{"id":990916,"date":"2026-05-03T07:55:19","date_gmt":"2026-05-03T07:55:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/990916\/"},"modified":"2026-05-03T07:55:19","modified_gmt":"2026-05-03T07:55:19","slug":"werder-bremen-ein-seltsam-fahrlaessiger-auftritt-gegen-augsburg-sport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/990916\/","title":{"rendered":"Werder Bremen: Ein seltsam fahrl\u00e4ssiger Auftritt gegen Augsburg &#8211; Sport"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Senne Lynen wirkte irritiert. Was wollte denn der Mann an der Seitenlinie jetzt von ihm? Der Mittelfeldspieler des <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/SV_Werder_Bremen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SV Werder Bremen<\/a> hatte nicht mehr verbrochen, als einen Gegenspieler zu foulen, nicht \u00fcberhart, eher unbeholfen. Doch Manuel Baum wollte sich einfach nicht beruhigen. Mit dem Finger zeigte der Trainer des <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/FC_Augsburg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">FC Augsburg<\/a> auf Lynen, \u00fcber die \u00fcberbrachten Worte kann nur spekuliert werden. Ein denkbarer Satz: Das traust du dich nicht noch mal, Freundchen! Ein weiterer: So nicht, Freundchen! Es muss beinahe zwingend davon ausgegangen werden, dass das Wort \u201eFreundchen\u201c gefallen ist. Baum schimpfte und tobte wie ein aufgebrachter Nachbar, der einen Eindringling vom frisch gem\u00e4hten Rasen scheucht. Lynen folgte jedenfalls Baums Anweisung und schlich vom Tatort, schulterzuckend und ein wenig verlegen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In banalste Szenen l\u00e4sst sich entschieden zu viel hinein interpretieren, und es w\u00e4re unseri\u00f6s, allein am Aggregatzustand von Lynen (devot) und Baum (on fire) ein Sinnbild f\u00fcr dieses Fu\u00dfballspiel zu erkennen. Das lag vorwiegend daran, dass dieser Augsburger 3:1-Sieg in Bremen noch weitaus mehr beispielhaftes Material lieferte. Lynen etwa war von Baums Standpauke offenbar derart beeindruckt, dass er mit zwei fatalen Ballverlusten zu Augsburger Chancen beitrug; es waren Ausweise jener Unbedarftheit, in der ihm seine Teamkollegen in nichts nachstanden. Die Bremer wiesen FCA-Mittelfeldmann Anton Kade bei seinen Treffern derart aufdringlich den Weg durch die eigene Deckung, dass der nicht viel mehr machen musste, als einmal einzuschieben (24. Minute) und einmal freistehend einzuk\u00f6pfeln (45.). Dazwischen reihte die Heimelf derart viele Fehlp\u00e4sse aneinander, dass sie die Augsburger auch optisch ins Spiel holten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Und in der zweiten Halbzeit, als Werder durch den Anschlusstreffer von Romano Schmid (64.) optisch endlich wieder drin war, dauerte es gerade mal f\u00fcnf Min\u00fctchen, bis sich diese am Samstag schrecklich konfuse Elf wieder selbst aus dem Spiel man\u00f6vriert hatte. Ein Augsburger Eckball mitsamt Kopfballverl\u00e4ngerung reichte, damit Kristijan Jakic den Ball freistehend \u00fcber die Linie dr\u00fccken durfte (69.). Irgendwann fing sogar der sonst so tapfer parierende Bremer Torwart Mio Backhaus an, Unsicherheiten in seine Ballfangfertigkeiten einzustreuen. Und das will etwas hei\u00dfen: Backhaus, 21, hatte zuletzt die Ruhe eines Zen-M\u00f6nchs ausgestrahlt. Was also war passiert, wo die Bremer j\u00fcngst doch erst den HSV im Nordderby niedergerungen und beim VfB Stuttgart einen hart erk\u00e4mpften Punktgewinn verzeichnen konnten?<\/p>\n<p>Werder Bremen bleiben noch zwei Chancen auf den Klassenerhalt<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dass der SV Werder nicht ganz bei der Sache wirkte, w\u00e4re eine gn\u00e4dige Untertreibung mit Blick auf diesen irritierenden Nachmittag, der nach den Vorstellungen der Bremer Anh\u00e4nger eigentlich in ausgelassenen Abendfeierlichkeiten h\u00e4tte m\u00fcnden sollen: Offiziell h\u00e4tte man den Klassenverbleib zwar auch bei einem Sieg nicht vermelden k\u00f6nnen \u2013 die 35 Punkte, die der Klub in diesem Szenario eingesammelt h\u00e4tte, w\u00e4ren jedoch gleichbedeutend mit einer Vertreibung existentiellster Sorgen gewesen. Insofern war es denkbar ung\u00fcnstig, dass die Bremer auftraten, als ob sie diese Zielmarke bereits erreicht h\u00e4tten, obwohl sie das nicht haben.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Fehlende \u201eEnergie\u201c wurde von gleich mehreren Kadermitgliedern moniert, darunter Verteidiger Armos Pieper und Spielmacher Schmid. Trainer Daniel Thioune fand, sein Team habe weniger \u201eenergetisch\u201c gewirkt als in den zwei Wochen zuvor. Dem Sportchef Clemens Fritz war die Entt\u00e4uschung deutlich anzusehen, er versicherte das Plenum (und sich selbst?) aber gleich mehrfach der Tatsache, dass man es weiterhin \u201eselbst in der Hand\u201c habe mit dem Klassenverbleib. Die Bremer zeigten Schuldbewusstsein, wirklich erkl\u00e4ren konnte sich diese Fahrl\u00e4ssigkeit jedoch keiner.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Zur protokollarischen Vollst\u00e4ndigkeit geh\u00f6rte noch, dass Coach Thioune aus relativ heiterem Himmel von einer Vierer- auf eine F\u00fcnfer-Abwehrkette umgestellt hatte; ein gerade in Heimspielen arg sicherheitsorientierter Ansatz, der in dieser Saison deutlich mehr Entt\u00e4uschung als Produktives hervorgebracht hat. Eine Systemdebatte wollte Thioune hinterher jedenfalls nicht f\u00fchren, wom\u00f6glich, weil rationale Gr\u00fcnde ohnehin nicht weitergeholfen h\u00e4tten. Die Bremer sind sich gegen Augsburg letztlich treu geblieben. Auf unerwartete H\u00f6hen folgen pl\u00f6tzliche Einbr\u00fcche, Werder legt eine konstant inkonstante Spielzeit hin, die wiederum wie ma\u00dfgeschneidert zur Beschaffenheit Kader passt: wenig Tempo, viele Verletzungssorgen, kein St\u00fcrmer auf verl\u00e4sslichem Bundesliganiveau.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eEs geht bis zum Ende\u201c, lautete die Devise sowohl von Trainer Thioune als auch von Verteidiger Pieper. Was mit Blick auf die Ausgangslage denkbar ung\u00fcnstig erschien, denn: Jetzt bleiben nur noch zwei Chancen, um diese Saison einem vers\u00f6hnlichen Ende zuzuf\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Senne Lynen wirkte irritiert. Was wollte denn der Mann an der Seitenlinie jetzt von ihm? 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