{"id":989631,"date":"2026-05-02T18:31:38","date_gmt":"2026-05-02T18:31:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/989631\/"},"modified":"2026-05-02T18:31:38","modified_gmt":"2026-05-02T18:31:38","slug":"der-stadtrat-tagte-keine-entscheidung-zu-leipziger-taubenschlaegen-ohne-einen-kompetenten-runden-tisch-video-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/989631\/","title":{"rendered":"Der Stadtrat tagte: Keine Entscheidung zu Leipziger Taubenschl\u00e4gen ohne einen kompetenten Runden Tisch + Video \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Tauben in der Stadt waren schon mehrfach Thema im Leipziger Stadtrat. Oft unter dem Aspekt der Vergr\u00e4mung, von ausgelegten Fallen und anderen Gnadenlosigkeiten, mit denen Hausbesitzer gegen Tauben vorgehen. Simse und Erker sind mit Stacheln bewehrt, um Tauben abzuschrecken. Aber w\u00e4re es da denn nicht klug, die Zahl der Tauben in Leipzig durch einen betreuten Taubenschlag zu verringern? Das hatte Annette W\u00f6lfer beantragt, deren Petition eigentlich am 29. April in der Ratsversammlung aufgerufen werden sollte. Aber die SPD-Fraktion beantragte eine Vertagung.<\/p>\n<p>\u201eEin betreutes Taubenhaus macht die Stadt sauberer (Restaurants, Fahrzeuge, Geb\u00e4ude)\u201c, <a href=\"https:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027299&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">hatte Annette W\u00f6lfer in ihrer Petition geschrieben<\/a>.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/a18cc70cbb6441fd904769e536998dc4.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2026\/05\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2026\/05\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>\u201eEs spart langfristig Kosten f\u00fcr Reinigung. Wir w\u00fcnschen uns, dass Leipzig dem Beispiel anderer St\u00e4dte folgt und Verantwortung \u00fcbernimmt f\u00fcr die Tiere, die durch unsere Gesellschaft in diese Lage geraten sind. Leipzig w\u00e4re damit in der Vorbildfunktion f\u00fcr weitere St\u00e4dte. Es w\u00fcrde weiter eine positive Reputation f\u00fcr Leipzig bedeuten und fordern: Ein betreutes Taubenhaus (falls kleiner, auch 2) am\/um Lindenauer Markt. Einen offenen Dialog zwischen Stadt, Fachleuten und engagierten B\u00fcrgern. Ein Ende der Verbote ohne L\u00f6sungen.<\/p>\n<p>Kosten der Errichtung eines Taubenschlages: je nach Standort und Art des Baus, bei ca. 200 bis 400 Tauben: 3.000 bis 40.000\u20ac. Durch Kostenteilung zwischen zum Beispiel Stadt Leipzig, Objekteigent\u00fcmern, Firmen und Banken, die Anlieger sind, sowie eine Sammlung privater Spenden, verringern sich Aufwand und Finanzierung. Zudem leisten ehrenamtliche Helfer kostenlos Arbeit beim F\u00fcttern, bei der Reinigung und beim Austausch der Eier.\u201c<\/p>\n<p>Ein Vorbild f\u00fcr das gew\u00fcnschte Taubenhaus <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2021\/08\/experiment-laeuft-taubenschlag-soll-die-stadttauben-aus-der-s-bahn-station-bayerischer-bahnhof-anlocken-403921\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">gibt es seit 2021 sogar schon am Bayerischen Bahnhof.<\/a><\/p>\n<p>Aber das Veterin\u00e4r- und Lebensmittelaufsichtsamt der Stadt<a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2028045&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"> hatte zur Petition eine sehr deutliche Ablehnung geschrieben<\/a>: \u201eStadttauben gelten als herrenlose Wildtiere, deren Versorgung keine Pflichtaufgabe der Kommune darstellt. Die in manchen Kommunen im Rahmen freiwilliger Projekte etablierten Taubenschl\u00e4ge bspw. nach dem \u201aAugsburger Modell\u2018 zeigen gemischte Erfolge. Die Kosten f\u00fcr Errichtung und laufenden Betrieb eines Taubenschlages sind hoch und durch die Stadt Leipzig nicht leistbar.\u201c<\/p>\n<p>Kein Geld f\u00fcr ein Taubenprojekt<\/p>\n<p>Dass Leipzig Taubenschlag-Projekte derzeit gar nicht finanzieren k\u00f6nnte, betonte das Amt recht deutlich: \u201eDie im Antrag aufgef\u00fchrten Kosten f\u00fcr Taubenschl\u00e4ge sind aus Sicht der Stadtverwaltung nicht ausk\u00f6mmlich, was bereits in den vorangegangenen aufgef\u00fchrten Positionierungen der Stadt zu Tauben thematisiert und erl\u00e4utert wurde.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, dass die im Antrag benannten Orte gro\u00dfer Taubenpopulationen dabei mit den Hinweisen des Ordnungsamtes \u00fcbereinstimmen, sind freiwillige Projekte derzeit finanziell nicht darstellbar. Es sind hierf\u00fcr keine Haushaltsmittel eingestellt und Pflichtaufgaben der Stadt Leipzig, insbesondere der Grundversorgung, haben Vorrang.\u201c<\/p>\n<p>Gleich zwei Fraktionen hatten das Anliegen der Petition aufgegriffen und eigene Antr\u00e4ge dazu formuliert \u2013 die von B\u00fcndnis 90 \/ Die Gr\u00fcnen und der CDU. Sie zeigten sich beide vom rigiden Standpunkt der Stadt nicht \u00fcberzeugt und pl\u00e4dierten unter anderem daf\u00fcr, vor einer Beschlussfassung erst einmal einen Runden Tisch mit Experten zur Taubenfrage einzuberufen.<\/p>\n<p>\u201eEin Runder Tisch erm\u00f6glicht dar\u00fcber hinaus die B\u00fcndelung fachlicher Expertise sowie die Einbindung relevanter Akteure, um tragf\u00e4hige und breit abgestimmte L\u00f6sungen zu entwickeln\u201c, <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2029545&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">schrieb z.B. die CDU-Fraktion in ihrem Antrag.<\/a><\/p>\n<p>Nicht ohne Runden Tisch<\/p>\n<p>Nur: Diesen Runden Tisch hat es bislang nicht gegeben. Weshalb SPD-Stadtr\u00e4tin Andrea Niermann in der Ratsversammlung am 29. April einmal mehr f\u00fcr eine Vertagung dieses Tagesordnungspunktes warb. Schon im M\u00e4rz war die Petition deshalb verschoben worden.<\/p>\n<p>Und so weit weg waren auch die Gr\u00fcnen mit ihrem Antrag nicht, auch wenn sie einige Punkte aus dem CDU-Antrag ablehnten.<\/p>\n<p>\u201eBegleitend zur Standortsuche und Errichtung der beiden beabsichtigten Taubenschl\u00e4ge in unmittelbarer N\u00e4he der beiden gr\u00f6\u00dften Stadttaubenpopulationen in Leipzig soll mittels der Einrichtung eines Runden Tisches aus Expert*innen die sp\u00e4tere tierschutzgerechte Unterhaltung der Taubenschl\u00e4ge vorbereitet werden. Hierzu ist die Erarbeitung eines kommunalen Stadttaubenmanagements notwendig und beabsichtigt\u201c, <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2029903&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2196860\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">hatten die Gr\u00fcnen\u00a0 ihren Antrag begr\u00fcndet<\/a>.<\/p>\n<p>Und Gr\u00fcnen-Stadtr\u00e4tin Anne Vollerthun warb nun am 29. April daf\u00fcr, dass die Petition nicht noch einmal verschoben wird.<\/p>\n<p>Doch gerade weil ganz offensichtlich der Runde Tisch bis heute fehlt und damit auch eine belastbare Grundlage f\u00fcr eine Tauben-Strategie in Leipzig, folgte die Ratsmehrheit dem Absetzungsantrag von Andrea Niermann.<\/p>\n<p>Ziemlich knapp mit 29:28 Stimmen bei drei Enthaltungen. Aber gerade das zeigt ja, dass trotz emsiger Auseinandersetzung im Fachausschuss noch immer Diskussionsbedarf besteht. Und dass die meisten Stadtr\u00e4tinnen und Stadtr\u00e4te \u00fcber das Thema nicht entscheiden wollen, solange es keinen Runden Tisch gab.<\/p>\n<p>OBM Burkhard Jung versprach am 29. April jedenfalls, dass ein solcher Runder Tisch endlich einberufen werden soll \u2013 und zwar vor der n\u00e4chsten Ratsversammlung am 26. Mai.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Tauben in der Stadt waren schon mehrfach Thema im Leipziger Stadtrat. 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