{"id":984157,"date":"2026-04-30T10:51:11","date_gmt":"2026-04-30T10:51:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/984157\/"},"modified":"2026-04-30T10:51:11","modified_gmt":"2026-04-30T10:51:11","slug":"sweet-kommen-in-die-region-glitzernde-ausserirdische-kusel-mannheim-neustadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/984157\/","title":{"rendered":"Sweet kommen in die Region: Glitzernde Au\u00dferirdische &#8211; Kusel\/Mannheim\/Neustadt"},"content":{"rendered":"<p class=\"rhp-dpa-teaser\"><b>Machen sie weiter? Oder nicht? Bei The Sweet wei\u00df man das nie so genau. Fakt ist: Die Rocker kommen gleich mehrfach in die Region.<\/b><\/p>\n<p>Wer glaubt, dass das Spiel mit Geschlechterrollen, das Hinterfragen von Heteronormativit\u00e4t, ein Alleinstellungsmerkmal der gegenw\u00e4rtigen Popmusik ist, der irrt. Hat es alles schon einmal gegeben. Der US-Rock\u2019n\u2019Roll-S\u00e4nger und Pianist Little Richard (\u201eTutti Frutti\u201c) hat in den 1950er Jahren schon mit seinem ondulierten Haar, seinen Outfits und seinem Make-up f\u00fcr m\u00e4chtig Furore und Schockstarre beim konservativen Publikum gesorgt, f\u00fcr das ja schon Elvis\u2019 H\u00fcftschwung eine Erfindung des Teufels war.<\/p>\n<p>Schock f\u00fcr Konservative<\/p>\n<p>In den 1970er Jahren gingen die britischen Glam-Rocker dann den Weg konsequent weiter, den K\u00fcnstler wie Little Richard geebnet hatten. Auch sie traten mit ordentlich Make-up im Gesicht auf, schl\u00fcpften in schrille, feminin wirkende Kost\u00fcme, trugen dazu hohe Plateauschuhe und lieferten theatralische Shows ab. Harter, krachender Rock-Sound, dargeboten von M\u00e4nnern, die dabei unheimlich futuristisch und androgyn anmuteten. Die \u00c4sthetik speiste sich zum einen aus Vorbildern wie Little Richard, aber auch dem japanischen Kabuki-Theater oder Filmen wie Stanley Kubricks \u201eClockwork Orange\u201c und \u201e2001: Odyssee im Weltraum\u201c. Ein bisschen 1930er Hollywood-Glam, 1950er Pin-up-Sex-Appeal, Vorkriegs-Cabaret und viktorianische Elemente wurden ebenfalls mit verr\u00fchrt. In ihrer glitzernden Opulenz und dekadenten Anmutung waren die Glam-Rocker der Gegenentwurf zu den Prog-Rockern ihrer Zeit.<\/p>\n<p>F\u00fcr die britischen Konservativen m\u00fcssen die Glam-Rocker wie Au\u00dferirdische gewirkt haben. Das Spiel mit den Geschlechterrollen, das Vorzeigen von Queerness, das war damals noch keineswegs selbstverst\u00e4ndlich. Homosexualit\u00e4t war erst  1967 in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Gro\u00dfbritannien\" data-rtr-id=\"54a2b6f5c55918449ceac17ff3232391171b9027\" data-rtr-score=\"14.557704502219405\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"3\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/grossbritannien?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gro\u00dfbritannien<\/a> legalisiert worden, seit den sp\u00e4ten 1950ern war darum gerungen worden, in entsprechend hitzigen Debatten. In Gro\u00dfbritannien war man gesellschaftlich aber trotzdem schon weiter als in den <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"USA\" data-rtr-id=\"5e61066c54a9df7162329159c04819b77ad9b596\" data-rtr-score=\"9.064679771718453\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"31\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/usa?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a>, weshalb Glam Rock zun\u00e4chst ein rein britisches Ph\u00e4nomen blieb.<\/p>\n<p>Zu den Early Adopters im Vereinigten K\u00f6nigreich geh\u00f6rten K\u00fcnstler wie Gary Glitter (dessen Namen sie gleich wieder vergessen d\u00fcrfen), Marc Bolan und seine Band T. Rex, David Bowie, Slade, Roxy Music, Mud und Mott the Hoople, in einer zweiten (h\u00e4rteren) Welle stie\u00dfen dann etwa Def Leppard und in den USA Van Halen, Poison und Kiss dazu. Auch Elton  John, Queen oder die Rolling Stones spielten zeitweise mit Elementen aus dem Glam-Baukasten. Ohne die Vorbilder aus dem Glam-Rock der 1970er w\u00e4ren die New-Wave-Bands und New Romantics sowie die Hair-Metal-Bands der 1980er Jahre wohl in der Form nie entstanden.<\/p>\n<p>Sweet geh\u00f6rten noch zur ersten Glam-Welle, die \u00fcber Gro\u00dfbritannien hereinbrach. Zun\u00e4chst firmierte die Kapelle unter dem Namen Sweetshop, ehe sie 1970 den Namen The Sweet annahm. Das \u201eThe\u201c wurde dann sp\u00e4ter abgelegt. Zun\u00e4chst arbeitete die Band  mit den Songwritern Nicky Chinn und Mike Chapman zusammen, aus der Kooperation entsprangen Hits wie \u201eCo-Co\u201c, \u201ePoppa Joe\u201c, \u201eLittle Willy\u201c, \u201eWig-Wam Bam\u201c, \u201eThe Ballroom Blitz\u201c, \u201eTeenage Rampage\u201c oder \u201eBlock Buster!\u201c. 1973 ging man mit dem Songwriter- und Management-Team getrennte Wege, es gab kreative Spannungen. Sweet schrieben fortan auch Songs in Eigenregie, mit \u201eFox on the Run\u201c und \u201eLove Is like Oxygen\u201c gelangen auch noch zwei veritable Evergreens, aber sp\u00e4testens ab 1978 war der Ofen aus. S\u00e4nger Brian Connolly verlie\u00df die Gruppe 1979, um eine Solokarriere zu starten, Sweet l\u00f6sten sich dann 1981 komplett auf. Ab 1985 gingen ehemalige Bandmitglieder, auch Connolly, mit eigenen Sweet-Versionen auf Tournee. Von den Originalmitgliedern lebt heute nur noch Andy Scott, der Waliser f\u00fchrt seine Sweet-Variante immer noch durch die Welt, auch wenn er schon das ein ums andere Mal ank\u00fcndigte, dass es dieses Mal nun wirklich das letzte Mal sei. Gefolgt vom allerletzten und vom allerallerletzten Mal, jetzt aber echt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dft sich der Kreis?<\/p>\n<p>Auch in diesem Jahr sind Andy Scott und seine Kollegen wieder unterwegs, schlagen unter anderem in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Kusel\" data-rtr-id=\"c397b6d21ed2d074b927ef30cae0107bfb4e3c87\" data-rtr-score=\"7.26696258719087\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"29\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/lokal\/kreis-kusel.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kusel<\/a> (9. Oktober) und in Mannheim (18. Oktober) auf. Es wird nicht das letzte Mal sein, machen Sie sich da nichts vor, liebe Leserinnen und Leser. F\u00fcr 2027 sind schon wieder Konzerte angek\u00fcndigt, am 16. April steht da etwa schon Neustadt an der Weinstra\u00dfe auf dem Reiseplan der Band, am 30. April wird die Band in Sinsheim Halt machen. Und dann? Wirklich Abschied, wirklich \u201eFull Circle\u201c, wie der Titel des letzten Albums und der Name der letzten Tour suggerierten? Die aktuelle Tournee hei\u00dft, ehrlicher, \u201eRockin\u2019 for Eternity\u201c \u2013 Rocken f\u00fcr die Ewigkeit.<\/p>\n<p class=\"rhp-closing-headline\">Info<\/p>\n<p class=\"rhp-closing-credits\">Sweet \u2013 Fr 9.10., 19.30 Uhr,  Kusel, Fritz-Wunderlich-Halle; So 18.10., 19 Uhr, Mannheim, Capitol, Tickets \u00fcber www.eventim.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Machen sie weiter? Oder nicht? Bei The Sweet wei\u00df man das nie so genau. 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