{"id":983473,"date":"2026-04-30T04:05:14","date_gmt":"2026-04-30T04:05:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/983473\/"},"modified":"2026-04-30T04:05:14","modified_gmt":"2026-04-30T04:05:14","slug":"spatenstich-unter-protest-start-fuer-a59-bruecke-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/983473\/","title":{"rendered":"Spatenstich unter Protest: Start f\u00fcr A59-Br\u00fccke"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Mit einem symbolischen Spatenstich will der Bund am Montagnachmittag in Duisburg das Startsignal f\u00fcr eines der umstrittensten Autobahnprojekte im Ruhrgebiet geben: den Neubau der maroden A59-Br\u00fccke \u00fcber Ruhr und Hafengel\u00e4nde, bekannt als Berliner Br\u00fccke. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) und der oberste Chef der Autobahn GmbH, Michael G\u00fcntner, haben sich pers\u00f6nlich angek\u00fcndigt \u2013 doch nicht alle warten mit offenen Armen auf sie.<\/p>\n<p>Die Berliner Br\u00fccke ist auf 1,8 Kilometern L\u00e4nge ein ganzes Geflecht aufeinanderfolgender Bauwerke: Sie f\u00fchrt \u00fcber mehrere Stra\u00dfen, Bahngleise, die Ruhr, den Rhein-Herne-Kanal und ein Hafenbecken. Im Oktober 2024 wurden neue erhebliche M\u00e4ngel festgestellt, die vor allem die Tragf\u00e4higkeit f\u00fcr schwere Lastwagen betreffen \u2013 seitdem ist die A59 dort f\u00fcr den Schwerlastverkehr gesperrt.<\/p>\n<p>Br\u00fccke als Hafenanschluss &#8211; Ausfall w\u00e4re \u00abKatastrophe\u00bb<\/p>\n<p>Die Br\u00fccke verbindet den gr\u00f6\u00dften Binnenhafen der Welt mit zahlreichen Industrie- und Logistikfl\u00e4chen im Umland \u2013 ein Ausfall w\u00e4re nach Einsch\u00e4tzung der Autobahn GmbH \u00abeine Katastrophe\u00bb.<\/p>\n<p>Der Br\u00fcckenbau soll dabei nur ein erster Teil und der Startschuss f\u00fcr ein weit gr\u00f6\u00dferes Projekt sein, mit dem die Autobahn GmbH die A59 in Duisburg auf 6,7 Kilometern grundlegend sanieren und sechsspurig ausbauen will \u2013 inklusive einer verbesserten Anbindung an das Autobahnkreuz Duisburg (A40) und das Kreuz Duisburg-Nord (A42). F\u00fcr das Gesamtprojekt gibt es noch kein Baurecht. Wegen der besonderen Dringlichkeit hat das Fernstra\u00dfen-Bundesamt aber mit einer vorl\u00e4ufigen Anordnung den fr\u00fchzeitigen Baubeginn an der Berliner Br\u00fccke erlaubt.<\/p>\n<p>Tunnel oder Hochstra\u00dfe &#8211; Stadt droht mit Klage<\/p>\n<p>Die Stadt Duisburg lehnt den von der Autobahn GmbH favorisierten Ausbau als Hochstra\u00dfe im Stadtteil Meiderich wegen L\u00e4rm und Umweltbelastung strikt ab und fordert stattdessen einen Tunnel. Im Stadtteil Hamborn verlangt sie zus\u00e4tzlich eine \u00dcberdeckelung der geplanten Troglage. Die Autobahn GmbH hat diese Forderungen auf der Grundlage einer Machbarkeitsstudie jedoch zur\u00fcckgewiesen: Ein Tunnel w\u00fcrde rund 2,3 Milliarden Euro mehr kosten und die Bauzeit von 6,5 auf 12 Jahre nahezu verdoppeln, argumentiert sie.<\/p>\n<p>Die Fronten sind verh\u00e4rtet. Oberb\u00fcrgermeister S\u00f6ren Link (SPD) bezeichnete die Pl\u00e4ne einer erweiterten Hochstra\u00dfe als \u00abverkehrspolitische Ma\u00dfnahmen aus der Mottenkiste der 1960er Jahre\u00bb und schloss eine Klage ausdr\u00fccklich nicht aus. \u00abWir werden alle rechtlichen und politischen Mittel aussch\u00f6pfen\u00bb, lie\u00df er mitteilen.<\/p>\n<p>Autobahn GmbH verweist auf L\u00e4rmschutz<\/p>\n<p>Eine erweiterte Autobahn im Duisburger Norden h\u00e4tte in Hochlage laut Stadtangaben eine \u00abRegelbreite\u00bb von 46 Metern \u2013 mit einem Abstand zur benachbarten Bebauung von teilweise unter zehn Metern, argumentieren die Gegner. Ein B\u00fcrgerverein in Duisburg-Meiderich plant am Montag eine Protestkundgebung am Rande des Spatenstichs.<\/p>\n<p>Alle fundierten Hinweise und Forderungen und die \u00fcber 1.400 schriftlichen Einwendungen gegen die Hochtrasse w\u00fcrden ignoriert &#8211; \u00abdas ist menschenverachtend\u00bb, schrieb der Vereinsvorsitzende Peter Dahmen. Deshalb werde der Verein demonstrieren. \u00abBringen Sie gerne alles mit, was Krach macht\u00bb, hie\u00df es in einem Aufruf.<\/p>\n<p>Dem h\u00e4lt die Autobahn GmbH umfangreiche L\u00e4rmschutzma\u00dfnahmen wie Schutzw\u00e4nde und l\u00e4rmmindernde Fahrbahnbel\u00e4ge entgegen, die eine \u00abdeutlich sp\u00fcrbare Verbesserung\u00bb zum Ist-Zustand br\u00e4chten. Die Autobahn GmbH hat ein B\u00fcrgertelefon eingerichtet, um \u00fcber ihre Pl\u00e4ne zu informieren.<\/p>\n<p>Zeitdruck: Die alte Br\u00fccke h\u00e4lt nur noch bis 2029<\/p>\n<p>Zeit f\u00fcr lange Rechtsstreitigkeiten haben die Beteiligten nicht. Nach aktuellen Prognosen h\u00e4lt die alte Br\u00fccke noch bis 2029 \u2013 dann soll nach den bisherigen Planungen die erste neue Teilbr\u00fccke f\u00fcr den Verkehr in Richtung S\u00fcden fertig sein. Anschlie\u00dfend soll die alte Konstruktion abgerissen und eine zweite Br\u00fccke f\u00fcr den Gegenverkehr errichtet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit einem symbolischen Spatenstich will der Bund am Montagnachmittag in Duisburg das Startsignal f\u00fcr eines der umstrittensten Autobahnprojekte&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":983474,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1838],"tags":[3364,29,3715,30,1209,45],"class_list":{"0":"post-983473","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duisburg","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-duisburg","11":"tag-germany","12":"tag-nordrhein-westfalen","13":"tag-texttospeech"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116491683452953494","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/983473","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=983473"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/983473\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/983474"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=983473"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=983473"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=983473"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}