{"id":990697,"date":"2026-05-03T05:37:17","date_gmt":"2026-05-03T05:37:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/990697\/"},"modified":"2026-05-03T05:37:17","modified_gmt":"2026-05-03T05:37:17","slug":"grundwasser-an-vielen-kuesten-sinkt-ist-das-trinkwasser-bedroht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/990697\/","title":{"rendered":"Grundwasser an vielen K\u00fcsten sinkt &#8211; ist das Trinkwasser bedroht?"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/bondi-beach-australien-100.jpg\" alt=\"Fast menschenleerer Bondi Beach in Sydney, Australien\" title=\"Fast menschenleerer Bondi Beach in Sydney, Australien | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 03.05.2026 \u2022 06:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Etwa ein Drittel der Weltbev\u00f6lkerung lebt in K\u00fcstenregionen. Doch gibt es dort immer weniger Trinkwasser: W\u00e4hrend der Meeresspiegel steigt, sinkt der Grundwasserspiegel.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s44221-026-00619-8\" title=\"Studie zu Grundwasser an K\u00fcsten\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Studie<\/a> mit Daten von rund 480.000 Grundwasserbrunnen weltweit zeigt: In vielen K\u00fcstenregionen &#8211; etwa in den USA, Zentralamerika, im Mittelmeerraum, in Indien, S\u00fcdafrika und Australien &#8211; sinkt der Grundwasserspiegel oft dauerhaft. In einigen Brunnen j\u00e4hrlich um bis zu 50 Zentimeter. Es wird oft zu viel Grundwasser entnommen, entweder f\u00fcr den Trinkwasserverbrauch oder f\u00fcr Industrie und Landwirtschaft.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das ist ein Problem: Denn gleichzeitig steigt durch den Klimawandel der Meeresspiegel &#8211; und f\u00e4llt der Grundwasserpegel darunter, kann Salzwasser eindringen und das Grundwasser versalzen. Dann taugt es weder als Trinkwasser noch f\u00fcr die Landwirtschaft.<\/p>\n<p>    Evakuierungsprojekt Jakarta<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Problem zeigt sich besonders in gro\u00dfen St\u00e4dten mit mehr als zehn Millionen Einwohnern &#8211; den sogenannten Megacities. Um deren riesige Bev\u00f6lkerung mit Trinkwasser zu versorgen, werden die Grundwasserreserven oft \u00fcber Jahre hinweg stark angezapft, ohne dass genug neues Wasser nachkommt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein bekanntes Beispiel sei etwa Indonesiens Hauptstadt Jakarta, sagt Robert Reinecke, Professor f\u00fcr Physische Geographie mit dem Schwerpunkt Erdsystemmodellierung.<strong> &#8222;<\/strong>Manche haben vielleicht mitbekommen, dass dort die Hauptstadt verlegt wird, weil Jakarta massive Wasserprobleme hat.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die indonesische Hauptstadt soll unter anderem wegen \u00dcberschwemmungsrisiken und \u00dcberbev\u00f6lkerung in die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/neue-hauptstadt-indonesien-100.html\" title=\"Indonesiens Hauptstadt der Zukunft k\u00e4mpft mit alten Problemen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">neue Stadt Nusantara auf der Insel Borneo verlegt werden<\/a>. Das Projekt kostet die Regierung umgerechnet rund 32 Milliarden Euro. Doch neben steigender Fluten spielt auch das Trinkwasser eine entscheidende Rolle.<\/p>\n<p>    Zu wenig Grundwasser bedroht Lebensgrundlage<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wenn K\u00fcstenregionen ihre Grundwasserreserven nicht sch\u00fctzen, k\u00f6nne Wasserknappheit schon lange vor sichtbaren \u00dcberschwemmungen zum Problem werden, meint Reinecke: &#8222;Tendenziell ist es so, dass Trinkwasserverf\u00fcgbarkeit nun mal die Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass Menschen irgendwo leben k\u00f6nnen, Lebensmittel anbauen k\u00f6nnen und wir gesunde \u00d6kosysteme haben.&#8220; Das Thema Grundwasser im Zusammenhang mit Meeresspiegelanstieg sei wenigen Menschen bewusst, vermutet der Forscher.<\/p>\n<p>    Ma\u00dfnahmen zur Sicherung von Grundwasser<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Methoden, um Trinkwasserreserven zu sch\u00fctzen, gibt es l\u00e4ngst. Der wichtigste Hebel ist dabei ganz simpel: Es darf nicht mehr Grundwasser entnommen werden, als sich wieder neu bilden kann. Hydrologe Nils Moosdorf von der Uni Kiel betont, wie entscheidend hier ein gutes Management ist. Es sei wichtig zu beobachten, wie viel Grundwasserleiter und Grundwasser aushalten. &#8222;Und dann auch entsprechend die Regeln umsetzt und sagt: &#8218;Hier d\u00fcrft ihr maximal so viel pumpen und nicht mehr.'&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Einen einzelnen Hauptverursacher f\u00fcr den sinkenden Grundwasserpegel gibt es dabei nicht. Vielmehr sei es ein Zusammenspiel verschiedener Nutzer: private Haushalte, St\u00e4dte, Unternehmen &#8211; und vor allem die Landwirtschaft, die gro\u00dfe Mengen Wasser f\u00fcr die Bew\u00e4sserung ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>    Entsalzungsanlagen als Option f\u00fcr Trinkwasser<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In trockenen Gebieten wie den USA, Saudi Arabien oder Spanien werden Entsalzungsanlagen genutzt, um Meerwasser zu Trinkwasser aufzubereiten. Dieselbe Technologie k\u00f6nne auch f\u00fcr versalzenes Grundwasser verwendet werden, bringe aber auch Nachteile mit sich, sagt Moosfeld, der auch am Leibniz-Zentrum f\u00fcr Marine Tropenforschung arbeitet: &#8222;Das ist immer das Problem: Wenn ich das Wasser entsalze, dann beame ich das Salz nicht auf den Mond. Man gibt es dann normalerweise wieder in den Ozean &#8211; und da ist zu viel Salz lokal aber auch ein Problem.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gleichzeitig verbrauche das Verfahren auch viel Energie. &#8222;Eigentlich habe ich ein Interesse daran, das System so zu managen, dass es funktioniert. Das hei\u00dft auch gar nicht weniger Wasser entnehmen, sondern vielleicht lohnt es sich auch manchmal das Wasser woanders zu entnehmen&#8220;, sagt der Hydrologe. &#8222;Also ein bisschen weiter von der K\u00fcste weg oder nicht alles an einem Punkt, sondern an mehreren Punkten.&#8220;<\/p>\n<p>    Mehr Evakuierungen an den K\u00fcsten?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In Insell\u00e4ndern wie der pazifischen Inselgruppe Tuvalu gibt es bereits konkrete \u00dcberlegungen, angesichts des zunehmenden \u00dcberschwemmungsrisikos die Bev\u00f6lkerung <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/ozeanien\/tuvalu-australien-klimawandel-100.html\" title=\"Antr\u00e4ge auf Klima-Asyl in Australien: Tausende wollen weg aus Tuvalu\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nach Australien zu evakuieren<\/a>. Das Australien-Tuvalu-Falepili-Union-Treaty erm\u00f6glicht es j\u00e4hrlich 280 Inselbewohnern, nach Australien auszuwandern und dort zu leben, zu arbeiten oder zu studieren &#8211; ohne ihr Recht zu verlieren, nach Tuvalu zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bis 2050 k\u00f6nnten laut NASA gro\u00dfe Teile der Inselgruppe im Meer versunken sein. &#8222;Diese Nationen werden tendenziell ihre Inseln verlassen m\u00fcssen, weil sie kein Trinkwasser mehr haben, bevor sie \u00fcberhaupt unter dem Meer verschwinden&#8220;, so Robert Reinecke, Forscher der Johannes-Kepler-Universit\u00e4t Mainz. Plakativ k\u00f6nne man sagen: &#8222;Sie werden verdursten, bevor sie ertrinken.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Solche Entwicklungen werden in Zukunft voraussichtlich h\u00e4ufiger auftreten, warnt er. Das Wissen \u00fcber geeignete Methoden zum Schutz der Grundwasserreserven sei jedoch bereits vorhanden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 03.05.2026 \u2022 06:00 Uhr Etwa ein Drittel der Weltbev\u00f6lkerung lebt in K\u00fcstenregionen. 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