{"id":980962,"date":"2026-04-29T04:22:42","date_gmt":"2026-04-29T04:22:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/980962\/"},"modified":"2026-04-29T04:22:42","modified_gmt":"2026-04-29T04:22:42","slug":"zivilcourage-und-das-vertrauen-auf-die-innere-stimme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/980962\/","title":{"rendered":"Zivilcourage und das Vertrauen auf die innere Stimme"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Opernintendantin Rebekah Rota hatte zum dritten Damendialog in die Oper Wuppertal eingeladen. Im Kronleuchterfoyer ging es mit Vortr\u00e4gen, Workshop und regem Austausch um das Thema \u201eInstinktiv falsch? \u2013 Warum Frauen sich selbst hinterfragen\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Wuppertaler Damendialog versteht sich als offenes Forum an der Schnittstelle von Musiktheater, gesellschaftlicher Reflexion und pers\u00f6nlicher Erfahrung. Die Oper w\u00fcnscht sich einen interaktiven Austausch mit Wuppertaler Frauen. \u201eWir m\u00f6chten die Oper gerne st\u00e4rker in die Stadt bringen\u201c, sagte Rebekah Rota bei der Begr\u00fc\u00dfung.<\/p>\n<p>Laura Knoll stellte den Inhalt der Oper \u201eThe Lodger\u201c vor      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Seit Beginn ihrer Intendanz 2023\/24 hat Rota in jedem Jahr die Oper einer Komponistin auf den Spielplan gesetzt und zum Ankn\u00fcpfungspunkt f\u00fcr den Damendialog gemacht. \u201eDie Werke von Komponistinnen machen 30 Prozent unseres Spielplans aus, 50 Prozent der Regieteams sind weiblich\u201c, betonte sie.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aktuell ist die Oper \u201eThe Lodger\u201c der englischen Komponistin Phyllis Tate (1911-1967) zu sehen, in der weibliche Intuition eine wichtige Rolle spielt. Operndramaturgin Laura Knoll stellte anschaulich den Inhalt der Oper vor. Das Werk ist ein psychologisches Kammerspiel und ein packender Thriller zugleich. Die Musik der Komponistin Phyllis Tate ist in England sehr bekannt. Ihre spannende Oper \u201eThe Lodger\u201c erlebte am 18. April in Wuppertal aber erst die zweite Premiere. Zu dieser Premiere war Celia Frank, die Tochter der Komponistin, eigens aus England angereist.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Im Mittelpunkt der Handlung steht Emma Bunting, die zusammen mit ihrem Mann George durch Arbeitslosigkeit in finanzielle Not geraten ist. Sie nehmen einen Untermieter \u2013 \u201eLodger\u201c \u2013 auf. Der ist elegant und freundlich, zahlt die Miete f\u00fcr vier Monate im Voraus und erweist sich als finanzielle Rettung f\u00fcr das Ehepaar. Im Laufe der Handlung w\u00e4chst bei Emma der Verdacht, dass der Untermieter, der im fr\u00fcheren Kinderzimmer der erwachsenen Tochter Daisy wohnt, der gesuchte Serienm\u00f6rder \u201eJack the Ripper\u201c sein k\u00f6nnte. Die Oper, entstanden zwischen 1957 und 1960, basiert auf dem gleichnamigen Roman von Marie Belloc Lowndes (1868-1947) aus dem Jahr 1913.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Autorin war vor mehr als 100 Jahren f\u00fcr ihre \u201eTrue Crime-Romane\u201c bekannt und erz\u00e4hlt eine fiktive Geschichte im Hintergrund der Mordserie des ber\u00fchmten \u201eJack the Ripper\u201c. Der junge Polizist Joe wirbt um Buntings Tochter Daisy. Von ihm erfahren George und Emma Details \u00fcber den gesuchten M\u00f6rder. Emma erkennt in den Beschreibungen \u00c4hnlichkeiten mit ihrem Untermieter. Sie sorgt sich, schwankt zwischen Angst und Mitgef\u00fchl, zwischen Moral und finanzieller Not. Am Ende entscheidet sie, ihn nicht bei der Polizei anzuzeigen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zur Zeit, als Phyllis Tate die Oper komponierte, wurde in England zum letzten Mal die Todesstrafe vollzogen. Die Komponistin galt als eine entschiedene Gegnerin dieser Strafe. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr Emmas Handeln sind jedoch vielschichtig und werden in der Oper nicht gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Hier setzte der Vortrag von Prof. Anna Baumert an. Sie hat den Lehrstuhl f\u00fcr Sozial- und Pers\u00f6nlichkeitspsychologie an der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal und forscht zu Themen wie Zivilcourage und Intuition.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In ihrer Keynote stellte sie Bedingungen und Herausforderungen zivilcouragierten Handelns und die Abgrenzung zwischen Zivilcourage und Helfen vor. Dann gab sie Einblicke in ihre aktuelle Forschung zu Eingreifen, \u00c4ngsten, Mut, Empathie und Verantwortung in Alltagssituationen. Sie thematisierte Fragestellungen wie \u201eWollen wir, dass immer eingegriffen wird?\u201c und das einschr\u00e4nkende \u201eWas ist, wenn ich falsch liege?\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bisherige Studienergebnisse geben keine Auskunft dar\u00fcber, ob M\u00e4nner oder Frauen eher Zivilcourage zeigen. Anna Baumert ging auf viele Fragen des weiblichen Publikums ein und machte einen Exkurs in die Stressreaktionen des Nervensystems \u201eFight, Flight, Freeze\u201c (Kampf, Flucht, Erstarren). Eine Pause nutzten die etwa 20 Teilnehmerinnen f\u00fcr angeregte Gespr\u00e4che. Es folgte ein Workshop von Coach Miriam Noronha zu Intuition und dem Vertrauen auf die innere Stimme.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im Anschluss an den Dialog bestand die M\u00f6glichkeit, die Oper \u201eThe Lodger\u201c zu besuchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Opernintendantin Rebekah Rota hatte zum dritten Damendialog in die Oper Wuppertal eingeladen. 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