8220; (NBR), die alle NPG-Titel mit Politik, Wirtschaft und Kultur bedient. F\u00fcr den S\u00fcdwesten unterh\u00e4lt er ein Landesb\u00fcro in Stuttgart, aus dem elf Zeitungsverlage ihre Texte abrufen k\u00f6nnen, was dazu f\u00fchrt, dass Sie, liebe Leserin und lieber Leser, \u00fcberall dieselben Autorinnen und Autoren lesen. Egal, ob Sie in Freiburg, Stuttgart, Ulm oder Finsterwalde sitzen. Und ganz neu: vier &#8222;Baden-W\u00fcrttemberg-Teams&#8220;. Sie sollen sich ab Oktober um Wirtschaft und Auto, Gesundheit und Familie, Kultur und Aktuelles k\u00fcmmern. Letzteres von sogenannten Express-Reportern. Unklar ist noch, wo die Teams angesiedelt sind, wie gro\u00df sie sein werden und wie sie sich in den wieder einmal neuen Strukturen zurechtfinden sollen. Klar ist nur, dass damit viele Journalist:innen in den Mantelredaktionen, die f\u00fcr Bund, Land und Region zust\u00e4ndig sind, ihre Jobs verlieren werden.<\/p>\n<p>Der neue Bogen ist breit aufgestellt<\/p>\n<p>Das ist nicht mehr die Welt von Uwe Bogen. Die Entwicklungen im Pressehaus h\u00e4tten ihm den &#8222;Abschied erleichtert&#8220;, bilanziert er nach 30 Jahren, in denen er gerackert hat wie ein Brunnenputzer, als Chronist der Stadtgeschichte (&#8222;Stuttgart \u2013 kleine Geheimnisse einer gro\u00dfen Stadt&#8220;) noch 20 B\u00fccher geschrieben und ein Netzwerk gestrickt hat, das seinesgleichen sucht. Weil er aber nicht f\u00fcr die Rente geschaffen ist, wie er sagt, macht er einfach weiter. Mit einem eigenen Online-Magazin, das <a href=\"https:\/\/echtstuttgart.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">&#8222;EchtStuttgart&#8220;<\/a> hei\u00dft, nach eigenen Angaben schon &#8222;irre gut l\u00e4uft&#8220; mit 50.000 Aufrufen bislang, komplex und \u00fcberraschend breit aufgestellt ist.<\/p>\n<p>Bogen h\u00e4ngt die Latte hoch, will nicht nur feiern, er will auch Haltung zeigen, die Demokratie sch\u00fctzen und zur Solidarit\u00e4t mit denen aufrufen, &#8222;denen es nicht so gut geht&#8220;. Eine Rubrik h\u00f6rt auf den Namen &#8222;Helfen macht happy&#8220;. Fr\u00fcher h\u00e4tte er wohl auf Anahita Rehbein gesetzt, die ehemalige Miss Germany, die Krach mit ihrem Fitnessstudiogatten hat. Sein Lieblingsfoto heute zeigt ihn zusammen mit den Botschaftern der Stuttgarter \u201cChildren Cancer Foundation\u201d John Miller und Alexander Pauls, die ihren aggressiven Krebs \u00fcberlebt haben und sich am 8. Mai auf eine Radtour nach Indien begeben, um \u00fcber diesen Weg Geld zu sammeln. Dar\u00fcber zu berichten und die ersten Werbeeinnahmen zu spenden, sei ihm ein Herzensanliegen, schreibt Bogen. Jetzt, wo er selbstbestimmt leben k\u00f6nne, wolle er auch noch &#8222;etwas Sinnvolles f\u00fcr die Allgemeinheit&#8220; tun. Man ist versucht, dem guten Mann ein &#8222;Weiter so!&#8220; zuzurufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00c4hnlich mirakul\u00f6s erscheint der Journalismus, der in den Ulmer NPG-K\u00f6pfen herumgeistert. 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