{"id":985409,"date":"2026-04-30T23:45:20","date_gmt":"2026-04-30T23:45:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/985409\/"},"modified":"2026-04-30T23:45:20","modified_gmt":"2026-04-30T23:45:20","slug":"sozialbetrug-in-stuttgart-razzia-in-praxis-arzt-ich-habe-mir-nichts-vorzuwerfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/985409\/","title":{"rendered":"Sozialbetrug in Stuttgart?: Razzia in Praxis \u2013 Arzt: \u201eIch habe mir nichts vorzuwerfen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Unberechtigte Krankschreibungen? Gef\u00e4lschte Diagnosen? Beihilfe zum Sozialbetrug im gro\u00dfen Stil? Mit derartigen Vorw\u00fcrfen sieht sich derzeit der Stuttgarter Orthop\u00e4de Ulrich Marx konfrontiert. K\u00fcrzlich seien pl\u00f6tzlich Polizisten in seiner voll besetzten Praxis in der Sophienstra\u00dfe in der Innenstadt aufgetaucht, h\u00e4tten alles durchsucht, erz\u00e4hlt er unserer Redaktion. <\/p>\n<p>Was ihn am meisten emp\u00f6rt: Eine Festplatte mit 45.000 Patientendaten sei beschlagnahmt worden. \u201eIch habe nun einen Anwalt an meiner Seite und fordere die sofortige Herausgabe dieser sensiblen Unterlagen\u201c, so Marx. <\/p>\n<p>Darum geht es in dem Ermittlungsverfahren <\/p>\n<p> <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.klinikum-skandal-am-ende-haengen-nur-die-kleinen.8ffad197-60d2-4b26-957c-aff183484154.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Doch warum kam es \u00fcberhaupt zur Razzia in seiner Praxis<\/a>? Die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Staatsanwaltschaft_Stuttgart\" title=\"Staatsanwaltschaft Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Staatsanwaltschaft Stuttgart<\/a> teilt auf Anfrage mit: \u201eDie Durchsuchung erfolgte aufgrund eines gegen zw\u00f6lf Beschuldigte gef\u00fchrten Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts des gewerbsm\u00e4\u00dfigen Betrugs.\u201c <\/p>\n<p>Die Beschuldigten stehen unter anderem im Verdacht, Scheinbesch\u00e4ftigungen eingegangen zu sein, so Patrick F\u00e4hnle, Erster Staatsanwalt in der Pressestelle der Justizbeh\u00f6rde, weiter. Sie sollen durch \u201eunrichtige Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigungen kurze Zeit nach vermeintlichem Arbeitsbeginn hohe Summen an Krankengeld\u201c bezogen haben, ohne dass sie darauf Anspruch gehabt h\u00e4tten. \u201eEs steht derzeit ein Schaden in H\u00f6he von rund 400.000 Euro im Raum.\u201c<\/p>\n<p>Einem weiteren Beschuldigten, der Arzt sei, werde \u201eBeihilfe zum gewerbsm\u00e4\u00dfigen Betrug zur Last gelegt\u201c, indem er Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigungen ausgestellt haben soll \u2013 \u201eohne Untersuchung der Beschuldigten\u201c, sagt F\u00e4hnle. Daher h\u00e4tten die Ermittler bei der Durchsuchung auch Festplatten sichergestellt. Namen nennt die Staatsanwaltschaft nicht. <\/p>\n<p>Stuttgarter Arzt geht in die Offensive <\/p>\n<p>Doch Marx geht in die Vorw\u00e4rtsverteidigung: Es stimme, dass er einen Patienten aus <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a>, der schon lange in seine Praxis komme, immer wieder krankgeschrieben habe, insgesamt \u00fcber drei Jahre: \u201eEr hatte verschiedene Gebrechen, stets mit starken Schmerzen verbunden\u201c, betont der Mediziner.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/media.media.f5fa299c-108c-48d6-8db2-a78858ff1cf3.original1024.media.jpeg\"\/>     Der Stuttgarter Orthop\u00e4de Ulrich Marx ist sich sicher: \u201eIch habe mir nichts vorzuwerfen.\u201c    Foto: Privat    <\/p>\n<p>Seltsam sei ihm das nie vorgekommen: \u201eSolche F\u00e4lle sind nicht selten oder un\u00fcblich.\u201c Einen Vorsatz, gar eine Beteiligung an Betrug, streitet er ab. Auch als sp\u00e4ter mehrere Bekannte des \u201eHauptverd\u00e4chtigen\u201c, wie Marx ihn nennt, zu ihm in die Praxis kamen, habe ihn das nicht stutzig gemacht. Diese insgesamt \u201eum die zehn Patienten\u201c habe er ebenfalls krankgeschrieben, teils ein Jahr lang. \u201eSelbstverst\u00e4ndlich weil es die Diagnosen so verlangten\u201c, wie er beteuert. Dass diese M\u00e4nner bei seinem Bekannten angestellt gewesen sein sollen, zumindest auf dem Papier, sei ihm nur in zwei F\u00e4llen bewusst gewesen. <\/p>\n<p> Stuttgarter Arzt f\u00fcrchtet um seinen Ruf <\/p>\n<p>Klar ist: der medizinische Dienst wurde aufmerksam. \u201eSieben Mal wurde bei mir nachgefragt. Aber meine Befunde und Therapieempfehlungen wurden in jedem der F\u00e4lle akzeptiert\u201c, sagt Marx. Er habe sich nichts vorzuwerfen. Seit 40 Jahren sei er Arzt. \u201eWieso sollte ich etwas Unrechtm\u00e4\u00dfiges tun? Ich h\u00e4tte doch gar keinen Vorteil.\u201c Noch nie sei er in Schwierigkeiten mit dem Gesetz geraten. Allerdings m\u00fcsse er nun um seinen Ruf f\u00fcrchten. <\/p>\n<p>Laut Marx gab es zwar \u201ekeine Beanstandungen\u201c, die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Ermittlungen\" title=\"Ermittlungen\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ermittlungen<\/a> jedoch liefen l\u00e4ngst. \u201eIns Visier bin dann auch ich geraten \u2013 und zwar, nachdem das Handy meines Bekannten beschlagnahmt worden war und Whatsapp-Chats zwischen uns entdeckt wurden\u201c, vermutet der Orthop\u00e4de. Darin bat der Mann laut Marx um Verl\u00e4ngerungen f\u00fcr die Krankschreibungen. Zun\u00e4chst habe er das zugesagt, diese aber nie an die Kassen weitergeleitet. <\/p>\n<p> Stuttgarter Arzt sorgt sich um Datenschutz seiner Patienten <\/p>\n<p>Letzteres sieht Marx nun gef\u00e4hrdet: \u201eEs ist ein Skandal, dass die Daten von 45.000 Patienten beschlagnahmt wurden.\u201c Die ausgedruckten Akten der Verd\u00e4chtigen h\u00e4tten der Polizei nicht gereicht. Er f\u00fcrchte nun um den Datenschutz. Mit dem Verkauf von Patientendaten sei viel Geld zu machen. \u201eMan wei\u00df ja, dass es auch bei den Ermittlern schwarze Schafe gibt\u201c, unkt Marx. Inzwischen h\u00e4tten sich einige Patienten bei ihm gemeldet, ihn beruhigt, Unterst\u00fctzung angeboten.<\/p>\n<p>Die Staatsanwaltschaft Stuttgart gibt derweil mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen \u201ederzeit keine weiteren Ausk\u00fcnfte zu den Beschuldigten, deren Verbindungen zueinander und der Organisation der zur Last gelegten Betrugstaten\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Unberechtigte Krankschreibungen? Gef\u00e4lschte Diagnosen? Beihilfe zum Sozialbetrug im gro\u00dfen Stil? 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