{"id":990317,"date":"2026-05-03T01:44:23","date_gmt":"2026-05-03T01:44:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/990317\/"},"modified":"2026-05-03T01:44:23","modified_gmt":"2026-05-03T01:44:23","slug":"tausende-feiern-bei-illegalem-rave-auf-gefaehrlichem-franzoesischem-militaergelaende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/990317\/","title":{"rendered":"Tausende feiern bei illegalem Rave auf &#8222;gef\u00e4hrlichem franz\u00f6sischem Milit\u00e4rgel\u00e4nde&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Seit dem ersten Mai str\u00f6men rund 20 000 Menschen aus ganz Europa nach Cornusse bei Bourges im D\u00e9partement Cher. Dort feiern sie mehrere Tage lang ein Rave-Festival. Das Gel\u00e4nde ist ein Schie\u00dfplatz, auf dem bis vor Kurzem die Haubitze Caesar getestet wurde; die Beh\u00f6rden stufen ihn als gef\u00e4hrlich ein.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Die Regionalbeh\u00f6rden verweisen auf \u201epyrotechnische\u201c Risiken durch m\u00f6gliche Blindg\u00e4nger, vor allem im gesperrten Waldst\u00fcck.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Lokalmedien stehen bereits rund 2 000 Fahrzeuge auf dem Areal. Die Veranstalter rechnen am Wochenende mit bis zu 30 000 Besucherinnen und Besuchern.<\/p>\n<p>Die Party lief auch am Samstag weiter. Eine R\u00e4umung ist bislang nicht angek\u00fcndigt, obwohl bis zu 600 Gendarmen im Einsatz sind.<\/p>\n<p>\u201eDas ganze Wochenende \u00fcber, Tag und Nacht, \u00fcberwachen die Sicherheitskr\u00e4fte das Gel\u00e4nde der illegalen Versammlung und sichern die Zufahrten\u201c, teilte die Pr\u00e4fektur mit. Kontrollen w\u00fcrden \u201esystematisch durchgef\u00fchrt, um Verst\u00f6\u00dfe festzustellen und Bu\u00dfgelder zu verh\u00e4ngen\u201c.<\/p>\n<p>Nach einer vorl\u00e4ufigen Bilanz stellten die Einsatzkr\u00e4fte seit Freitag, 17 Uhr, 32 Ordnungswidrigkeitenbescheide aus, vor allem wegen Drogenbesitzes; vier Personen kamen in Polizeigewahrsam. Zw\u00f6lf Menschen mussten vom Rettungsdienst versorgt werden. Die Beh\u00f6rden melden zudem Sch\u00e4den an Milit\u00e4rgeb\u00e4uden und Graffiti-Schmierereien.<\/p>\n<p>Schilder weisen zwar auf ein Milit\u00e4rgel\u00e4nde hin, physische Absperrungen gibt es jedoch nicht. Eine D\u00e9partementsstra\u00dfe, derzeit in beide Richtungen gesperrt, f\u00fchrt mitten hindurch. Die Beh\u00f6rden rufen Autofahrerinnen und Autofahrer zu besonderer Vorsicht auf: \u201eIn der Gegend sind viele Fu\u00dfg\u00e4nger unterwegs.\u201c<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4fekt des D\u00e9partements Cher, Philippe Le Moing Surzur, will am Samstag mit Landwirten und der R\u00fcstungsbeh\u00f6rde Direction g\u00e9n\u00e9rale de l\u2019armement zusammenkommen.<\/p>\n<p>Teknival als Protestaktion<\/p>\n<p>Es ist nicht das erste Teknival in der Region Centre-Val de Loire. Der Pr\u00e4fekt von Cher hatte mit einem solchen Szenario gerechnet.<\/p>\n<p>F\u00fcr das verl\u00e4ngerte Wochenende hatte er bereits ein Verbot von Raves und der \u201eVerbringung von Beschallungsanlagen\u201c erlassen. Nachdem das Festival dennoch startete, erlaubte die Pr\u00e4fektur der Gendarmerie, Drohnen \u00fcber dem Gel\u00e4nde einzusetzen und Luftaufnahmen zu machen.<\/p>\n<p>Die Organisatorinnen und Organisatoren kritisierten in einer Mitteilung eine \u201eepidemische Vermehrung von Verboten\u201c. Sie ver\u00f6ffentlichten zudem eine parodistische Verwaltungsvorschrift, in der es hei\u00dft, \u201ealle festlichen Zusammenk\u00fcnfte wie Raves, Free Partys und Teknivals sind im D\u00e9partement Cher erlaubt und notwendig\u201c.<\/p>\n<p>Im Inhalt dieses \u201eDekrets\u201c begr\u00fcnden sie auch die Standortwahl. Das Schie\u00dfgel\u00e4nde bezeichnen sie darin als \u201et\u00f6dliches Labor und Basis f\u00fcr Waffentests aller Art im Auftrag der franz\u00f6sischen Armee und privater Akteure\u201c.<\/p>\n<p>Da Bourges, die D\u00e9partement-Hauptstadt, zur Europ\u00e4ischen Kulturhauptstadt 2028 gek\u00fcrt wurde, forderten die Veranstalter sogar Fr\u00e9d\u00e9ric Hocquard, den Generalbeauftragten des Projekts, auf, die Free Party in das Kulturprogramm aufzunehmen.<\/p>\n<p>Insgesamt prangert der anonyme Text einen \u201epolitischen Angriff auf tanzende K\u00f6rper\u201c an und fordert, jede Gesetzgebung aufzugeben, die \u201eFeierr\u00e4ume kriminalisiert\u201c.<\/p>\n<p>Im Visier steht vor allem ein Gesetzentwurf der Horizons-Abgeordneten Laetitia Saint-Paul zur \u201eKriminalisierung der Organisation von Rave-Partys\u201c. Er sieht bis zu sechs Monate Haft und 30 000 Euro Geldstrafe f\u00fcr alle vor, die zur Organisation einer nicht angemeldeten oder verbotenen Musikveranstaltung \u201ebeitragen\u201c.<\/p>\n<p>Die Initiative soll die L\u00e4rmbelastung f\u00fcr Anwohnerinnen und Anwohner verringern, die h\u00e4ufig in der Landwirtschaft arbeiten.<\/p>\n<p>Die Abgeordneten der Nationalversammlung nahmen den Text am neunten April in erster Lesung an. Nun liegt er im Senat, steht dort aber bisher nicht auf der Tagesordnung.<\/p>\n<p>Auch der Gesetzentwurf \u201eRipost\u201c, den der Ministerrat Ende M\u00e4rz beschlossen hat, richtet sich nicht nur gegen Raves. Er nimmt auch urbane Motorrad-Rodeos ins Visier, bei denen Teilnehmende und Fu\u00dfg\u00e4ngerinnen und Fu\u00dfg\u00e4nger schwere Unf\u00e4lle riskieren, sowie den Einsatz von Feuerwerksm\u00f6rsern.<\/p>\n<p>\u201eWas ist zug\u00e4nglicher als eine Free Party?\u201c<\/p>\n<p>Jean (Name ge\u00e4ndert), DJ und Veranstalter aus der Region Lyon, sagt Euronews, die Versch\u00e4rfung des Strafrechts gegen Raves bereite ihm gro\u00dfe Sorgen. Er verweist auf die \u201eunklaren\u201c gesetzlichen Formulierungen und die Einf\u00fchrung von Haftstrafen. \u201eWir reden unter den Veranstaltern viel dar\u00fcber, das ist sehr problematisch.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer Staat will eine ganze Gegenkultur verschwinden lassen\u201c, meint er.<\/p>\n<p>In Frankreich kosten Festivaltickets inzwischen oft rund 50 Euro, Tagesp\u00e4sse k\u00f6nnen \u00fcber 100 Euro liegen. Jean sieht deshalb auch eine soziale Frage: \u201eDie meisten Leute, die Free Partys besuchen, k\u00f6nnen sich andere Veranstaltungsorte gar nicht mehr leisten.\u201c<\/p>\n<p>Er kritisiert einen \u201erepressiven\u201c Ansatz, der Veranstalterinnen und Veranstalter seiner Ansicht nach in \u201egef\u00e4hrliche Grauzonen\u201c dr\u00e4ngt, damit die Polizei zur\u00fcckhaltender eingreift. Der Staat k\u00f6nnte diese Kollektive seiner Meinung nach vielmehr unterst\u00fctzen und \u201eihnen helfen, einen klaren Rahmen zu schaffen\u201c.<\/p>\n<p>Der 30-J\u00e4hrige stellt das Vorgehen der Beh\u00f6rden grunds\u00e4tzlich infrage. Er wundert sich, dass elektronische Musik aus Frankreich im Dezember 2025 zum immateriellen Kulturerbe des Landes erkl\u00e4rt wurde, die Regierung zugleich aber \u201eden Veranstaltern von Free Partys und Raves und sogar den Teilnehmenden Haftstrafen androht\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit dem ersten Mai str\u00f6men rund 20 000 Menschen aus ganz Europa nach Cornusse bei Bourges im D\u00e9partement&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":990318,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,5561,3980,156,41482,13,14,15,12,13206],"class_list":["post-990317","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-frankreich","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-festival","tag-france","tag-frankreich","tag-gesetzentwurf","tag-headlines","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-techno"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116508116392595480","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/990317","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=990317"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/990317\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/990318"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=990317"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=990317"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=990317"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}