{"id":984783,"date":"2026-04-30T17:16:26","date_gmt":"2026-04-30T17:16:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/984783\/"},"modified":"2026-04-30T17:16:26","modified_gmt":"2026-04-30T17:16:26","slug":"energiepolitik-belgien-stoppt-rueckbau-aller-atomkraftwerke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/984783\/","title":{"rendered":"Energiepolitik: Belgien stoppt R\u00fcckbau aller Atomkraftwerke"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/tihange-122.jpg\" alt=\"Das belgische Atomkraftwerk Tihange. (Archivbild: 06.05.2022)\" title=\"Das belgische Atomkraftwerk Tihange. (Archivbild: 06.05.2022) | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 30.04.2026 \u2022 17:09 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Mit sofortiger Wirkung hat Belgiens Regierung den R\u00fcckbau seiner Atomreaktoren stoppen lassen. Der franz\u00f6sische Betreiber soll ausbezahlt werden, Belgien m\u00f6chte die alleinige Kontrolle.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/andreas-meyer-feist-102.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Andreas Meyer-Feist\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/meyer-feist-ts-102.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nichts darf mehr anger\u00fchrt werden. Dort, wo Ingenieure dabei sind, Schaltanlagen und Maschinen abzubauen, m\u00fcssen sie damit sofort aufh\u00f6ren &#8211; das ist der wohl spektakul\u00e4rste Teil eines aktuellen belgischen Beschlusses. &#8222;Wir wollen die Kontrolle zur\u00fcckgewinnen&#8220;, begr\u00fcndete Belgiens Regierungschef Bart De Wever den Plan seiner Regierung, Belgien zum alleinigen Gestalter seiner Energiepolitik zu machen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Man wolle \u00fcber Laufzeitverl\u00e4ngerungen \u00fcber 2035 hinaus und \u00fcber Neubauten Kontrolle haben, so De Wever. Ziel ist unter anderem, nicht mehr von dem franz\u00f6sischen Konzern engie abh\u00e4ngig zu sein. Dieser betreibt die belgischen Kernkraftwerke bisher noch, doch Belgien will engie die Anlagen abkaufen.<\/p>\n<p>    Branchenverb\u00e4nde jubeln, Umweltverb\u00e4nde schockiert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Wir m\u00fcssen weg von fossilen Brennstoffen&#8220;, sagte der Regierungschef. &#8222;W\u00fcrden wir unsere Atomkraftwerke abschalten, w\u00e4ren wir von Gaskraftwerken abh\u00e4ngig.&#8220; Das w\u00e4re eine sehr schlechte Idee, erkl\u00e4rt De Wever weiter, und nennt die Abschaltung der Atomkraftwerke &#8222;das D\u00fcmmste, was in diesem Jahrhundert in diesem Land getan wurde.&#8220; Denn: &#8222;Ein Land mit Kernkraft-Ambitionen und ein Betreiber, der aussteigen will, ist eine schlechte Kombination.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Reaktionen &#8211; vielf\u00e4ltig: Viele Branchenverb\u00e4nde jubeln f\u00f6rmlich. Strom werde dadurch langfristig billiger werden. Umweltverb\u00e4nde reagieren schockiert. Das sei eine schlechte Nachricht f\u00fcr die Energiewende, das Klima und den Steuerzahler. Nun w\u00fcrden viele Milliarden Euro Steuergeld in eine veraltete und riskante Technologie investiert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das sei nicht die Verstaatlichung einer Industrie, sondern die Verstaatlichung eines Fasses ohne Boden, teilte die Umweltorganisation Greenpeace mit. Die belgischen Gr\u00fcnen sprechen von einem &#8222;v\u00f6lligen Wahnsinn&#8220; und einem Haushaltsloch f\u00fcr die n\u00e4chsten 100 Jahre.<\/p>\n<p>    Druck auch aus Deutschland<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die belgischen Atomkraftwerke stammen im Prinzip alle aus den 1970er-Jahren. Im belgischen Tihange bei L\u00fcttich wurde bereits vor drei Jahren ein Reaktorblock stillgelegt, in dessen Druckbeh\u00e4lter Risse aufgetreten waren. F\u00fcr dessen Stilllegung hatte sich lange Zeit auch das benachbarte deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen eingesetzt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Allerdings ist bislang keine Rede davon, ausgerechnet diesen Reaktor wieder zu aktivieren. Zun\u00e4chst einmal werde eine Bestandsaufnahme gemacht, um zu schauen, was \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist, erkl\u00e4rte Belgiens Energieminister Mathieu Bihet: &#8222;Das er\u00f6ffnet verschiedene M\u00f6glichkeiten, darunter den Stopp der Stilllegung der Anlagen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch k\u00f6nne man Erweiterungen und Neubauten pr\u00fcfen. &#8222;Es ist ein grundlegender Schritt f\u00fcr uns, unsere Energiepolitik unabh\u00e4ngig zu gestalten und den Energiesektor umzubauen&#8220;, so Bihet.<\/p>\n<p>    Wiederanfahren von Tihange 1 denkbar<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Klar ist aber: Alle laufenden Stilllegungs- und R\u00fcckbauarbeiten an den Kraftwerken werden mit sofortiger Wirkung gestoppt. Das d\u00fcrfte vor allem den Reaktor Tihange 1 betreffen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hier sollten demn\u00e4chst wichtige Steuerungselemente ausgebaut werden. Nun ist ein m\u00f6gliches Wiederanfahren zumindest theoretisch denkbar, wenn sich der belgische Staat mit dem franz\u00f6sischen Energiekonzern engie einig wird.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine weitere Voraussetzung ist, dass es die Regierung schafft, entsprechend geschulte Ingenieure aufzutreiben, die es in Belgien jenseits des franz\u00f6sischen Betreibers nicht gibt.<\/p>\n<p>    \u00dcbernahmepreis bislang unklar<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00dcber den \u00dcbernahmepreis wird bislang spekuliert. Da es sich um eine abgeschriebene Anlage handelt, k\u00f6nnte er theoretisch bei einem Cent anfangen, meinen Wirtschaftsexperten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Kosten f\u00fcr die Atomm\u00fcllentsorgung und andere Folgelasten hatte der belgische Staat bereits vorher im Rahmen eines Joint-Venture in die eigene Zust\u00e4ndigkeit \u00fcbernommen &#8211; hier wurde eine Summe von 15 Milliarden Euro genannt, was aber nichts \u00fcber die tats\u00e4chlichen Kosten aussagen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>    Wiederaufnahme w\u00fcrde viele Jahre dauern<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In Belgien gibt es noch zwei aktive Reaktoren, einen in Tihange und einen in Doel bei Antwerpen. F\u00fcnf Reaktoren wurden bereits abgeschaltet. Der B\u00fcrgermeister der Gemeinde Doel, Marc Van de Vijver, sagte dembelgischen Sender VRT, es sei noch unklar, was die Pl\u00e4ne konkret bedeuten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In Doel sei nur noch ein Block in Betrieb. Zwei Reaktoren seien letztes Jahr abgeschaltet worden. Ein Dritter stehe schon l\u00e4nger still und befinde sich in einem R\u00fcckbauprogramm: &#8222;Das wird nicht so leicht zu stoppen sein&#8220;. Eine Wiederaufnahme des Betriebs w\u00fcrde viele Jahre dauern, so Van de Vijver.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 30.04.2026 \u2022 17:09 Uhr Mit sofortiger Wirkung hat Belgiens Regierung den R\u00fcckbau seiner Atomreaktoren stoppen lassen. 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