{"id":983553,"date":"2026-04-30T04:50:18","date_gmt":"2026-04-30T04:50:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/983553\/"},"modified":"2026-04-30T04:50:18","modified_gmt":"2026-04-30T04:50:18","slug":"der-bundesnachrichtendienst-hatte-bin-laden-schon-frueh-im-blick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/983553\/","title":{"rendered":"Der Bundesnachrichtendienst hatte bin Laden schon fr\u00fch im Blick"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/unterlagen-bin-laden-100.jpg\" alt=\"Unterlagen \u00fcber Osama bin Laden liegen nebeneinander.\" title=\"Unterlagen \u00fcber Osama bin Laden liegen nebeneinander. | Florian Flade\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 30.04.2026 \u2022 05:15 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Vor 15 Jahre wurde der Terrorist bin Laden von US-Spezialkr\u00e4ften in Pakistan get\u00f6tet. Dem WDR liegen Akten des BND vor, die zeigen: Der deutsche Auslandsnachrichtendienst beobachtete den Islamisten schon Anfang der 1990er-Jahre.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/flade-103.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Florian Flade, WDR\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/flade-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">US-Spezialkr\u00e4fte t\u00f6teten vor 15 Jahren in einer n\u00e4chtlichen Operation in Pakistan den damals meist gesuchten Mann der Welt &#8211; Osama bin Laden. Der Islamist, der sich wohl jahrelang in einem Anwesen in der Stadt Abbottabad versteckt hatte, galt als Drahtzieher der 9\/11-Anschl\u00e4ge. Das von ihm gegr\u00fcndete und gef\u00fchrte Terrornetzwerk Al Kaida hatte zahllose Attentate mit Tausenden Toten rund um den Globus ver\u00fcbt.<\/p>\n<p>Der breiten \u00d6ffentlichkeit war bin Laden erst nach den Selbstmordanschl\u00e4gen mit entf\u00fchrten Passagierflugzeugen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington am 11. September 2001 bekannt geworden. Dabei war der Al-Kaida-Anf\u00fchrer zu diesem Zeitpunkt schon lange im Fokus von Geheimdiensten &#8211; auch des Bundesnachrichtendienstes (BND).<\/p>\n<p>Dem WDR liegen historische Akten des BND zu bin Laden vor, die nun erstmals ausgewertet werden konnten. Die Unterlagen zeigen: Schon Anfang der 1990er-Jahre interessierte sich der deutsche Auslandsnachrichtendienst f\u00fcr den sp\u00e4teren Top-Terroristen.<\/p>\n<p>    Akten bis 1994 offengelegt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der BND sammelte Erkenntnisse \u00fcber bin Laden, der sich damals im Sudan aufhielt und im Begriff war, sein Al-Kaida-Netzwerk aufzubauen. Auch mit anderen Geheimdiensten, so zeigen die historischen Akten, sprach der BND schon damals \u00fcber den sp\u00e4teren Drahtzieher der 9\/11-Attentate.<\/p>\n<p>Die Unterlagen des BND wurden auf Antrag des WDR freigegeben. Aufgrund der gesetzlichen Schutzfrist muss der Dienst nur Dokumente bis einschlie\u00dflich des Jahres 1994 offenlegen. Neuere Erkenntnisse zu bin Laden, der in den Akten als &#8222;Usama Ben Ladin&#8220; bezeichnet wird, sind daher nicht enthalten.<\/p>\n<p>Aus den Dokumenten ist ersichtlich, dass der BND seine Informationen \u00fcber den Extremisten nicht nur aus \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichem Material wie Medienberichten generierte. Es finden sich auch Hinweise, die offenbar durch die sogenannte technische Aufkl\u00e4rung, also die \u00dcberwachung von Kommunikation erlangt wurden, von menschlichen Quellen stammte oder aus den BND-Residenturen, den Au\u00dfenstellen des Dienstes in deutschen Botschaften im Nahen Osten.<\/p>\n<p>    &#8222;Militanter Moslem Million\u00e4r&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In einem BND-Vermerk von 1994 wird bin Laden als &#8222;Militanter Moslem Million\u00e4r&#8220; bezeichnet und als &#8222;verblendeter saudi-arabischer Kr\u00f6sus&#8220;. Er unterst\u00fctze militante Gruppierungen im Nahen Osten, unterhalte Verbindungen zu Terrorverd\u00e4chtigen, und arbeite aktiv am Sturz des saudi-arabischen K\u00f6nigshauses, so steht es in den BND-Akten.<\/p>\n<p>Bin Laden entstammte einer wohlhabenden saudi-arabischen Familie mit Wurzeln im Jemen, sein Vater kam insbesondere durch gro\u00dfe Bauprojekte zu viel Geld. In den 1980er-Jahren zog bin Laden nach Afghanistan und unterst\u00fctzte die afghanischen Mudschaheddin im Kampf gegen die Sowjetunion, die das Land milit\u00e4risch besetzt hatte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Er sammelte Islamisten aus zahlreichen L\u00e4ndern um sich, darunter nicht nur Freiwillige aus arabischen Staaten, sondern auch aus Europa. Es waren die Anf\u00e4nge eines internationalen Netzwerkes von militanten Extremisten, das schlie\u00dflich Al Kaida, Arabisch f\u00fcr &#8222;die Basis&#8220;, genannt wurde.<\/p>\n<p>    Abkehr von Saudi-Arabien und Aufruf zum &#8222;Heiligen Krieg&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach dem Abzug der Sowjets aus Afghanistan 1989 verlagerte bin Laden seine Aktivit\u00e4ten zun\u00e4chst wieder in den Nahen Osten. Nachdem Saudi-Arabien die USA im Ersten Golfkrieg gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein unterst\u00fctzte, brach bin Laden mit dem saudi-arabischen K\u00f6nigshaus, dem er die Abkehr vom wahren Islam vorwarf. Gleichzeitig rief bin Laden seine Anh\u00e4ngerschaft zum &#8222;Heiligen Krieg&#8220; gegen die USA und ihre Verb\u00fcndeten auf.<\/p>\n<p>&#8222;Der saudische Gro\u00dfunternehmer Usama BEN LADIN z\u00e4hlt seit den fr\u00fchen achtziger Jahren zu den wichtigen, transnational agierenden F\u00f6rderern islamistischer Gruppierungen&#8220;, hei\u00dft es in einem Personagramm des BND zu bin Laden aus dem Jahr 1994. &#8222;BEN LADIN wird als eine die \u00d6ffentlichkeit nicht suchende, im unmittelbaren Kontakt jedoch charismatisch wirkende Pers\u00f6nlichkeit beschrieben.&#8220;<\/p>\n<p>    Exil im Sudan<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nachdem der Al-Kaida-Anf\u00fchrer ins Exil in den Sudan ausgewandert war, trug der BND verschiedene Informationen \u00fcber seine dortigen Aktivit\u00e4ten zusammen. &#8222;Vermutlich Anfang des Jahres 1993 begab sich Usama BEN LADIN nach Khartoum, wo er seither mit etwa 200 Anh\u00e4ngern lebt. Sein Haus befindet sich im Stadtviertel Al-Riyadh; f\u00fcr seine Mitarbeiter sind bis zu 25 Wohnungen im Stadtviertel Al-Ta&#8217;if angemietet&#8220;, hei\u00dft es in den Akten.<\/p>\n<p>&#8222;BEN LADIN leitet in Sudan mehrere Firmen (\u2026) Bet\u00e4tigungsfelder der Firma liegen im Hoch-und Tiefbau sowie in der Landwirtschaft&#8220;, ist in den BND-Unterlagen vermerkt. Zahlreiche ehemalige Afghanistank\u00e4mpfer soll bin Laden damals in diesen Firmen angestellt haben.<\/p>\n<p>&#8222;Sein Hauptquartier befindet sich in der Gegend um Al Arusa, in der N\u00e4he der Stadt Suakin am Roten Meer. Die Truppe ist auf drei Lager verteilt. Als Tarnung betreiben sie H\u00fchnerzucht und Landwirtschaft&#8220;, hei\u00dft es in den Akten. &#8222;In Sudan steht BEN LADIN als reicher Gesch\u00e4ftsmann, Investor und F\u00f6rderer der islamischen Sache in hohem Ansehen.&#8220;<\/p>\n<p>    Keine Prognosen \u00fcber k\u00fcnftige Terroranschl\u00e4ge<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der BND brachte in Erfahrung, dass bin Laden damals offenbar vom Sudan aus Waffen an islamistische Gruppierungen in der Region lieferte, sowie K\u00e4mpfer schleuste &#8211; etwa nach Algerien, in den Jemen und nach \u00c4gypten. Auch, dass der Islamist einen Mordanschlag im Sudan \u00fcberlebte, der offenbar von noch radikaleren Extremisten ver\u00fcbt worden war, hielt der BND in seinen Akten fest.<\/p>\n<p>Den wachsenden Konflikt mit dem saudi-arabischen K\u00f6nigshaus analysierte der BND ebenfalls, vermerkt sind Meldungen, wonach seine Familie mit bin Laden offenbar gebrochen hatte. Und dass die saudi-arabischen Beh\u00f6rden ihm wohl die Staatsb\u00fcrgerschaft entzogen.<\/p>\n<p>In den BND-Akten aus den Jahren 1993 und 1994, die bislang freigegeben wurden, finden sich keine Prognosen dar\u00fcber, dass bin Laden in den Folgejahren f\u00fcr mehrere der schwersten Terroranschl\u00e4ge gegen US-amerikanische und andere westliche Ziele verantwortlich sein w\u00fcrde. Zu jener Zeit wurde der Islamist offenbar vor allem als eine Gefahr f\u00fcr arabische Regime gesehen, zu deren Sturz er aufrief.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 30.04.2026 \u2022 05:15 Uhr Vor 15 Jahre wurde der Terrorist bin Laden von US-Spezialkr\u00e4ften in Pakistan get\u00f6tet.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":983554,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[210892,213034,27203,13,14,15,12,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-983553","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-al-kaida","9":"tag-bin-laden","10":"tag-bnd","11":"tag-headlines","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-top-news","16":"tag-top-meldungen","17":"tag-topmeldungen","18":"tag-topnews","19":"tag-welt","20":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116491860695766044","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/983553","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=983553"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/983553\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/983554"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=983553"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=983553"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=983553"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}