{"id":981455,"date":"2026-04-29T09:05:24","date_gmt":"2026-04-29T09:05:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/981455\/"},"modified":"2026-04-29T09:05:24","modified_gmt":"2026-04-29T09:05:24","slug":"hallo-leipzig-so-startet-mittwoch-der-29-april-2026-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/981455\/","title":{"rendered":"Hallo Leipzig: So startet Mittwoch, der 29. April 2026 \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Die Stadtverordnetenversammlung mu\u00df heute \u00fcber mehr als 50 Antr\u00e4ge, Vorlagen und dazugeh\u00f6rige \u00c4nderungsantr\u00e4ge abstimmen. Wird die Arbeit nicht geschafft, gehts morgen Nachmittag weiter. Ein Historiker wird f\u00fcr seine Verdienste um die Geschichte der Seiffener Schnitzkunst geehrt \u2013 und im Grassi pr\u00e4sentiert Lena Lehmann heute ihr neues Programm mit eigenen und in Lagern und Ghettos entstandenen Liedern der Shoah.<\/p>\n<p>Viel Theater im Stadtrat<\/p>\n<p>Ab 14 Uhr kommen die Leipziger Stadtverordneten zu ihrer turnusm\u00e4\u00dfigen Sitzung zusammen. Eine Beschlussvorlage der Dezernate Kultur und Allgemeine Verwaltung sieht vor, das <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/tag\/Schauspiel-Leipzig\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Schauspiel Leipzig<\/a> k\u00fcnftig von einem gleichberechtigten Dreierteam leiten zu lassen. F\u00fcr diese Reform in der Theaterf\u00fchrung war eine zuvor kontrovers diskutierte Neufassung der Betriebsordnung n\u00f6tig <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/theater\/2026\/04\/der-stadtrat-tagte-neue-betriebssatzung-schauspiel-leipzig-ermoglicht-bis-zu-drei-intendanten-653216\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">(LZ berichtete)<\/a>.<\/p>\n<p>Nach Abschluss des Auswahlverfahrens empfiehlt die Auswahlkommission dem <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/tag\/stadtrat\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Stadtrat<\/a> die Berufung von Clara Weyde, Bastian Lomsch\u00e9 und Clemens Leander zur gemeinsamen Team-Intendanz. Vorgesehen ist, dass alle drei die Betriebsleitung im Aufgabenfeld der Intendanz mit identischen Rechten und Pflichten aus\u00fcben. Die Position wird entsprechend der Ausschreibung befristet f\u00fcr f\u00fcnf Jahre vergeben und soll vom 1. August 2027 bis zum 31. Juli 2032 laufen. Neben der Intendanz-Arbeit w\u00e4ren im Vertrag weitere Aufgabenfelder festgelegt: Clara Weyde als Hausregisseurin, Clemens Leander verantwortet Kooperationen und Kost\u00fcmbild, Bastian Lomsch\u00e9 soll dramaturgische Aufgaben \u00fcbernehmen.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/3f712f3361bb4141b723d03e053b06b1.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/top-posts\/2026\/04\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/top-posts\/2026\/04\/1\"\/><\/p>\n<p>Die Konstellation verwundert nicht, denn Weyde, Leander und Lomsch\u00e9 waren nur im Dreierpack zu haben. In eben dieser Konstellation leiteten sie seit der Spielzeit 2022\/23 das Magdeburger Theater und verhalfen ihm bei einer Umfrage des Fachmagazins \u201eTheater heute\u201c im vergangenen Jahr zum Titel \u201eTheater des Jahres\u201c.<\/p>\n<p>Der bisherige Theaterchef Enrico L\u00fcbbe, bekannt durch seine <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZGsx3-RlqhM\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">DEFA-Kinderrolle als Alfons Zitterbacke<\/a>, hatte sich nicht f\u00fcr eine weitere Verpflichtung in Leipzig beworben.<\/p>\n<p>Auch <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/tag\/oper-leipzig\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">die Oper<\/a> soll nach der heutigen Ratsversammlung einen neuen Intendanten bekommen. Beworben hatten sich auf die Stelle 6 Frauen und 23 M\u00e4nner. Die Auswahlkommission schl\u00e4gt dem Stadtrat Peter Heilker zur Abstimmung vor. Er ist derzeit als Programm- und Castingdirektor sowie als stellvertretender Intendant am \u201eMusikTheater an der Wien\u201c, dem Opernhaus der Vereinigten B\u00fchnen Wien, t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Weitere Antr\u00e4ge der heutigen Stadtratssitzung befassen sich u.a. mit der Einrichtung von Stillr\u00e4umen in B\u00fcrgerb\u00fcros und Wartebereichen der \u00c4mter, gyn\u00e4kologischen Ambulanzen f\u00fcr Prostituierte, der Erm\u00f6glichung eines Freiwilligendienstes in der Verwaltung und dessen Finanzierung oder einer sinnvollen Regelung zur Nutzung sogenannter <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/06\/ist-das-gut-oder-kann-das-weg-verschenkekisten-leipzig-627787\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">\u201eVerschenkekisten\u201c<\/a>. Gegen 17 Uhr ist die zur Ratssitzung geh\u00f6rende Beantwortung von Einwohnerfragen vorgesehen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_0565.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-655387\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_0565.jpeg\" alt=\"\" width=\"4685\" height=\"3124\"  \/><\/a>Sollen das Schauspiel leiten: Clemens Leander, Bastian Lomsch\u00e9 und Clara Weyde (v.l.n.r.). Foto: Kerstin Schomburg<br \/>\nLeipzig ehrt R\u00e4ucherm\u00e4nnel-Historiker<\/p>\n<p>Im\u00a0\u201eFaust\u201c l\u00e4sst Goethe seinen mit Kumpanen munter zechenden Studenten Frosch den weltber\u00fchmt gewordenen Vergleich Leipzigs als \u201eKlein Paris\u201c verk\u00fcnden. Die heute als Lobpreisung verstandene Beurteilung war seinerzeit jedoch wenig schmeichelhaft gemeint. Im 15. Jahrhundert, der Zeit von <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/tag\/goethe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Goethes<\/a> Faust-Geschehen, war <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/tag\/paris\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Paris<\/a> nicht die romantische Stadt von Liebe, Stil und Schn\u00f6rkel, sondern, kurz gesagt, ein Loch von schlechtester Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Nur wenig sp\u00e4ter wurde Leipzig selbst ein \u00e4hnlicher Vergleich zuteil. Jedoch nicht zynisch belustigt, sondern in echter Anerkennung. Das <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/tag\/erzgebirge\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">erzgebirgische<\/a> Gr\u00fcnhainichen avancierte im Sprachgebrauch der damaligen Zeit zu Klein Leipzig. Seiner pfiffigen Verleger wegen. Dies tiefer erforscht und die bisher bekannten Aktivit\u00e4ten durch neue Erkenntnisse erg\u00e4nzt zu haben, verdankt Leipzig dem Historiker Dr. Robin Richter.<\/p>\n<p>Die Horst-Springer-Stiftung verleiht ihm in Kooperation mit dem Historischen Seminar der <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/tag\/uni-leipzig\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Universit\u00e4t Leipzig<\/a> heute Abend den Promotionspreis f\u00fcr seine Dissertation \u201eDie Anf\u00e4nge des erzgebirgischen Holz- und Spielwarenhandels \u2013 eine Fallstudie zu Gr\u00fcnhainichen und Umgebung\u201c.<\/p>\n<p>Der Hintergrund sei knapp erkl\u00e4rt: Im weltber\u00fchmten Seiffen verstand man sich aufs Schnitzen. Aber die K\u00fcnstler lebten und arbeiteten im wahrsten Sinne des Wortes hinterm Berg. Die n\u00e4chsten Gleise samt der dazugeh\u00f6rigen Investoren, wie man die damaligen \u201eVerleger\u201c heute nennen w\u00fcrde, also Menschen, die Geld f\u00fcr k\u00fcnftige Erfolge \u201evorlegten\u201c, befanden sich zur Entstehungsphase der Holzk\u00fcnste in Gr\u00fcnhainichen, heute einen siebenst\u00fcndigen Fu\u00dfmarsch entfernt.<\/p>\n<p>Die feierliche Preisverleihung beginnt um 18 Uhr in der Bibliotheca Albertina (Beethovenstra\u00dfe), die Laudatio h\u00e4lt Prof. Dr. Julia Schmidt-Funke, Proffesorin f\u00fcr Geschichte der fr\u00fchen Neuzeit. Im Anschluss stellt der Preistr\u00e4ger in einem Vortrag zentrale Ergebnisse seiner Forschung vor und erl\u00e4utert die Entwicklung des fr\u00fchen Handels in Gr\u00fcnhainichen und Umgebung. Die Auszeichnung ist mit 1.000 Euro dotiert.<\/p>\n<p>Der Namensgeber der Auszeichnung, Horst Springer, wurde am 5. Juli 1926 in Leipzig geboren, besuchte die Thomasschule, war ab 1950 Inhaber der ber\u00fchmten R\u00f6sterei \u201eSchirmer Kaffee\u201c, fl\u00fcchtete noch im selben Jahr aus der <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/tag\/ddr\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">damaligen DDR<\/a> und baute sein Unternehmen in Dortmund neu auf. 1992 gr\u00fcndete er die Horst-Springer-Stiftung f\u00fcr Neuere Geschichte Sachsens und wurde f\u00fcr sein Engagement 2000 zum Ehrensenator der Universit\u00e4t Leipzig ernannt. Horst Springer starb am 5. April 2002.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_0566.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-655432\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_0566.jpeg\" alt=\"\" width=\"1563\" height=\"1043\"  \/><\/a>Das kleine Gr\u00fcnhainichen verhalf nicht nur dem heute ber\u00fchmteren Seiffen zu weltweitem Erfolg. Von 1874 bis 1954 leistete sich das \u00d6rtchen sogar eine eigene Berufsschule f\u00fcr Spielwaren. Foto: Deutsche Fotothek, SLB Dresden<br \/>\nLieder der Shoah: Lena Lehmann im Grassi<\/p>\n<p>Zu ihrem neuen Programm sagt Lena Lehmann: \u201eWenn wir \u00fcber j\u00fcdisches Leben sprechen, \u00fcber j\u00fcdische Kultur, kommen wir an zwei Themen nicht vorbei: an der Musik und an der Shoah.\u201c<\/p>\n<p>Seit 2001 lebt die K\u00fcnstlerin in Leipzig, hat ihre gro\u00dfe Liebe in j\u00fcdischer Musik und Kultur gefunden, engagiert sich gegen Antisemitismus und f\u00fcr die Sichtbarkeit j\u00fcdischen Lebens. Sie singt im <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/tag\/synagogalchor\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Leipziger Synagogalchor<\/a> und ist Teil des <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/tag\/leipziger-liederszene\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">\u201eLeipziger Liederszene e. V.\u201c<\/a><\/p>\n<p>Heute Abend begeht sie mit ihrem Programm \u201eBlumen &amp; Brot\u201c im Grassi Museum Premiere. Begleitet von Ukulele oder Klavier singt sie in Lagern und Ghettos entstandene Lieder auf Jiddisch und Deutsch und erg\u00e4nzt sie durch eigene St\u00fccke. Dazu erz\u00e4hlt sie die Geschichten dieser Lieder und vor allem auch die der Menschen, die mit ihnen in Verbindung stehen.<\/p>\n<p>Nach einem Besuch der einstigen Vernichtungs- und heutigen Gedenkst\u00e4tte Auschwitz entstand in der Musikerin das Bed\u00fcrfnis, einen eigenen k\u00fcnstlerischen Beitrag zum Gedenken an die Opfer der Shoah zu leisten. Es folgte eine Zeit konzentrierter Recherche, des Arrangierens und der intensiven Auseinandersetzung mit der Shoah sowie mit j\u00fcdischer Kultur und Musik.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr, der Eintritt ist frei.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_0569.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-655470\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_0569.jpeg\" alt=\"\" width=\"3566\" height=\"2377\"  \/><\/a>Gedenkt mit historischen und neuen Liedern der Shoah-Opfer. Lena Lehmann singt heute Abend im Grassi-Museum. Foto: Marta Nowicki<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Stadtverordnetenversammlung mu\u00df heute \u00fcber mehr als 50 Antr\u00e4ge, Vorlagen und dazugeh\u00f6rige \u00c4nderungsantr\u00e4ge abstimmen. 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