{"id":984278,"date":"2026-04-30T12:05:26","date_gmt":"2026-04-30T12:05:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/984278\/"},"modified":"2026-04-30T12:05:26","modified_gmt":"2026-04-30T12:05:26","slug":"fernandes-ulmen-streit-anwaelte-weiten-verfahren-gegen-spiegel-aus-neue-vorwuerfe-vor-gericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/984278\/","title":{"rendered":"Fernandes-Ulmen-Streit: Anw\u00e4lte weiten Verfahren gegen \u201eSpiegel\u201c aus \u2013 neue Vorw\u00fcrfe vor Gericht"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Im Verf\u00fcgungsverfahren zwischen Christian Ulmen und dem \u201eSpiegel\u201c-Verlag hat der Schauspieler seine Antr\u00e4ge erweitert. Wie das Landgericht Hamburg am Mittwoch mitteilte, wendet sich Ulmen nach aktuellem Stand gegen insgesamt f\u00fcnf Aspekte der Berichterstattung. Das Verfahren wird vor der Pressekammer des Landgerichts Hamburg gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Gegenstand sind der \u201eSpiegel\u201c-Artikel in der Printausgabe vom 20. M\u00e4rz 2026 mit der \u00dcberschrift \u201eEntbl\u00f6\u00dft im Netz\u201c sowie der online ver\u00f6ffentlichte Artikel vom 21. M\u00e4rz 2026 mit dem Titel <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/collien-fernandes-erstattet-anzeige-gegen-ex-mann-christian-ulmen-a-6abfb991-1665-4469-9c8e-3cc5a2cb4f29\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/collien-fernandes-erstattet-anzeige-gegen-ex-mann-christian-ulmen-a-6abfb991-1665-4469-9c8e-3cc5a2cb4f29&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">\u201eDu hast mich virtuell vergewaltigt\u201c<\/a>. Darin ging es um Vorw\u00fcrfe seiner fr\u00fcheren Ehefrau Collien Fernandes. Sie hat ihren Ex-Mann angezeigt und wirft ihm unter anderem Identit\u00e4tsdiebstahl vor. Er soll \u00fcber Fake-Profile in ihrem Namen pornografische Darstellungen von ihr verbreitet haben. F\u00fcr Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. <\/p>\n<p>Nach Angaben des Landgerichts Hamburg soll der \u201eSpiegel\u201c es unterlassen, durch mehrere \u00c4u\u00dferungen den Verdacht zu erwecken, Ulmen habe Deepfake-Videos, die Fernandes zeigen, \u201ehergestellt und\/oder verbreitet\u201c. Au\u00dferdem richtet sich der Antrag gegen den Eindruck, Ulmen habe \u201ejeweils mindestens einmal\u201c k\u00f6rperliche \u00dcbergriffe oder K\u00f6rperverletzungen gegen\u00fcber Fernandes begangen oder sie schwer bedroht.<\/p>\n<p>Zuvor hatte sich der Antrag gegen den Vorwurf \u201ewiederholter\u201c \u00dcbergriffe gerichtet. Nun wurde der Antrag angepasst und pr\u00e4zisiert. Ulmen l\u00e4sst damit klarstellen, dass er k\u00f6rperliche Gewalt gegen\u00fcber Fernandes insgesamt bestreitet.<\/p>\n<p>Eidesstattliche Versicherungen widersprechen sich<\/p>\n<p>Konkreter als zuvor geht es auch um einen angeblichen Vorfall auf Mallorca. Nach Angaben des Landgerichts will Ulmen verhindern, dass durch die Berichterstattung der Verdacht entsteht, er habe Fernandes im Januar 2023 in der gemeinsamen Wohnung auf Mallorca k\u00f6rperlich misshandelt oder gewaltsam am Verlassen der Wohnung gehindert.<\/p>\n<p>Laut dem Branchenportal \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.lto.de\/recht\/hintergruende\/h\/christian-ulmen-collien-fernandes-spiegel-deepfake-gewalt\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.lto.de\/recht\/hintergruende\/h\/christian-ulmen-collien-fernandes-spiegel-deepfake-gewalt&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Legal Tribune Online\u201c<\/a> (LTO) hatte Ulmen diesen Vorwurf bereits inhaltlich bestritten. Die Plattform berichtet, Ulmen habe eidesstattlich versichert, keine k\u00f6rperlichen \u00dcbergriffe begangen zu haben. Fernandes behaupte demnach in einer eidesstattlichen Versicherung das Gegenteil.<\/p>\n<p>Damit k\u00f6nnte f\u00fcr das Landgericht Hamburg eine zentrale Frage sein, ob sich die eidesstattlichen Versicherungen tats\u00e4chlich widersprechen \u2013 und ob eine solche Aussage-gegen-Aussage-Lage f\u00fcr eine Verdachtsberichterstattung gen\u00fcgt. Bei \u201eLTO\u201c hei\u00dft es, das Gericht m\u00fcsse pr\u00fcfen, \u201eob es f\u00fcr eine Verdachtsberichterstattung hier ausreicht, wenn Wort gegen Wort steht\u201c.<\/p>\n<p>E-Mail an Strafverteidiger wird neuer Streitpunkt<\/p>\n<p>Ein weiterer Punkt betrifft eine E-Mail Ulmens an einen Strafverteidiger. Nach Angaben des Landgerichts wendet sich Ulmen gegen \u201ebestimmte \u00c4u\u00dferungen in der Berichterstattung hinsichtlich einer E-Mail des Antragstellers an einen Strafverteidiger\u201c.<\/p>\n<p>Der \u201eSpiegel\u201c hatte nach eigenen Angaben eine E-Mail von Ulmen an einen Berliner Strafverteidiger aus dem Dezember 2024 einsehen k\u00f6nnen. Darin habe Ulmen zugegeben, in den vergangenen zehn Jahren \u201eleider einen sexuellen Fetisch\u201c entwickelt zu haben. Immer wieder habe er auf den Namen seiner Frau Fakeprofile auf sozialen Medien angemeldet, \u00fcber die Accounts habe er mit M\u00e4nnern gechattet, geflirtet, \u201ebis hin zum Sex-Talk\u201c.<\/p>\n<p>Nach Informationen von \u201eLTO\u201c habe Fernandes demnach in einer eidesstattlichen Versicherung einger\u00e4umt, die E-Mail auf Ulmens iPad gefunden und an das Magazin weitergegeben zu haben. Auch \u00fcber den Zugriff auf das Ger\u00e4t gibt es unterschiedliche Darstellungen. Demnach behauptet Ulmen, sein iPad sei durch einen nur ihm bekannten Code gesperrt gewesen. Fernandes hingegen erkl\u00e4rt, das Ger\u00e4t sei nicht gesichert gewesen. <\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon stellt sich eine weitere Frage: Ob das \u00f6ffentliche Interesse an dem Fall so schwer wiegt, dass aus Kommunikation zwischen einem Anwalt und seinem Mandanten zitiert werden darf.<\/p>\n<p>Deepfake-Verdacht bleibt Teil des Verfahrens<\/p>\n<p>Im Verfahren geht es weiterhin um den Verdacht, Ulmen habe Deepfake-Videos, die Fernandes zeigen, hergestellt und verbreitet. Ulmen bestreitet das. <\/p>\n<p>In der \u201eSpiegel\u201c-Recherche geht es um Deepfakes von Fernandes, die im Internet kursieren. Seit Jahren wehrt sich die Schauspielerin gegen diese Darstellungen, die mit K\u00fcnstlicher Intelligenz erstellt werden. Wer dieses Material erstellt und verbreitet hat, sei unklar, schreibt der \u201eSpiegel\u201c in einem <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/justiz\/fall-collien-fernandes-strafrechtliche-luecken-bei-identitaetstaeuschung-und-deepfakes-a-0edcbd21-bda6-4611-ac30-3d7f0be85601\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/justiz\/fall-collien-fernandes-strafrechtliche-luecken-bei-identitaetstaeuschung-und-deepfakes-a-0edcbd21-bda6-4611-ac30-3d7f0be85601&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Zweittext<\/a>. Der Vorwurf gegen Ulmen bezieht sich also nicht auf Deepfakes. <\/p>\n<p>Entscheidend d\u00fcrfte zudem sein, wie \u201eLTO\u201c auch betont, wie der \u201eSpiegel\u201c den Verdacht formuliert hat. Der Artikel kann demnach den Eindruck erwecken, Ulmen habe gegen\u00fcber Fernandes die Verbreitung von Deepfakes einger\u00e4umt. Gleichzeitig bleibt offen, dass keine gesicherte Kenntnis \u00fcber die genaue Art des versendeten Bildmaterials besteht.<\/p>\n<p>Frage nach Fairness der Berichterstattung<\/p>\n<p>Damit geht es in dem Verfahren nicht nur darum, ob einzelne Vorw\u00fcrfe zutreffen. Im Fokus steht auch, ob die Berichterstattung transparent und ausgewogen war. \u201eLTO\u201c verweist darauf, dass im Artikel kein Hinweis enthalten sei, wonach auch Fernandes nicht sicher wisse, ob Ulmen Deepfakes von ihr an andere M\u00e4nner geschickt habe. Ein solcher Hinweis h\u00e4tte den Verdacht nach \u201eLTO\u201c \u201ein anderem Licht erscheinen lassen\u201c k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch die Darstellung eines Gerichtstermins auf Mallorca bleibt Gegenstand des Verfahrens. Dabei geht es nach Angaben des Landgerichts um \u00c4u\u00dferungen wie \u201eWer [\u2026] fehlt, ist Ulmen\u201c. Ulmen wendet sich dagegen, dass dies verbreitet werde, ohne mitzuteilen, dass zu diesem Termin lediglich Fernandes geladen und der Termin zudem aufgehoben gewesen sei.<\/p>\n<p>Die Antragsgegnerseite kann nun erg\u00e4nzend Stellung nehmen. Wann das Landgericht Hamburg entscheidet, ist derzeit nicht absehbar. Das Gericht betonte, dass seiner Mitteilung keine inhaltliche Positionierung in der Sache zu entnehmen sei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Verf\u00fcgungsverfahren zwischen Christian Ulmen und dem \u201eSpiegel\u201c-Verlag hat der Schauspieler seine Antr\u00e4ge erweitert. 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