{"id":981460,"date":"2026-04-29T09:08:15","date_gmt":"2026-04-29T09:08:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/981460\/"},"modified":"2026-04-29T09:08:15","modified_gmt":"2026-04-29T09:08:15","slug":"2nd-celluloid-golem-international-puppet-art-festival","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/981460\/","title":{"rendered":"\u201e2nd Celluloid Golem International Puppet Art Festival\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wenn Michal Svironi am Donnerstag, 7. Mai, die B\u00fchne im FFT D\u00fcsseldorf betritt, bringt sie mehr mit als nur ein Theaterst\u00fcck. Ihre Arbeit \u201eCarte Blanche\u201c ist pers\u00f6nlich, politisch und aktuell brisant. Als israelische K\u00fcnstlerin sieht sie sich seit dem 7. Oktober mit einer Realit\u00e4t konfrontiert, die auch ihre internationale Arbeit massiv beeinflusst. \u201eViele T\u00fcren haben sich geschlossen\u201c, sagt sie. Einladungen wurden zur\u00fcckgezogen, Gastspiele abgesagt. Dabei trifft es oft nicht die politischen Entscheidungstr\u00e4ger, sondern die K\u00fcnstler selbst. \u201eWenn man uns boykottiert, gibt man den Regierungen eigentlich mehr Macht\u201c, so Svironi.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dass sie nun dennoch in Deutschland auftritt, ist alles andere als selbstverst\u00e4ndlich. Reisen sind komplizierter geworden, die Resonanz ambivalent. Und doch steht sie auf der B\u00fchne \u2013 \u201ein einem Raum voller Erinnerungen\u201c, wie sie beschreibt, mit den Stimmen ihrer Vorfahren im R\u00fccken. Ihre Gro\u00dfeltern \u00fcberlebten den Holocaust, ein Erbe, das in \u201eCarte Blanche\u201c unmittelbar pr\u00e4sent ist.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das St\u00fcck ist weit entfernt von klassischem Puppentheater. Svironi nennt ihre Form \u201eMal-Theater\u201c: eine Verbindung aus Performance und Live-Malerei. Bilder entstehen auf der B\u00fchne, werden ver\u00e4ndert, \u00fcbermalt, zerst\u00f6rt. \u201eEs gibt Dinge, die Worte nicht ausdr\u00fccken k\u00f6nnen\u201c, sagt sie. \u201eBilder sprechen f\u00fcr sich und wirken weiter.\u201c So entsteht eine visuelle Sprache, die Erinnerungen, Traumata und famili\u00e4re Muster sichtbar macht \u2013 und zugleich transformiert.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im Zentrum steht eine einfache, aber radikale Frage: Ist ein Neuanfang, eine Art Rest m\u00f6glich? Oder sind wir dazu verdammt, Schmerz und Angst weiterzugeben? Svironi selbst bleibt skeptisch: \u201eEs ist sehr kompliziert. Ein St\u00fcck allein kann das nicht l\u00f6sen. Aber es kann etwas in Bewegung bringen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mit diesem eindringlichen St\u00fcck wird ein Festival er\u00f6ffnet, das bewusst mit Erwartungen bricht. Denn Puppentheater \u2013 das soll das \u201e2nd Celluloid Golem International Puppet Art Festival 2026\u201c zeigen \u2013 ist l\u00e4ngst keine Dom\u00e4ne f\u00fcr Kinder mehr. Im Gegenteil: \u201eViele Arbeiten sind komplex, manchmal d\u00fcster \u2013 und richten sich eher an Erwachsene\u201c, erkl\u00e4rt Kuratorin, Ilanit Magarshak-Riegg vom B\u00fchnencomic-Duo half past selber schuld. Urspr\u00fcnglich 2018 aus einem Filmprojekt hervorgegangen, verbindet das Festival jetzt Theater, Kurzfilm, Installation und Performance. Der Neustart nach der Pandemie erforderte Zeit: F\u00f6rderantr\u00e4ge mussten geschrieben, internationale Kooperationen auf den Weg gebracht werden. Doch die Szene sei gut vernetzt \u2013 von den <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/usa\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> bis China, von Europa bis S\u00fcdamerika. \u201eWir sind nicht riesig\u201c, sagt Magarshak-Riegg, \u201eaber unglaublich vielf\u00e4ltig.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ein zentraler Bestandteil ist die Ausstellung \u201eThe Art of Puppetry\u201c im Theatermuseum D\u00fcsseldorf, die bereits am Sonntag, 3. Mai, anl\u00e4uft. Dort treffen internationale Positionen aus Brasilien, Kanada, den USA und Europa aufeinander. \u201eDie Arbeiten sind oft experimentell, manchmal verst\u00f6rend \u2013 und er\u00f6ffnen neue Perspektiven auf K\u00f6rper, Material und Bewegung\u201c, sagt die Kuratorin ein. Auch das Filmprogramm geh\u00f6rt zu den Highlights: Unter dem Titel \u201eBest of Puppet Shorts\u201c werden au\u00dfergew\u00f6hnliche Kurzfilme gezeigt \u2013 von Stop-Motion-Produktionen bis zu dokumentarischen Arbeiten. Viele dieser Filme sind sonst kaum zug\u00e4nglich, laufen nur auf spezialisierten Festivals oder entziehen sich klassischen Kategorien. \u201eDie Schublade f\u00fcr Puppenfilm ist sehr klein\u201c, so Magarshak-Riegg. \u201eHier bekommt man die seltene Gelegenheit, diese Arbeiten \u00fcberhaupt zu sehen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Erstmals in D\u00fcsseldorf findet zudem am Freitag, 8. Mai, ein \u201ePuppet Slam\u201c statt \u2013 ein Format, das aus den USA stammt. K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler pr\u00e4sentieren dabei in wenigen Minuten kurze, oft \u00fcberraschende Performances mit Puppen oder Objekten. Der Charme liegt im Unvorhersehbaren: \u201eToo short to suck\u201c, hei\u00dft es augenzwinkernd. Interessierte k\u00f6nnen sich noch f\u00fcr die Teilnahme anmelden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Erg\u00e4nzt wird das Programm durch Workshops, etwa zum Puppenfilm oder Schattenspiel mit Overhead-Projektionen. Bis Sonntag, 10. Mai, dreht sich alles um die Welt der Puppen im FFT D\u00fcsseldorf. Jetzt Karten sichern, lohne sich, meint Magarshak-Riegg. \u201eEinige Angebote sind bereits stark nachgefragt, die Pl\u00e4tze begrenzt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn Michal Svironi am Donnerstag, 7. 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