{"id":993217,"date":"2026-05-04T07:40:18","date_gmt":"2026-05-04T07:40:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/993217\/"},"modified":"2026-05-04T07:40:18","modified_gmt":"2026-05-04T07:40:18","slug":"das-gaminghaus-sieht-fertig-aus-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/993217\/","title":{"rendered":"Das Gaminghaus sieht fertig aus \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>Das Motto des Abends hat Christopher Siebenh\u00fcner, Initiator des sogenannten R42 Games Hub: \u00bbWer h\u00e4tte daran geglaubt? Manchmal nicht mal mehr ich.\u00ab An den am\u00fcsierten Gesichtern einiger angereister G\u00e4ste aus Branche und Politik ahnt man: Stimmt, die auch nicht. 2019 haben Siebenh\u00fcner und sein Mitinitiator Tom Potutschek erstmals ein Konzept f\u00fcr ein Gaminghaus bei der Stadt Leipzig vorgestellt. Endlich ist es fertig.<\/p>\n<p>Nachgesch\u00e4rft<\/p>\n<p>Was aber ist eigentlich ein Gaminghaus? Das <a href=\"https:\/\/r42.gg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">R42<\/a> ist ein denkmalgesch\u00fctztes siebengeschossiges Haus, zentral gelegen in der Ritterstra\u00dfe 42 in der Leipziger Innenstadt. Eine ganze Menge passiert darin. Unten eine Bar, oben Ferienwohnungen, dazwischen Meetings und Miet-PCs und Coworking und multimediale Produktionsr\u00e4ume, das meiste davon ist bereits \u00fcber die Website zu buchen oder \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich. Hier soll sich die Gamingbranche treffen, vernetzen und weiterbilden. Hier sollen aber auch Leute privat und niedrigschwellig zum Zocken oder zu Events herkommen, in die Bar gehen oder eine Etage weiter oben Spielzeit am Gaming-PC buchen. Und hier werden junge Entwicklerinnen und Entwickler in einem Inkubator-Format gef\u00f6rdert, das bereits seit Jahren l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Viel Geld ist geflossen, lange hat es gedauert, und das nicht nur wegen einer Pandemie zwischen Start- und Ziellinie (s. kreuzer 09\/25). Wirtschaftsb\u00fcrgermeister Clemens Sch\u00fclke erinnert sich an Beratungsrunden mit der Stadt und vergleicht fr\u00fche Pl\u00e4ne f\u00fcr das Haus mit \u00bbLeipziger Allerlei\u00ab \u2013 da merken die \u00fcberregionalen G\u00e4ste gleich, wo sie sind. Inzwischen ist das Allerlei hoffentlich zu einem klareren Men\u00fc strukturiert, zumindest appetitlich sieht es aus. Die Er\u00f6ffnung startet in einem knackvollen Veranstaltungsraum im Erdgeschoss, auf einer tief liegenden B\u00fchne in einem holzvert\u00e4felten Raum. Die Sicht ist auch von ganz oben gut, nur geht der Blick dann eher auf Scheitel als auf die Gesichter. Allgegenw\u00e4rtige Monitore, Studiotechnik und vor allem die \u00fcppigen Schallschutzapplikationen erzeugen ein Gef\u00fchl, als k\u00f6nnte hier jederzeit ein Podcast aufgezeichnet werden. Nat\u00fcrlich gibt es auch ein Podcaststudio, ein paar Etagen weiter oben.<\/p>\n<p>Was die Branche braucht<\/p>\n<p>Sachsens Ministerpr\u00e4sident Michael Kretschmer erscheint sichtlich gut gelaunt zum feierlichen Anlass und erkl\u00e4rt in seinem Gru\u00dfwort, die Aufgabe des Staates sei es, solchen tollen Projekten \u00bbnicht im Wege zu stehen\u00ab. \u00bbDeregulierung in allen Bereichen\u00ab tue not. Das klingt entschlossen und kommt in dem Business-Setting nicht schlecht an, passt aber wom\u00f6glich nicht zu einem durch Beratung nachgesch\u00e4rften und nat\u00fcrlich auch finanziell gef\u00f6rderten Projekt.<\/p>\n<p>Die aus Berlin angereiste Maren Raabe vom Bundesverband der Gamesbranche hat in der anschlie\u00dfenden Podiumsdiskussion dann auch die Ehrenrolle, auf die insgesamt n\u00f6tige Unterst\u00fctzung hinzuweisen. Viele in der Branche w\u00fcnschen sich gerade eine steuerliche F\u00f6rderung f\u00fcr Spieleentwicklung; noch ist das Spielemachen in Deutschland vergleichsweise teuer, weil andere L\u00e4nder es nachhaltiger unterst\u00fctzen. Und tats\u00e4chlich, Kretschmer sagt zu: An Sachsen werde die Einf\u00fchrung des Instruments nicht scheitern.<\/p>\n<p>Bei der anschlie\u00dfenden F\u00fchrung durch die Etagen des Hauses gibt es dann doch ein gewisses Allerlei mit Knusperflocken. Kretschmer spielt den s\u00e4chsischen Spielehit \u00bbDome Keeper\u00ab, Vertreter vom Leipziger PC-Ausstatter XMG, der Snackfirma Zetti und DHL machen Business-Smalltalk, und sp\u00e4testens unterm Dach wirkt es noch etwas unfokussiert. \u00bbMarios Mansion\u00ab entpuppt sich als moderne, aber wie frisch von Airbnb gecastete Ferienwohnung inklusive einer etwas sp\u00e4rlich bef\u00fcllten Besteckschublade. Hier kann man ahnen, dass auch ein Gaminghaus nur ein Haus ist und Gamer einfach Menschen sind. Die wollen gar nicht immer zocken, sondern auch essen und schlafen. Und so stellt sich beim Besuch des R42 die Frage, was mit Gaming eigentlich gemeint ist. Menschen spielen\u00a0allein oder gemeinsam, sie studieren Spiele und das Spielemachen, sie entwickeln, produzieren und verkaufen Spiele. Das ist alles Gaming. Was genau die Initiatoren des R42 darunter verstehen, was sie hier noch alles veranstalten werden, das k\u00f6nnen sie jetzt zeigen. Das Haus ist offen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Motto des Abends hat Christopher Siebenh\u00fcner, Initiator des sogenannten R42 Games Hub: \u00bbWer h\u00e4tte daran geglaubt? 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