{"id":981748,"date":"2026-04-29T11:47:18","date_gmt":"2026-04-29T11:47:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/981748\/"},"modified":"2026-04-29T11:47:18","modified_gmt":"2026-04-29T11:47:18","slug":"nicht-in-die-hose-gegangen-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/981748\/","title":{"rendered":"(Nicht) In die Hose gegangen \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>Drei\u00dfig Jahre Krieg. Undenkbar. Inmitten dieses \u00bbersten gro\u00dfen Krieges\u00ab im 17. Jahrhundert taucht der Soldat Rose in einem abgelegenen protestantischen Dorf auf. Rose behauptet, der rechtm\u00e4\u00dfige Erbe eines seit langer Zeit verlassenen Gutshofs zu sein. Seinen Anspruch macht er mit einem Dokument geltend. Er strebt nach Anerkennung und Integration in der eingeschworenen Dorfgemeinschaft. Sein Erscheinen zieht jedoch deren Misstrauen auf sich. Den Fremden umgibt ein Geheimnis \u2013 tats\u00e4chlich steckt hinter Rose eine Frau, die eine falsche Identit\u00e4t und ein anderes Geschlecht angenommen hat, um ihr Gl\u00fcck zu finden.<\/p>\n<p>Mit der Figur des Soldaten Rose hat die Charakterdarstellerin Sandra H\u00fcller eine neue Herausforderung gefunden. Nach der Frau eines SS-Kommandanten in \u00bbZone of Interest\u00ab und einer angeklagten Witwe in \u00bbAnatomie eines Falls\u00ab stellt sie in Markus Schleinzers \u00bbRose\u00ab eine \u00bbFrau, die vorgibt, ein Mann zu sein\u00ab dar, wie H\u00fcller im Rahmen der Pressekonferenz der diesj\u00e4hrigen Berlinale \u2013 wo der Film am 15. Februar Premiere hatte \u2013 betonte: \u00bbIch spiele keinen Mann.\u00ab Und doch ist diese Rolle f\u00fcr sie eine auch k\u00f6rperliche Transformation. Nicht nur die Stimme wirkt fester, betonter, auch ihr Schauspiel tr\u00e4gt \u00bbm\u00e4nnliche\u00ab Z\u00fcge, solange sich Rose als Mann ausgibt. F\u00fcr den \u00f6sterreichischen Regisseur Markus Schleinzer war H\u00fcller die einzige Wahl f\u00fcr die Rolle der Rose. Er sch\u00e4tzt an ihr \u00bbdieses enorme Talent, diese bezwingende Logik gepaart mit einer extremen Ehrlichkeit und Uneitelkeit in ihrem Spiel.\u00ab H\u00fcller, so habe er im Gespr\u00e4ch mit anderen Darstellerinnen erfahren, sei zudem enorm wichtig \u00bbf\u00fcr nachfolgende Generationen an Schauspielerinnen\u00ab.<\/p>\n<p>Schleinzer hat vor acht Jahren mit seiner Recherche zu \u00bbRose\u00ab begonnen. Auf Basis der Informationen, die er in alten Schriften und Nacherz\u00e4hlungen fand, begann er ein Romanfragment zu schreiben. Mehr als tausend Seiten umfasste am Ende die Geschichte der fiktiven Figur Rose, von der Geburt bis zum Tod. Mit dem Drehbuchautor Alexander Brom konzentrierte er sich auf das letzte Kapitel ihres Lebens. \u00bbIch bin auf an die 300 Geschichten von Frauen gesto\u00dfen, die \u00fcber etwa drei Jahrhunderte hinweg aus unterschiedlichsten Gr\u00fcnden \u203aden Weg in die Hose\u2039 genommen haben.\u00ab Gr\u00fcnde f\u00fcr Frauen, \u00bbin die Hose zu steigen\u00ab, waren mannigfaltig, so Schleinzer: \u00bbEs erleichterte den Zugang zu Arbeit. Es war die Hoffnung, Vergewaltigungen oder Zwangsheiraten zu entgehen, dadurch selbstbestimmter zu leben\u00ab, die Frauen antrieb. \u00bbWer ein selbstbestimmtes Leben f\u00fchren, Zugang zu Bildung und Besitz haben wollte, der tat gut daran, ein Mann zu sein oder zumindest eine Hose zu tragen.\u00ab Immer wieder stellte Schleinzer fest: \u00bbIn dem Moment, in dem sie sich dieses St\u00fcckchen Stoff angelegt haben, war diese Freiheit, diese Autonomie sofort gegeben.\u00ab<\/p>\n<p>Bereits mit seinem letzten Film \u00bbAngelo\u00ab behandelte Markus Schleinzer einen historischen Stoff. Darin wird zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein afrikanischer Sklavenjunge von einer europ\u00e4ischen Comtesse ausgesucht, um getauft und ausgebildet zum Wiener Hofmaskottchen zu werden. Diesmal setzte Schleinzer die Geschichte in starken Schwarz-Wei\u00df-Bildern in Szene. Weniger, um das Historische zu unterstreichen, sondern vielmehr f\u00fcr die Fokussierung. \u00bbEs bringt die Geschichte manchmal zur\u00fcck zu den Menschen. Wir konzentrieren uns ganz auf die Handlung, nicht darauf, welche Farbe ein Kleid oder eine Uniform hat.\u00ab F\u00fcr \u00bbRose\u00ab holte er auch Robert Gwisdek und Godehard Giese ins Ensemble. Caro Braun ist als Roses Partnerin Suzanna eine Entdeckung. Marisa Growaldt f\u00fchrt als Erz\u00e4hlerin durch die Geschichte. Dadurch gewinnt der Film die Hoheit der Narration, die Distanz des Blicks auf die Ereignisse. Vor allem H\u00fcllers Spiel geht dabei unter die Haut.<\/p>\n<p>Gedreht wurde im Harz in Sachsen-Anhalt und in Nieder\u00f6sterreich. Die Leipziger Produktionsfirma Row Pictures, die bereits \u00bb3 Tage in Quiberon\u00ab und \u00bbIrgendwann werden wir uns alles erz\u00e4hlen\u00ab mit Regisseurin Emily Atef sowie Sandra H\u00fcller in \u00bbZwei zu Eins\u00ab produzierte, war mit an Bord. Auch die Tonbearbeitung ist in Leipzig entstanden. Sandra H\u00fcller bleibt ihrer kontrastreichen Rollenwahl treu: Ende M\u00e4rz wird sie neben Ryan Gosling auch im Science-Fiction-Film \u00bbDer Astronaut\u00ab zu sehen sein.\u00a0<\/p>\n<p>&gt; \u00bbRose\u00ab: ab 30.4. (dem Geburtstag der Hauptdarstellerin) im Kino<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Drei\u00dfig Jahre Krieg. Undenkbar. Inmitten dieses \u00bbersten gro\u00dfen Krieges\u00ab im 17. 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