{"id":993932,"date":"2026-05-04T14:30:26","date_gmt":"2026-05-04T14:30:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/993932\/"},"modified":"2026-05-04T14:30:26","modified_gmt":"2026-05-04T14:30:26","slug":"darm-warum-diese-affen-ploetzlich-erde-essen-und-was-das-mit-chips-und-schokolade-zu-tun-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/993932\/","title":{"rendered":"Darm: Warum diese Affen pl\u00f6tzlich Erde essen \u2013 und was das mit Chips und Schokolade zu tun hat"},"content":{"rendered":"<p>Schoki, Chips \u2013 und Erde? Die Affen auf Gibraltar haben ihren ganz eigenen Ern\u00e4hrungs-Trick. Was hinter ihrem Verhalten auf einem sehr ber\u00fchmten Felsen steckt.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Mal wieder zu viel Chips und Schokolade gegessen? Ein wenig Erde k\u00f6nnte dem belasteten Magen helfen. Diese Methode scheint zumindest bei in Gibraltar lebenden Affen zu funktionieren, wie ein Forschungsteam der Universit\u00e4t Cambridge im Fachjournal \u201eScientific Reports\u201c berichtet. Die dortigen Makaken gelten als einzige in freier Wildbahn lebende Affenpopulation in Europa.<\/p>\n<p>Die Forscher beobachteten mehrere Makaken-Gruppen, die auf dem Felsen von Gibraltar heimisch sind \u2013 einer Hauptattraktion des britischen \u00dcberseegebiets. Weil dort so viele Touristen unterwegs sind, geh\u00f6ren Eis, Schokoriegel oder Chips zum festen Bestandteil ihrer Ern\u00e4hrung.<\/p>\n<p>Die von Touristen mitgebrachten und von den Affen verzehrten Snacks seien extrem reich an Kalorien, Zucker, Salz und Milch, erkl\u00e4rte der Studienleiter Sylvain Lemoine von der Universit\u00e4t Cambridge. \u201eDas unterscheidet sich v\u00f6llig von der \u00fcblichen Nahrung dieser Tierart, zu der Kr\u00e4uter, Bl\u00e4tter, Samen und gelegentlich Insekten geh\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p>Eigentlich ist das F\u00fcttern der Makaken in Gibraltar verboten. Nach Angaben der Beh\u00f6rden droht bei F\u00fctterung eine Geldstrafe von 500 Pfund (rund 577 Euro). Mitgebrachte Lebensmittel k\u00f6nnten bei den Affen Krankheiten wie Diabetes verursachen, hei\u00dft es auf der Website der Regierung von Gibraltar.<\/p>\n<p>Doch das Verbot scheint vielfach missachtet zu werden. W\u00e4hrend des Beobachtungszeitraums der Studie machte Junkfood sogar fast ein F\u00fcnftel (18,8 Prozent) der von den Makaken verzehrten Nahrung aus. Dadurch ver\u00e4ndere sich das Darm-Mikrobiom der Tiere, hei\u00dft es in der Studie.<\/p>\n<p>Erde f\u00fcr den Darm<\/p>\n<p>Die Tiere scheinen jedoch ein Gegenmittel gefunden zu haben, um besser mit der ungesunden Nahrung zurechtzukommen: Im Schnitt nahmen die Makaken in Gibraltar zw\u00f6lfmal pro Woche Erde zu sich. <\/p>\n<p>Der Verzehr von Erde, Ton oder Lehm wird in der Fachsprache Geophagie genannt und ist auch bei anderen Tieren \u2013 etwa Schimpansen und Lemuren \u2013 bekannt. In manchen Teilen der Welt, darunter in Afrika, ist der Verzehr lehmhaltiger Produkte auch bei Menschen verbreitet, vor allem unter Schwangeren. Viele erhoffen sich auch hierzulande positive Effekte durch den Verzehr von Heilerde.<\/p>\n<p>Das Essen von Erde k\u00f6nnte bei den Makaken den Forschern zufolge dazu beitragen, den Magen der Tiere wieder ins Gleichgewicht zu bringen, indem es Bakterien und Mineralien liefere, die in der ungesunden Ern\u00e4hrung fehlen. Au\u00dferdem k\u00f6nnte sie dabei helfen, die Darmschleimhaut zu st\u00e4rken und Reizungen zu lindern oder zu verhindern, die durch zu viel Zucker und Fett verursacht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dass die Makaken auf Gibraltar die Erde wohl gezielt zu sich nehmen, um die Snackerei abzufedern, l\u00e4sst sich den Forschern zufolge recht deutlich erkennen: So n\u00e4hmen jene Affengruppen, die in h\u00e4ufigem Kontakt mit Touristen stehen, deutlich h\u00e4ufiger Erde zu sich als andere. In einer Gruppe, die keinerlei Kontakt mit Touristen hatte, wurde keine Geophagie beobachtet.<\/p>\n<p>In der touristischen Hochsaison nahm der Verzehr von Erde generell zu. Im Winter hingegen a\u00dfen die Makaken etwa 40 Prozent seltener Lebensmittel von Touristen als im Sommer \u2013 und nahmen auch deutlich seltener Erde zu sich. Die Forscher ma\u00dfen einen R\u00fcckgang der Geophagie von 31 Prozent. <\/p>\n<p>Das Team kommt \u00fcberdies zu dem Schluss, dass die Affen dieses Verhalten voneinander lernen: So wurde in knapp einem Drittel der beobachteten F\u00e4lle Erde gemeinsam in Gruppen verzehrt und in 89 Prozent der F\u00e4lle waren andere Tiere dabei, wenn mindestens eines Erde zu sich nahm.<\/p>\n<p>Larissa Schwedes, dpa\/lpi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Schoki, Chips \u2013 und Erde? Die Affen auf Gibraltar haben ihren ganz eigenen Ern\u00e4hrungs-Trick. 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