{"id":988881,"date":"2026-05-02T11:00:22","date_gmt":"2026-05-02T11:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/988881\/"},"modified":"2026-05-02T11:00:22","modified_gmt":"2026-05-02T11:00:22","slug":"antisemitismus-zustaende-unhaltbar-nur-13-prozent-der-juden-in-deutschland-optimistisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/988881\/","title":{"rendered":"Antisemitismus: \u201eZust\u00e4nde unhaltbar\u201c \u2013 Nur 13 Prozent der Juden in Deutschland optimistisch"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Polizeistreifen vor der Synagoge, Anfeindungen, Hass: Auch zweieinhalb Jahre nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel erleben viele Juden in Deutschland ihre Lage als bedr\u00fcckend. In einer Umfrage des Zentralrats der Juden erkl\u00e4rten 68 Prozent von 102 j\u00fcdischen Gemeinden, es sei f\u00fcr sie unsicherer als vor dem 7. Oktober 2023. Der Wert ist seit 2024 von damals 82 Prozent etwas gesunken, aber immer noch sehr hoch.<\/p>\n<p>Zentralratspr\u00e4sident Josef Schuster sprach von einer \u201eneuen Normalit\u00e4t\u201c. Es sei \u201eeine Lage, in der j\u00fcdische Gemeinden permanent gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen und der Antisemitismus als Teil des \u00f6ffentlichen Raums eine Normalisierung erfahren hat\u201c, sagte Schuster zu der Umfrage. Selbst wenn in Graffitis in Berlin zu Mord an Juden aufgerufen werde, folge kein Sturm der Entr\u00fcstung. \u201eDiese Zust\u00e4nde sind unhaltbar\u201c, sagte Schuster.<\/p>\n<p>Statistiken weisen seit dem Hamas-\u00dcberfall auf Israel auch in Deutschland einen starken Anstieg registrierter antisemitischer Vorf\u00e4lle aus. F\u00fcr 2024 erfasste der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus Rias 8627 solcher F\u00e4lle, 77 Prozent mehr als 2023. Davon wurden 5857 F\u00e4lle als \u201eisraelbezogener Antisemitismus\u201c eingestuft.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund erstellte der Zentralrat nun schon zum dritten Mal ein \u201eLagebild\u201c der j\u00fcdischen Gemeinden. Befragt wurden F\u00fchrungspersonen. Die vorherigen Umfragen nach demselben Muster stammen von Ende 2023 und Oktober 2024. Die j\u00fcngsten Daten wurden im M\u00e4rz 2026 erhoben. <\/p>\n<p>Dabei berichtete bundesweit fast jede zweite j\u00fcdische Gemeinde \u2013\u00a0n\u00e4mlich 46 der 102\u00a0\u2013 von antisemitischen Vorf\u00e4llen in den vorangegangenen zw\u00f6lf Monaten. Davon ging es den Angaben zufolge bei 49 Prozent um Sachbesch\u00e4digungen oder Schmierereien an Geb\u00e4uden. Daneben gab es Beleidigungen, Anfeindungen, Drohanrufe oder Protestaktionen im Umfeld der Gemeinden. Das Bild war 2024 \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Der Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas im Oktober 2025 hat die Lage aus Sicht von 61 Prozent der Gemeinden in Deutschland nicht ver\u00e4ndert. 18 Prozent berichteten von einer Verbesserung, 13 Prozent von einer Verschlechterung. Der Krieg Israels und der USA gegen den Iran seit Februar brachte jedoch nach Einsch\u00e4tzung von 62 Prozent der Gemeinden in Deutschland eine Verschlechterung ihrer Lage. <\/p>\n<p>Neun von zehn Gemeinden \u00e4u\u00dferten sich zufrieden \u00fcber ihre Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbeh\u00f6rden in Deutschland \u2013 nur geringf\u00fcgig weniger als 2023 und 2024. Trotzdem sehen 33 Prozent der Gemeinden immer noch Defizite bei ihren Sicherheitsma\u00dfnahmen. <\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung aus der Zivilgesellschaft nehmen nur noch 35 Prozent der befragten Gemeinden wahr \u2013 im Vergleich zu 62 Prozent Ende 2023 und 39 Prozent 2024. Zudem melden jetzt 45 Prozent eine Verschlechterung der Beziehungen zu Moscheegemeinden und anderen muslimischen Institutionen.<\/p>\n<p>In den allermeisten Gemeinden l\u00e4uft das religi\u00f6se und soziale Leben bis auf punktuelle Einschr\u00e4nkungen weiter: Das sagten 95 Prozent der Befragten. In der \u00d6ffentlichkeit zeigen viele Juden jedoch nicht mehr ihre Identit\u00e4t. \u201eIch trage aus Sicherheitsgr\u00fcnden meinen Davidstern nicht mehr offen\u201c, sagte ein namentlich nicht genannter Umfrageteilnehmer nach Angaben des Zentralrats. <\/p>\n<p>Mehr Vorsicht und bewusstes Abw\u00e4gen<\/p>\n<p>Und ein anderer: \u201eDinge, die fr\u00fcher selbstverst\u00e4ndlich waren\u00a0\u2013 das offene Tragen religi\u00f6ser Symbole, der unbeschwerte Weg zur Synagoge\u00a0\u2013 sind heute oft begleitet von Vorsicht und einem bewussteren Abw\u00e4gen. Gleichzeitig hat die Belastung auf emotionaler Ebene stark zugenommen.\u201c Der 7. Oktober habe tiefe Spuren hinterlassen \u2013 auch durch das Gef\u00fchl, \u201edass antisemitische Haltungen wieder sichtbarer und lauter geworden sind\u201c.<\/p>\n<p>Das Sicherheitsempfinden f\u00fchrt der Umfrage zufolge Juden auch zu einem pessimistischen Blick in die Zukunft. Gefragt nach der Perspektive f\u00fcr j\u00fcdisches Leben in Deutschland sind nur zw\u00f6lf Prozent \u201eeher\u201c, ein Prozent \u201esehr\u201c optimistisch.<b> <\/b>Bei einem Blick auf den eigenen Wohnort f\u00e4llt die Prognose etwas positiver aus: 24 Prozent sind hier grunds\u00e4tzlich optimistisch.<\/p>\n<p>Angesichts der Entwicklung mahnte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm, ein h\u00e4rteres Vorgehen an. \u201eGerade muslimisch gepr\u00e4gter Antisemitismus muss st\u00e4rker geahndet werden\u201c, sagte er der \u201eRheinischen Post\u201c. <\/p>\n<p>Israelhass sei keine legitime Kritik, sondern israelbezogener Antisemitismus. \u201eWer das Existenzrecht Israels leugnet, darf keine Chance auf Einb\u00fcrgerung mehr bekommen. Wir m\u00fcssen in der Anwendung von Regeln und Gesetzen noch viel st\u00e4rker durchgreifen.\u201c Zugleich sagte Throm, der Schutz f\u00fcr j\u00fcdische Einrichtungen sei hoch und werde es bleiben m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Polizeistreifen vor der Synagoge, Anfeindungen, Hass: Auch zweieinhalb Jahre nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel erleben viele&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":988882,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,57014,3364,29,30,13,213852,14,3923,15,3921,110,12,129096,45,83420],"class_list":["post-988881","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-deutschland","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","tag-aktuelle-news","tag-aktuelle-news-aus-deutschland","tag-antisemitismus-ks","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-headlines","tag-josef-zdj","tag-nachrichten","tag-nachrichten-aus-deutschland","tag-news","tag-news-aus-deutschland","tag-newsteam","tag-schlagzeilen","tag-schuster","tag-texttospeech","tag-zentralrat-der-juden-ks"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116504639964978714","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/988881","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=988881"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/988881\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/988882"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=988881"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=988881"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=988881"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}