{"id":993546,"date":"2026-05-04T10:44:16","date_gmt":"2026-05-04T10:44:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/993546\/"},"modified":"2026-05-04T10:44:16","modified_gmt":"2026-05-04T10:44:16","slug":"berlin-studie-grosser-rueckhalt-fuer-demokratie-trotz-schwaechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/993546\/","title":{"rendered":"Berlin | Studie: Gro\u00dfer R\u00fcckhalt f\u00fcr Demokratie &#8211; trotz Schw\u00e4chen"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Die Demokratie hat einer Studie zufolge in Deutschland breiten R\u00fcckhalt, auch wenn viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in der Praxis Schw\u00e4chen sehen. Dies geht aus dem \u00abDemokratiemonitor 2026\u00bb der Bertelsmann Stiftung hervor, den Studienautor Robert Vehrkamp in Berlin vorstellte.<\/p>\n<p>82 Prozent von etwa 5.000 Befragten standen \u00fcberdurchschnittlich positiv zu den Werten der liberalen Demokratie. \u00abDas ist ein enorm hoher Wert\u00bb, sagte Vehrkamp. Neun von zehn Befragten standen hinter dem Prinzip von Wahlen. Bei weiteren wichtigen Pfeilern der Demokratie wie Parlament, Regierung, Gewaltenteilung oder B\u00fcrgerrechten waren es jeweils gut acht von zehn. Auch Parteien fanden bei 77 Prozent der Befragten Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Praxis kritischer bewertet<\/p>\n<p>Deutlich anders sieht es laut Studie aber aus, wenn nach dem Funktionieren der Demokratie gefragt wird, der sogenannten Performanz. Da lag der Durchschnittswert bei nur 29 Prozent, wie Vehrkamp sagte.<\/p>\n<p>Auch hier schneiden die Wahlen am besten ab: 65 Prozent der Befragten sind auch mit der Praxis zufrieden. Dass B\u00fcrgerrechte gut umgesetzt sind, sagten aber nur 35 Prozent, bei der Gewaltenteilung waren es 34 Prozent, beim Parlament 31 Prozent. Die Parteien in der Praxis kommen auf nur 17 Prozent. In all diesen Kategorien waren die Werte allerdings besser als 2019. Das gr\u00f6\u00dfte Plus, n\u00e4mlich jeweils f\u00fcnf Punkte, verbuchten Parlament und Parteien.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abKein Grund zu Alarmismus\u00bb<\/p>\n<p>Aus den Ergebnissen schlie\u00dfen Vehrkamp und Co-Autor Michael Ko\u00df, dass Kritik an Schw\u00e4chen der Demokratie deren grunds\u00e4tzliche Akzeptanz nicht untergr\u00e4bt. \u00abDie meisten Menschen in Deutschland sch\u00e4tzen die Demokratie auch dann, wenn sie in der Praxis nicht perfekt funktioniert.\u00bb Die Wahrnehmung von Defiziten sei kein Grund f\u00fcr Alarmismus, hei\u00dft es in der Studie.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abZu einem Problem werden geringe Zufriedenheitswerte erst dann, wenn sie auch die Legitimit\u00e4t der Demokratie als solcher besch\u00e4digen\u00bb, erl\u00e4uterte Vehrkamp. \u00abDas ist aber nach den Ergebnissen unserer Studie in Deutschland noch nicht einmal ansatzweise der Fall.\u00bb<\/p>\n<p>Anstrengungen f\u00fcr ein besseres Funktionieren der Demokratie seien trotzdem keinesfalls \u00fcberfl\u00fcssig &#8211; die Ergebnisse seien kein \u00abdemokratiepolitisches Ruhekissen\u00bb, schreiben die Autoren. \u00abAber als Zeichen f\u00fcr die Stabilit\u00e4t und Resilienz unserer Demokratie sollten sie auch nicht \u00fcbersehen, untersch\u00e4tzt oder kleingeredet werden.\u00bb<\/p>\n<p>Komplexe Studie<\/p>\n<p>F\u00fcr den \u00abDemokratiemonitor 2026\u00bb wurden nach Angaben der Autoren zwischen 2019 und 2025 sechsmal jeweils mehr als 5.000 Menschen befragt. Mit 72 Fragen wurden acht Kategorien auf die grunds\u00e4tzliche Unterst\u00fctzung sowie auf die Zufriedenheit mit der Praxis abgeklopft: Wahlen, \u00d6ffentlichkeit &#8211; gemeint sind vor allem Meinungs- und Pressefreiheit -, Parlament, Regierung, Gewaltenteilung, B\u00fcrgerrechte, Partizipation &#8211; gemeint ist politisches Engagement jenseits von Wahlen &#8211; und Parteien.\u00a0<\/p>\n<p>Die Befragten konnten ihre Zufriedenheit auf einer Skala von eins (stimme \u00fcberhaupt nicht zu) bis sieben (stimme voll und ganz zu) einordnen. F\u00fcr die genannten Unterst\u00fctzungswerte wurden die Werte f\u00fcnf bis sieben der Skala zusammengezogen.\u00a0<\/p>\n<p>Nur in einer Kategorie geht es abw\u00e4rts<\/p>\n<p>Die Forscher errechneten auch Gesamtwerte aus den Antworten zur grunds\u00e4tzlichen Unterst\u00fctzung (\u00abLegitimit\u00e4t\u00bb) und zur Praxis (\u00abPerformanz\u00bb). Daraus ergeben sich folgende Unterst\u00fctzungswerte: Wahlen 78 Prozent (plus drei Punkte im Vergleich zu 2019); B\u00fcrgerrechte 58 Prozent (plus 1); Gewaltenteilung 58 Prozent (plus 4); \u00d6ffentlichkeit 57 Prozent (plus 1); Parlament 57 (plus 4); Regierung 52 (plus 2); Parteien 47 Prozent (plus 5); und Partizipation 47 Prozent (minus 1).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Die Demokratie hat einer Studie zufolge in Deutschland breiten R\u00fcckhalt, auch wenn viele B\u00fcrgerinnen und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":993547,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,139,19494,2301],"class_list":{"0":"post-993546","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-regierung","12":"tag-staat","13":"tag-verfassung-gesetz"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116515901868088157","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/993546","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=993546"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/993546\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/993547"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=993546"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=993546"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=993546"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}