{"id":985500,"date":"2026-05-01T00:34:15","date_gmt":"2026-05-01T00:34:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/985500\/"},"modified":"2026-05-01T00:34:15","modified_gmt":"2026-05-01T00:34:15","slug":"koblenz-bochum-ab-in-die-roehre-das-sollten-sie-vor-dem-mrt-termin-wissen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/985500\/","title":{"rendered":"Koblenz\/Bochum | Ab in die R\u00f6hre: Das sollten Sie vor dem MRT-Termin wissen"},"content":{"rendered":"<p>Koblenz\/Bochum (dpa\/tmn) &#8211; Die Bezeichnung Magnetresonanztomographie nimmt in der Alltagssprache kaum jemand in den Mund. \u00abIch muss ins MRT\u00bb hei\u00dft es nur. Schon wissen alle, dass ein Ausflug in die tunnelartige R\u00f6hre ansteht, bei dem Bilder vom K\u00f6rperinneren entstehen.\u00a0<\/p>\n<p>Doch wie funktioniert so ein Ger\u00e4t? Warum m\u00fcssen Piercings unbedingt entfernt werden? Und woher kommen die Ger\u00e4usche, die oft an ein experimentelles Set eines Techno-DJs erinnern? Ein \u00dcberblick.\u00a0<\/p>\n<p>Welche Technologie steckt hinter einem MRT-Ger\u00e4t?\u00a0<\/p>\n<p>\u00abBeim MRT handelt es sich um ein Ger\u00e4t in R\u00f6hrenform, das einen sehr gro\u00dfen Magneten in seinem Kern hat und ein starkes Magnetfeld erzeugt\u00bb, sagt der Radiologe Wolfram Schaeben.\u00a0<\/p>\n<p>Diese Technik macht sich zunutze, dass unser K\u00f6rper zum Gro\u00dfteil aus Wasser besteht. Im Magnetfeld richten sich die Wasserstoffatome aus &#8211; so wie es auch Kompassnadeln tun.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abWenn dann elektromagnetische Wellen im Frequenzbereich von Radio-\/Fernsehwellen ausgesendet werden, geraten diese Atome in Schwingung. Beim Abschalten wird Energie frei\u00bb, erkl\u00e4rt der Vizepr\u00e4sident des Berufsverbandes der Deutschen Radiologen. Spulen empfangen dieses elektrische Signal, Computer wandeln es um &#8211; es entstehen Schnittbilder vom K\u00f6rperinneren.\u00a0<\/p>\n<p>Wann kommt eine MRT-Untersuchung zum Einsatz?\u00a0<\/p>\n<p>Bandscheibenvorfall, Meniskus- oder Kreuzbandriss oder Schulterprobleme: Das sind klassische F\u00e4lle, die Patienten in die MRT-R\u00f6hre f\u00fchren.<\/p>\n<p>Ein MRT ist insbesondere dann das richtige Ger\u00e4t, wenn es um die Darstellung weicher Gewebe und von Gelenken geht. Auch um Gehirn, R\u00fcckenmark und Nerven sichtbar zu machen, kommen MRT-Untersuchungen zum Einsatz.<\/p>\n<p>Viele Patienten m\u00fcssen nicht nur nach einer akuten Verletzung in die R\u00f6hre, sondern auch in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden zu Kontrolluntersuchungen: etwa Menschen, die an Krebs oder Multipler Sklerose (MS) erkrankt sind.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abIm Bereich der Lunge oder des Bauches ist hingegen meist ein CT, also eine Computertomographie, die Methode der ersten Wahl\u00bb, sagt Wolfram Schaeben.<\/p>\n<p>Der Unterschied zwischen den beiden Methoden: Beim CT werden R\u00f6ntgenstrahlen eingesetzt, beim MRT hingegen sind es elektromagnetische Wellen, die sich im Frequenzbereich von Radio-\/Fernsehwellen befinden. \u00abNach aktuellem Stand sind diese komplett unsch\u00e4dlich\u00bb, sagt Radiologe Schaeben.<\/p>\n<p>Was passiert vor der Untersuchung &#8211; und warum ist Schmuck tabu?<\/p>\n<p>Patienten m\u00fcssen vorab einen umfangreichen Fragebogen ausf\u00fcllen. Darin m\u00fcssen sie auch angeben, ob sich Metalle in ihrem K\u00f6rper befinden &#8211; angefangen vom Herzschrittmacher \u00fcber Ohrimplantate bis zu Schrauben vom letzten Ski-Unfall. Auf dieser Grundlage wird abgewogen: Ist eine MRT-Untersuchung \u00fcberhaupt m\u00f6glich? M\u00fcssen Vorsorgema\u00dfnahmen getroffen werden?\u00a0<\/p>\n<p>Herzschrittmacher der neuesten Generation seien h\u00e4ufig zwar MRT-tauglich, w\u00fcrden aber durch den starken Magneten meist verstellt, sagt Schaeben. \u00abDann muss die Untersuchung besonders gut vorbereitet und \u00fcberwacht werden und der Herzschrittmacher danach eventuell neu eingestellt.\u00bb<\/p>\n<p>\u00dcbliche Zahnimplantate und Amalgam-F\u00fcllungen sind in der Regel kein Problem, Schmuck und Piercings m\u00fcssen vor der Untersuchung entfernt werden. \u00abSonst besteht die Gefahr der Erhitzung und Verbrennung\u00bb, warnt der Radiologe.\u00a0<\/p>\n<p>Auch BHs oder G\u00fcrtel m\u00fcssen vor der Untersuchung abgelegt werden, weil sie metallische Teile enthalten. Nackt ausziehen muss man sich f\u00fcr die Zeit in der R\u00f6hre jedoch nicht.<\/p>\n<p>Wann ist ein Kontrastmittel n\u00f6tig, wann nicht?\u00a0<\/p>\n<p>Kontrastmittel k\u00f6nnen die Qualit\u00e4t des Bildmaterials verbessern, sind aber nicht immer notwendig. \u00abDie meisten MRT-Untersuchungen &#8211; im Prinzip fast alle Gelenkuntersuchungen &#8211; laufen zumindest zun\u00e4chst ohne Kontrastmittel\u00bb, sagt Radiologe Schaeben.\u00a0<\/p>\n<p>Bei Tumor-Fragestellungen, bei Kopfuntersuchungen oder bei Gef\u00e4\u00dfdarstellungen hingegen werden wenige Milliliter eines Kontrastmittels in die Vene gespritzt. Vorausgesetzt, es gibt keine bekannten Allergien darauf und keine gravierende Nierenfunktionsst\u00f6rung. Deshalb m\u00fcssen die Patienten zuvor aktuelle Blutwerte von ihrem Hausarzt mitbringen.\u00a0<\/p>\n<p>Die Untersuchung beginnt. Warum ist das MRT-Ger\u00e4t so laut?\u00a0<\/p>\n<p>Auf einer Liege wird man dann &#8211; meistens auf dem R\u00fccken &#8211; in die R\u00f6hre gefahren. F\u00fcr die Patienten gibt es zuvor noch Hinweise wie \u00abBitte w\u00e4hrend der Aufnahme nicht bewegen!\u00bb oder \u00abNicht erschrecken: Es wird laut klopfen und brummen!\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Aber warum eigentlich? \u00abDie Spulen im Magnetgeh\u00e4use erzeugen ein mechanisches Ger\u00e4usch, weil sie immer wieder das Magnetfeld verziehen und elektrische Signale empfangen\u00bb, sagt Schaeben. Die Str\u00f6me in den sogenannten Gradientenspulen werden extrem schnell umgeschaltet.\u00a0<\/p>\n<p>Viele Patienten empfinden die lauten Klopfger\u00e4usche als bedrohlich. Je nach untersuchtem K\u00f6rperteil k\u00f6nnen sie daher Ohrst\u00f6psel oder einen Geh\u00f6rschutz benutzen, die f\u00fcr sie bereitliegen. Manchmal gibt es sogar Musik auf die Ohren.\u00a0<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: \u00abBei Kopfuntersuchungen kann man \u00fcber ein Spiegelsystem das Bedienpersonal sehen, das im \u00dcbrigen \u00fcber ein Mikrofonsystem st\u00e4ndig mit dem Patenten verbunden ist\u00bb, sagt der Radiologe. Auch ein Notfallknopf befindet sich in Griffn\u00e4he, falls man Panik bekommt.\u00a0<\/p>\n<p>Warum sind viele Menschen \u00e4ngstlich, wenn ein MRT-Termin ansteht?<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie beim Fliegen finden viele Menschen eine MRT-Untersuchung nicht so richtig gut, manche haben sogar richtig Angst. \u00abDas hat etwas mit Kontrollverlust und Ausgeliefertsein zu tun\u00bb, sagt Psychologe Andr\u00e9 Wannem\u00fcller, der an der Ruhr-Uni in Bochum ein Forschungsprojekt unter dem Motto \u00abDie Angst vor der R\u00f6hre \u00fcberwinden\u00bb durchgef\u00fchrt hat.\u00a0<\/p>\n<p>Beim MRT kommt noch hinzu, dass ein k\u00f6rperliches Problem der Anlass f\u00fcr die Untersuchung ist. \u00abDa mischt sich dann noch die Angst vor einer eventuellen schlimmen Diagnose mit hinein\u00bb, so der Psychologe.\u00a0<\/p>\n<p>Doch ganz gleich, wie lange die Untersuchung dauert, ob acht Minuten f\u00fcrs Knie oder eine halbe Stunde f\u00fcr den Bauch: Wenn \u00c4rzte zum MRT raten, sollte man auf keinen Fall darauf verzichten, findet Radiologe Wolfram Schaeben. \u00abDer Nutzen ist auf jeden Fall gr\u00f6\u00dfer.\u00bb Bei starken \u00c4ngsten bleibt zudem noch die M\u00f6glichkeit einer milden Sedierung oder im Extremfall einer Narkose.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Koblenz\/Bochum (dpa\/tmn) &#8211; Die Bezeichnung Magnetresonanztomographie nimmt in der Alltagssprache kaum jemand in den Mund. \u00abIch muss ins&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":985501,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1839],"tags":[20177,7507,2632,3364,29,30,141,837,32352,1209,94434,13353,165520,624,33103],"class_list":["post-985500","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-bochum","tag-aengste","tag-bochum","tag-brcmj","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-gesundheit","tag-medizin","tag-mrt","tag-nordrhein-westfalen","tag-phobien","tag-psychologie","tag-radiologie","tag-ratgeber","tag-tmn8230"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116496516207326681","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/985500","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=985500"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/985500\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/985501"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=985500"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=985500"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=985500"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}