{"id":98834,"date":"2025-05-10T06:02:13","date_gmt":"2025-05-10T06:02:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/98834\/"},"modified":"2025-05-10T06:02:13","modified_gmt":"2025-05-10T06:02:13","slug":"2-nm-fertigung-bei-japans-rapidus-laeuft-es-gut-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/98834\/","title":{"rendered":"2-nm-Fertigung: Bei Japans Rapidus l\u00e4uft es gut an"},"content":{"rendered":"<p>Der junge Chipauftragsfertiger Rapidus aus Japan ist nicht einmal drei Jahre alt, da beginnt die Pilotproduktion mit 2-Nanometer-Technik. Am 1. April 2025 <a href=\"https:\/\/www.rapidus.inc\/en\/news_topics\/information\/nedo-fy2025-approval\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">best\u00e4tigte Rapidus den anlaufenden Betrieb in den eigenen Reinr\u00e4umen<\/a>. Das erste Halbleiterwerk steht in Chitose, Hokkaido. Rapidus nennt das Werk IIM-1 \u2013 IIM steht f\u00fcr Innovative Integration for Manufacturing.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/spectrum.ieee.org\/rapidus-japan-semiconductor\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Gegen\u00fcber IEEM Spectrum f\u00fchrt Rapidus aus<\/a>, dass die ersten Test-Wafer schon belichtet wurden und der Hersteller bereit f\u00fcr die Pilotproduktion ist. Erste Prototypen will Rapidus im Juli produzieren. Rapidus-Chef Atsuyoshi Koike sagte im April, dass der Chipauftragsfertiger mit Branchenriesen wie Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft \u00fcber m\u00f6gliche Bestellungen spricht. In einer <a href=\"https:\/\/www.rapidus.inc\/en\/news_topics\/information\/statement-regarding-media-coverage-of-business-talks-with-specific-companies\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Stellungnahme gab Rapidus sp\u00e4ter an<\/a>, dass damit keine konkreten Firmen gemeint seien, sondern &#8222;die Art von Unternehmen&#8220;, mit denen Rapidus spreche.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/4\/8\/5\/1\/3\/2\/2\/0401-1-7994ca1be2b507fd.png\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Bild eines Halbleiterwerks im Bau\" height=\"475\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 710 \/ 475; object-fit: cover;\" width=\"710\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Rapidus&#8216; Halbleiterwerk IIM-1.<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0Rapidus)\n    <\/p>\n<p>GAAFETs mit Backside Power Delivery<\/p>\n<p>Die Serienproduktion mit gro\u00dfen St\u00fcckzahlen will Rapidus 2027 beginnen. Bis dahin wird die 2-nm-Technik nicht mehr taufrisch sein. Der Weltmarktf\u00fchrer <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/TSMC-gibt-ersten-Ausblick-auf-A14-Fertigungstechnik-10360278.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">TSMC etwa will schon dieses Jahr die Serienproduktion mit dem sogenannten N2-Prozess beginnen<\/a>; ebenso <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Intel-Foundry-18A-P-und-14A-Technik-fuer-die-breite-Masse-10368488.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Intel Foundry mit 18A<\/a>.<\/p>\n<p>Schon vor 2027 k\u00f6nnte Rapidus aber eine Alternative f\u00fcr Kleinserien darstellen. Die Japaner wollen Custom-Chips f\u00fcr Nischenm\u00e4rkte herstellen. Sollten Apple, Google &amp; Co. tats\u00e4chlich interessiert sein, erscheinen etwa KI-Chips f\u00fcr die eigenen Rechenzentren realistisch. Das w\u00e4ren Tausende bis Dutzende Tausend Chips, aber keine Millionen. Parallel l\u00e4uft die Forschung an einem Fertigungsprozess der 1-nm-Klasse.<\/p>\n<p>Zwei der drei weltweit gr\u00f6\u00dften Anbieter von EDA-Tools (Electronic Design Automation) f\u00fcr die Chipfertigung arbeiten bereits mit Rapidus zusammen: Cadence und Synopsis. Von den drei Weltmarktf\u00fchrer der Chip-EDA-Tools fehlt nur Siemens EDA.<\/p>\n<p>Genauso wie TSMC, Samsung und Intel Foundry setzt Rapidus auf den neuen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Intel-Neue-Stapeleien-fuer-Transistoren-und-Chips-MESO-Logik-als-CMOS-Abloesung-6289851.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Transistortyp Gate-All-Around (GAAFETs alias Nanosheets)<\/a>. Auch <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Chips-mit-Power-Vias-Ein-Trumpf-fuer-Intel-als-Auftragsfertiger-9165144.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Backside Power Delivery<\/a>, also die r\u00fcckseitige Stromversorgung der Transistoren, steht auf dem Plan. F\u00fcr die Prozessentwicklung arbeitet Rapidus unter anderem mit IBM, Fraunhofer, der University of Tokyo, A*star IME aus Singapur und den heimischen Institutionen Leading-edge Semiconductor Technology Center (LSTC) sowie National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) zusammen. IBM betreibt zwar keine eigenen Halbleiterwerke mehr, befindet sich bei der Transistorforschung aber weiterhin mit an der Spitze.<\/p>\n<p>Die notwendigen Lithografie-Systeme stammen von ASML aus den Niederlanden. Offiziell best\u00e4tigt Rapidus den Einsatz des EUV-Systems NXE:3800E. Laut IEEE Spectrum soll aber auch ein Lithografie-System im Wert von mehr als 300 Millionen US-Dollar betriebsbereit sein. So teuer sind ausschlie\u00dflich <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/meinung\/Bit-Rauschen-der-Prozessor-Podcast-High-NA-EUV-fuer-Chips-der-Zukunft-10191343.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EUV-Systeme mit hoher numerischer Apertur (High-NA EUV)<\/a>, die die bis dato feinsten Strukturen belichten k\u00f6nnen. So ein Exemplar kostet rund 350 Millionen Euro \u2013 ein normaler EUV-Belichter 150 Millionen bis 200 Millionen.<\/p>\n<p>Milliardeninvestitionen<\/p>\n<p>Nominell investieren die japanischen Firmen Denso, Kioxia, MUFJ Bank, NEC, NTT, Softbank, Sony und Toyota in Rapidus. W\u00e4hrend von ihnen umgerechnet aber nur Millionenbetr\u00e4ge geflossen sein sollen \u2013 in der Welt moderner Halbleiter ist das so gut wie nichts \u2013, kommt das meiste Geld von der japanischen Regierung. Bisher hat sie Rapidus mit 1,72 Billionen Yen gef\u00f6rdert, was nach aktuellem Umrechnungskurs rund 10,5 Milliarden Euro entspricht. Sch\u00e4tzungen zufolge ben\u00f6tigt Rapidus bis 2027 insgesamt f\u00fcnf Billionen Yen beziehungsweise gut 30 Milliarden Euro, um 2-nm-Chips in Serie zu produzieren.<\/p>\n<p>Nach der Produktion will Rapidus Chips k\u00fcnftig auch weiterverarbeiten. Daf\u00fcr baut der Hersteller ein Werk f\u00fcr sogenanntes Advanced Packaging auf. Es geht explizit um mehrere Chiplets auf einem gemeinsamen Tr\u00e4ger \u2013 deswegen hei\u00dft der neue Ableger Rapidus Chiplet Solutions (RCS). Auch hier arbeiten die Japaner mit IBM, Fraunhofer, der University of Toyko und A*star IME, dem japanischen Leading-edge Semiconductor Technology Center (LSTC) und National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) zusammen.<\/p>\n<p>RCS will Chips auf fortschrittliche Redistribution Layer (RDL) setzen. RDL \u00fcbertragen die Daten zwischen den Chiplets, bestehen aber nicht mehr rein aus Silizium. Stattdessen sind Siliziumbr\u00fccken und andere Komponenten integriert. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/TSMC-So-sieht-ein-High-End-Beschleuniger-der-Zukunft-aus-10360992.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">TSMC etwa will Teile der Stromversorgung in den RDL integrieren<\/a>.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:mma@heise.de\" title=\"Mark Mantel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mma<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der junge Chipauftragsfertiger Rapidus aus Japan ist nicht einmal drei Jahre alt, da beginnt die Pilotproduktion mit 2-Nanometer-Technik.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":98835,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[39804,175,170,169,29,30,838,11157,196,372,171,174,39805,173,172],"class_list":{"0":"post-98834","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-2-nanometer","9":"tag-business","10":"tag-companies","11":"tag-companies-markets","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-halbleiterindustrie","15":"tag-ibm","16":"tag-it","17":"tag-japan","18":"tag-markets","19":"tag-maerkte","20":"tag-rapidus","21":"tag-unternehmen","22":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114482023279706734","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98834","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=98834"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98834\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98835"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=98834"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=98834"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=98834"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}