{"id":991767,"date":"2026-05-03T16:34:19","date_gmt":"2026-05-03T16:34:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/991767\/"},"modified":"2026-05-03T16:34:19","modified_gmt":"2026-05-03T16:34:19","slug":"welthandel-trumps-neue-zollplaene-treffen-vor-allem-deutschland-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/991767\/","title":{"rendered":"Welthandel: Trumps neue Zollpl\u00e4ne treffen vor allem Deutschland &#8211; Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Br\u00fcssel\/Berlin\/Washington &#8211; In der neuen Woche steht eine kr\u00e4ftige Anhebung der US-Z\u00f6lle auf Fahrzeuge aus der <a href=\"https:\/\/www.schwarzwaelder-bote.de\/thema\/EU\" title=\"EU\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a> ins Haus. Das d\u00fcrfte vor allem die deutschen Autobauer treffen. Die Europ\u00e4ische Union und die Wirtschaft kritisieren die von US-Pr\u00e4sident Donald Trump angek\u00fcndigte Zollerh\u00f6hung scharf. Die EU-Kommission beh\u00e4lt sich Gegenma\u00dfnahmen vor, sollte Trump seine Ank\u00fcndigung tats\u00e4chlich wahr machen.<\/p>\n<p>Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, man habe die Ank\u00fcndigung des US-Pr\u00e4sidenten zur Kenntnis genommen. Die Bundesregierung stehe dazu in engem Austausch mit der Kommission, die die Gespr\u00e4che mit der US-Seite in Zusammenhang mit der Zolleinigung zwischen der EU und den <a href=\"https:\/\/www.schwarzwaelder-bote.de\/thema\/USA\" title=\"USA\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> f\u00fchre. &#8222;Wir werden uns zu den n\u00e4chsten Schritten im EU-Kreis eng abstimmen&#8220;, hie\u00df es.\u00a0<\/p>\n<p>Bernd Lange, der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europaparlament, nannte Trumps Ank\u00fcndigung inakzeptabel. Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) bezeichnete Trumps Vorsto\u00df als &#8222;erneute und schwerwiegende Belastung der transatlantischen Beziehungen&#8220;.<\/p>\n<p>Trump hatte am Freitag auf der Plattform Truth Social angek\u00fcndigt, er wolle Z\u00f6lle auf Autos und Lastwagen, die aus der EU in die USA eingef\u00fchrt werden, von kommender Woche an von 15 auf 25 Prozent erh\u00f6hen. Er begr\u00fcndete das mit dem Vorwurf, die EU halte sich nicht an das vereinbarte Handelsabkommen.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, warnte vor erheblichen Risiken f\u00fcr die deutsche Wirtschaft, sollte die EU ihrerseits Z\u00f6lle auf US-Produkte erheben. Fuest sagte der &#8222;Bild&#8220;-Zeitung: &#8222;Falls daraus ein neuer Handelskrieg wird, droht <a href=\"https:\/\/www.schwarzwaelder-bote.de\/thema\/Deutschland\" title=\"Deutschland\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a> 2026 eine Rezession.&#8220;\u00a0Jens S\u00fcdekum, Berater im Bundesfinanzministerium, riet zum Abwarten. Zun\u00e4chst sollte gepr\u00fcft werden, ob die angek\u00fcndigten US-Z\u00f6lle tats\u00e4chlich erhoben w\u00fcrden. F\u00fcr diesen Fall sprach er sich f\u00fcr &#8222;angemessene Gegenma\u00dfnahmen&#8220; der EU aus.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, forderte eine harte Gegenreaktion.\u00a0&#8222;Trump ist im Augenblick innenpolitisch schwach, daher ist dies sp\u00e4testens jetzt der Zeitpunkt, um mit Gegenz\u00f6llen und insbesondere durch die Besteuerung von US-Tech-Unternehmen Nachteile auszugleichen und sich in eine bessere Verhandlungsposition zu bringen&#8220;, sagte Fratzscher dem &#8222;Handelsblatt&#8220;.\u00a0<\/p>\n<p> EU-Kommission beh\u00e4lt sich Gegenma\u00dfnahmen vor <\/p>\n<p>Eine Sprecherin der EU-Kommission teilte mit, sollten die USA Ma\u00dfnahmen ergreifen, die im Widerspruch zum gemeinsamen Handelsabkommen st\u00fcnden, behalte man sich &#8222;alle Optionen vor, um die Interessen der EU zu sch\u00fctzen&#8220;. Die Sprecherin versicherte, die EU setze die eingegangenen Verpflichtungen im Einklang mit der \u00fcblichen Gesetzgebungspraxis um und halte die US-Regierung dabei stets umfassend auf dem Laufenden.\u00a0<\/p>\n<p>Lange sagte, das Europ\u00e4ische Parlament halte weiterhin an der Vereinbarung fest und arbeite an der Umsetzung des Abkommens. &#8222;W\u00e4hrend die EU ihre Verpflichtungen erf\u00fcllt, bricht die US-Seite ihre Zusagen immer wieder&#8220;, schrieb er auf der Plattform X.\u00a0<\/p>\n<p>VDA-Pr\u00e4sidentin Hildegard M\u00fcller betonte: &#8222;Das Handelsabkommen, das zwischen der EU und den USA vereinbart wurde, muss von beiden Seiten eingehalten werden.&#8220; Dabei m\u00fcsse Br\u00fcssel &#8222;endlich&#8220; die Abmachungen umsetzen.\u00a0Die zus\u00e4tzlichen Abgaben w\u00fcrden die deutsche und europ\u00e4ische Automobilindustrie in einer ohnehin angespannten Lage hart treffen. Zugleich k\u00f6nnten die Ma\u00dfnahmen auch Auswirkungen auf Verbraucherinnen und Verbraucher in den USA haben, hie\u00df es weiter. Die Autoindustrie rufe Washington und Br\u00fcssel zu einer Deeskalation und zu raschen Gespr\u00e4chen auf.<\/p>\n<p>Die angek\u00fcndigten Z\u00f6lle von 25 Prozent auf Neuwagen aus der EU k\u00f6nnten f\u00fcr die Autoproduktion in Deutschland zus\u00e4tzliche Belastungen von j\u00e4hrlich rund 2,5 Milliarden Euro bringen. Das geht aus Berechnungen des Center Automotive Research (CAR) in Bochum hervor. CAR-Direktor Ferdinand Dudenh\u00f6ffer sieht bei Trumps Vorgehen ganz klar Deutschland im Fokus. &#8222;Da die Exporte der ausl\u00e4ndischen Autobauer in die USA unwesentlich sind, lassen sich die neuen Trump-Zoll-Drohungen auch als der Beginn eines Wirtschaftskriegs gegen Deutschland interpretieren&#8220;, betonte er.<\/p>\n<p>Beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hie\u00df es: &#8222;Die amerikanische Seite besch\u00e4digt mit immer neuen Provokationen das gegenseitige Vertrauen&#8220;. Das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA m\u00fcsse von beiden Seiten eingehalten werden. Klar sei auch: &#8222;Europ\u00e4ische Gesetzgebung und Handelspolitik entstehen in transparenten, rechtsstaatlichen Verfahren, und darauf durch unangek\u00fcndigte Strafma\u00dfnahmen gegen Schl\u00fcsselindustrien Druck auszu\u00fcben, ist unangebracht.&#8220;<\/p>\n<p> Experte: Social-Media-Beitr\u00e4ge sind kein Gesetz <\/p>\n<p>Simon Evenett, Handelsexperte an der privaten Wirtschaftshochschule IMD Business School, sagte dem britischen Sender BBC: &#8222;Diejenigen, die glauben, dass diese (US-)Regierung sich an kein Abkommen h\u00e4lt, werden sich best\u00e4tigt sehen.&#8220; Allerdings m\u00fcsse man beachten, dass Social-Media-Beitr\u00e4ge kein Gesetz seien.\u00a0<\/p>\n<p>Im vergangenen Sommer hatten sich Trump und EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Obergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Auch f\u00fcr europ\u00e4ische Autos und Autoteile soll der Satz gelten. Im Gegenzug verpflichtet sich die EU, Z\u00f6lle auf US-Industrieg\u00fcter zu streichen und den Marktzugang f\u00fcr US-Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milchprodukte zu erleichtern.\u00a0<\/p>\n<p> Angespanntes Verh\u00e4ltnis <\/p>\n<p>Unsicherheit nach einer Gerichtsentscheidung, die viele US-Z\u00f6lle f\u00fcr rechtswidrig erkl\u00e4rt hatte, hatten die Umsetzung des Zolldeals allerdings gebremst. Das Europ\u00e4ische Parlament gab im M\u00e4rz bekannt, die weitere Umsetzung des Abkommens mit den USA an strenge Bedingungen kn\u00fcpfen zu wollen. F\u00fcr den Vollzug m\u00fcssen auch die Mitgliedstaaten noch den entsprechenden Verordnungen zustimmen.\u00a0<\/p>\n<p>Autos und Lastwagen von EU-Herstellern, die in den Vereinigten Staaten produziert werden, sind laut Trump von den Abgaben ausgenommen. Der US-Pr\u00e4sident will dadurch Autobauer auf der ganzen Welt dazu bewegen, trotz h\u00f6herer Herstellungskosten mehr in den USA zu produzieren.\u00a0<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis zwischen den USA und europ\u00e4ischen L\u00e4ndern war zuletzt angespannt. Der US-Pr\u00e4sident kritisiert die aus seiner Sicht mangelnde Unterst\u00fctzung der Europ\u00e4er beim Krieg gegen den Iran. In den vergangenen Tagen ging Trump etwa Kanzler Friedrich Merz (CDU) mehrfach verbal an, weil dieser sich kritisch \u00fcber die US-Offensive gegen den Iran ge\u00e4u\u00dfert hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Br\u00fcssel\/Berlin\/Washington &#8211; In der neuen Woche steht eine kr\u00e4ftige Anhebung der US-Z\u00f6lle auf Fahrzeuge aus der EU ins&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":991768,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,3957,582,3364,29,548,663,30,3986,13,14,3923,15,3921,142726,12,64],"class_list":["post-991767","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-deutschland","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","tag-aktuelle-news","tag-aktuelle-news-aus-deutschland","tag-aussenhandel","tag-automobilindustrie","tag-de","tag-deutschland","tag-eu","tag-europa","tag-germany","tag-handel","tag-headlines","tag-nachrichten","tag-nachrichten-aus-deutschland","tag-news","tag-news-aus-deutschland","tag-nopw","tag-schlagzeilen","tag-usa"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116511615574489775","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/991767","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=991767"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/991767\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/991768"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=991767"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=991767"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=991767"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}