{"id":986192,"date":"2026-05-01T07:12:19","date_gmt":"2026-05-01T07:12:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/986192\/"},"modified":"2026-05-01T07:12:19","modified_gmt":"2026-05-01T07:12:19","slug":"als-festplatten-noch-riesig-waren-die-quantum-bigfoot-wird-30-jahre-alt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/986192\/","title":{"rendered":"Als Festplatten noch riesig waren: Die Quantum Bigfoot wird 30 Jahre alt"},"content":{"rendered":"<p>Festplatten gibt es heute praktisch nur noch im 3,5-Zoll-Format f\u00fcr Desktops und Server sowie als 2,5-Zoll-Variante in USB-Geh\u00e4usen. In den 1980er-Jahren dominierten 5,25-Zoll-Laufwerke den PC-Markt, in den 90ern aber kamen immer mehr Laufwerke im kleineren 3,5-Zoll-Format auf den Markt. Vor 30 Jahren startete Quantum mit der Bigfoot-Reihe einen letzten ambitionierten Versuch, dieses ausladende Format im Consumer-Bereich am Leben zu halten. Anfangs ging die Rechnung sogar auf, am Ende aber siegten Physik und \u00d6konomie.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Quantum brachte die erste Bigfoot-Generation 1996 auf den Markt, erste Erw\u00e4hnungen finden sich im PC Magazine vom 14. Mai 1996. Die CY-Serie drehte mit gem\u00e4chlichen 3600 Umdrehungen pro Minute, bot Kapazit\u00e4ten ab 1,2 GByte und kostete je nach Modell 225 bis 370 US-Dollar. Sie sprach ATA-2 mit einer Schnittstellengeschwindigkeit von 16,6 MByte\/s und brauchte rund 15 Millisekunden f\u00fcr den Zugriff. Schon hier setzte Quantum auf 128 KByte Cache sowie auf damals moderne Funktionen wie logische Blockadressierung (Logical Block Addressing, LBA) und Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology (SMART) im Consumer-Segment.<\/p>\n<p>1998 <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Billige-IDE-Platten-bis-12-GByte-10258.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">folgte die TX-Serie<\/a> mit 4000 U\/min, ATA-66 und Kapazit\u00e4ten bis 12 GByte, 1999 die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/EIDE-Platte-mit-fast-20-GB-14725.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">TS-Serie<\/a> mit bis zu 19,2 GByte auf drei Scheiben. Die TS verf\u00fcgte zudem \u00fcber ein Shock Protection System, galt aber als laut. Als OEM-Platte landete die Bigfoot in PCs von Compaq, HP Aptiva und IBM.<\/p>\n<p>Die Nachteile \u00fcberwiegen<\/p>\n<p>Die Idee hinter dem 5,25-Zoll-Format: Gr\u00f6\u00dfere Scheibenfl\u00e4chen erlauben hohe Kapazit\u00e4ten bei vergleichsweise niedriger Datendichte und damit g\u00fcnstigerer Fertigung. Genau dieser Vorteil schmolz jedoch dahin. 3,5-Zoll-Platten holten bei der Datendichte rasch auf und boten gleiche oder h\u00f6here Kapazit\u00e4ten zu sinkenden Preisen. Gleichzeitig stie\u00dfen die gro\u00dfen Scheiben an physikalische Grenzen. Bei 7200 U\/min und mehr verbiegen sie sich durch Fliehkr\u00e4fte, die K\u00f6pfe legen auf der Suche nach den Daten l\u00e4ngere Wege zur\u00fcck, die gr\u00f6\u00dfere Masse treibt Stromverbrauch, W\u00e4rme und Ger\u00e4uschpegel nach oben. Die Bigfoot blieb deshalb bei 4000 U\/min stehen und erreichte trotz ATA-66 nur rund 813 KByte\/s, w\u00e4hrend die 3,5-Zoll-Konkurrenz schon bei 1170 KByte\/s lag.<\/p>\n<p>Hinzu kamen ver\u00e4nderte Rahmenbedingungen: Notebooks etablierten 2,5 Zoll-Laufwerke und Server setzten konsequent auf 3,5 Zoll. Quantum stellte die Bigfoot-Serie Ende 1999 ein. Die letzte 5,25-Zoll-Festplatte \u00fcberhaupt war die Seagate Elite 47 mit 47 GByte und SCSI-Anschluss f\u00fcr Server, die 1997 <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Festplatte-mit-47-GByte-10312.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">angek\u00fcndigt wurde<\/a>.<\/p>\n<p>Die Bigfoot war ein technisch interessanter Sonderweg, der sich kurzfristig rechnete und langfristig scheitern musste. Quantum demonstrierte ungewollt, dass Datendichte das entscheidende Kriterium ist, nicht Scheibengr\u00f6\u00dfe. Heutige 3,5-Zoll-HDDs mit Helium-F\u00fcllung und <a class=\"heiseplus-lnk\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/tests\/HAMR-Festplatten-Erster-Test-der-Laufwerke-mit-30-TByte-10484186.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Heat Assisted Magnetic Recording (HAMR)<\/a> speichern mittlerweile <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Seagate-Mozaic-4-Neue-Festplatten-mit-44-TByte-und-HAMR-Technologie-11197692.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">bis zu 44 TByte<\/a> und erreichen mehr als 300 MByte\/s in den Au\u00dfenzonen. Bei den Zugriffszeiten sind sie allerdings immer noch nicht weit von den damaligen Werten entfernt und f\u00fcr viele Anwendungen wurden sie bereits von SSDs abgel\u00f6st, die ohne mechanische Teile funktionieren.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:ll@heise.de\" title=\"Lutz Labs\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ll<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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