{"id":989138,"date":"2026-05-02T13:32:21","date_gmt":"2026-05-02T13:32:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/989138\/"},"modified":"2026-05-02T13:32:21","modified_gmt":"2026-05-02T13:32:21","slug":"musik-von-rihm-und-mahler-kulturspiegel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/989138\/","title":{"rendered":"Musik von Rihm und Mahler &#8211; Kulturspiegel"},"content":{"rendered":"<p class=\"rhp-dpa-teaser\"><b>Am 2. Mai hat bei den Schwetzinger SWR Festspielen Monteverdis \u201eL\u2019Orfeo\u201c Premiere, am gleichen Tag war 2009 die Urauff\u00fchrung von Wolfgang Rihms \u201eProserpina\u201c.<\/b><\/p>\n<p>Die Gattin des Unterweltherrschers Pluto spielt im vierten Akt der 1607 in Mantua uraufgef\u00fchrten Oper Monteverdis bekanntlich eine wichtige Rolle, gelingt es ihr doch, ihren Gatten Pluto zu erweichen, Orfeo die Chance auf R\u00fcckkehr seiner Gattin Euridice zu erm\u00f6glichen. Leider kann der mythische S\u00e4nger die Bedingung nicht erf\u00fcllen, sich auf dem R\u00fcckweg nicht zur ihr umzukehren.<\/p>\n<p>Nach Goethes Monodrama \u201eProserpina\u201c, die eine andere Geschichte erz\u00e4hlt, schuf der 1952 geborene und 2024 gestorbene Karlsruher Komponist <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Wolfgang Rihm\" data-rtr-id=\"9b00c790733f4eda6a06422a61a0ce72a491930d\" data-rtr-score=\"306.73680063041763\" data-rtr-etype=\"person\" data-rtr-index=\"7\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/wolfgang-rihm?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wolfgang Rihm<\/a> sein gleichnamiges B\u00fchnenwerk, das 2009 als Auftragswerk der Schwetzinger <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"SWR\" data-rtr-id=\"75bddddeadbea1b6340b7987f85ada006d95b1a9\" data-rtr-score=\"42.7612293144208\" data-rtr-etype=\"organisation\" data-rtr-index=\"33\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/swr?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SWR<\/a> Festspiele herauskam.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/7003715_1_articledetail_rihm.webp\" alt=\"Aus Rihms Oper: Pluto l\u00e4sst Proserpina (Mojca Erdmann) auf einen Gyn\u00e4kologiestuhl schnallen, ihm assistieren seine Folterknechte\" title=\"Aus Rihms Oper: Pluto l\u00e4sst Proserpina (Mojca Erdmann) auf einen Gyn\u00e4kologiestuhl schnallen, ihm assistieren seine Folterknechte\" width=\"753\" height=\"502\" class=\"nfy-mobile-first\"\/> Aus Rihms Oper: Pluto l\u00e4sst Proserpina (Mojca Erdmann) auf einen Gyn\u00e4kologiestuhl schnallen, ihm assistieren seine Folterknechte (Sascha J\u00e4hnert, Christian Natter, Andreas J\u00e4hnert, von links).Foto: Pipprich<\/p>\n<p>Wolfgang Rihm hat in seinem umfangreichen Schaffen oft antike Stoffe verarbeitet, auch in seinem Trompetenkonzert \u201eMarsyas\u201c. Wolfgang Rihm hat sich schon fr\u00fch mit dem Marsyas-Mythos auseinandergesetzt. Marsyas, der fl\u00f6tenspielende Satyr unterliegt dem Gott Apoll im k\u00fcnstlerischen Wettstreit und wird von ihm bei lebendigem Leib geh\u00e4utet. Die intellektuelle Kunst des Gottes triumphiert \u00fcber die Emotionalit\u00e4t des Satyrs, der von Rihm als Symbol des unabh\u00e4ngig schaffenden K\u00fcnstlers gesehen wurde. Der 2024 verstorbene Karlsruher Komponist schuf vom antiken Mythos angeregt seine 1999 im <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Badisches Staatstheater\" data-rtr-id=\"abe71378294d3112ccc08f5be3cfa8a4ade68685\" data-rtr-score=\"20.149724192277386\" data-rtr-etype=\"organisation\" data-rtr-index=\"1\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/badisches-staatstheater?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Badischen Staatstheater<\/a> uraufgef\u00fchrte \u201eMarsyas\u201c-Rhapsodie f\u00fcr Trompete mit Schlagzeug und Orchester. Ein Triumph nicht nur f\u00fcr den Komponisten, sondern auch f\u00fcr den Trompeter Reinhold Friedrich und Karlsruhes damaligen GMD Kazushi Ono. Auf Friedrichs Spuren setzte sich nun im sechsten Sinfoniekonzert Wolfram Lauel, der Solotrompeter der Badischen Staatskapelle, mit der technisch wie intellektuell h\u00f6chst fordernden Rhapsodie auseinander, wobei er von dem Schlagzeuger Marco Dalbon und Johannes Willig am Pult der Badischen Staatskapelle souver\u00e4n unterst\u00fctzt wurde. Der Wechsel von lyrischer Intensit\u00e4t und expressivem Ausbruch, der \u201eMarsyas\u201c pr\u00e4gt, wurde von Wolfram Lauel mit gro\u00dfem Nachdruck gestaltet. Als vom Publikum gefeierter musikalischer Kontrapunkt pr\u00e4sentierte Lauel, gemeinsam mit dem Jazztrio \u201eTirantes\u201c (bestehend aus Willig am Fl\u00fcgel, Schlagzeuger Dalbon und dem Kontrabassisten Xiaoyin Feng) zudem eine swingende Zugabe des Jazztrompeters Harry James.<\/p>\n<p>Mahler mit Staatskapelle und Staatsphilharmonie<\/p>\n<p>Umrahmt wurde Rihms Rhapsodie von der Suite aus Leos Janaceks Oper \u201eDas schlaue F\u00fcchslein\u201c und Dvoraks selten zu h\u00f6render sechster Sinfonie. Janaceks Musik, die Suite nutzt nur Material aus dem ersten Akt der Oper, ist der von Willig sehr konzentriert geleiteten Badischen Staatskapelle h\u00f6rbar nicht fremd, war die Oper doch zu Zeiten von GMG Justin Brown auf dem Spielplan des Badischen Staatstheaters.  Zu gro\u00dfer Form liefen der erste Kapellmeister des Hauses und das Orchester bei der D-Dur Sinfonie von Dvorak auf. Willig fand eine treffende Mischung aus genauer Ausformung der musikalischen Verl\u00e4ufe und musikantischem \u00dcberschwang. Strahlende Streicherkl\u00e4nge pr\u00e4gten die Sechste ebenso wie viele fein austarierten Bl\u00e4sersoli, denen der Dirigent viel Gestaltungsraum lie\u00df. Lyrische Intensit\u00e4t wie im Adagio standen neben rhythmischem \u00dcberschwang im vorantreibenden Furiant, das Finale wurde zu einem vom furiosen Stretta-Taumel gepr\u00e4gten H\u00f6hepunkt.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Sinfoniekonzert der Badischen Staatskapelle im Karlsruher Staatstheater dirigiert am 31. Mai um 11 Uhr und 1. Juni um 19.30 Uhr GMD Georg Fritzsch die monumentale dritte Sinfonie von <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Gustav Mahler\" data-rtr-id=\"5d4fb4f5144847c87f4206a81712b39fe4517072\" data-rtr-score=\"37.328605200945624\" data-rtr-etype=\"person\" data-rtr-index=\"10\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/gustav-mahler?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gustav Mahler<\/a>. Fast genau ein Jahr sp\u00e4ter vom 21. bis 23. Mai 2027 wird die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter Michael Francis das singul\u00e4re Werk in Ludwigshafen und Mainz spielen. Im f\u00fcnften Satz werden die Partien des Knaben- und Frauenchores von Ensembles der Speyerer Dommusik in der Einstudierung von Domkapellmeister Markus Melchiori \u00fcbernommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 2. 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