{"id":995113,"date":"2026-05-05T01:54:15","date_gmt":"2026-05-05T01:54:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/995113\/"},"modified":"2026-05-05T01:54:15","modified_gmt":"2026-05-05T01:54:15","slug":"photovoltaik-forscher-professor-aus-stuttgart-diese-wunderstoffe-koennen-die-solarenergie-umkrempeln-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/995113\/","title":{"rendered":"Photovoltaik-Forscher: Professor aus Stuttgart \u2013 Diese Wunderstoffe k\u00f6nnen die Solarenergie umkrempeln"},"content":{"rendered":"<p>Sollte es passieren, sollte die Kommerzialisierung kommen, dann wird es bestimmt einen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Nobelpreis\" title=\"Nobelpreis\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nobelpreis<\/a> geben, denkt Michael Saliba. Der Professor, Jahrgang 1983, sitzt in seinem B\u00fcro, er leitet das Institut <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.photovoltaik-auf-mehrfamilienhaus-mindestens-25-prozent-sparen-solar-modell-rechnet-sich-fuer-hausgemeinschaften.4507244a-5af7-42a9-a401-cb66a046fbfb.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">f\u00fcr Photovoltaik<\/a> an der Uni <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a>, Campus Vaihingen. Sein Spezialgebiet k\u00f6nnte <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.rechtslage-bei-photovoltaik-wenn-die-solaranlage-die-nachbarn-blendet-wann-ein-gutachten-noetig-ist.9e8de415-a974-46ae-b342-c78e72ef7812.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">die Photovoltaik<\/a> revolutionieren. Der Nobelpreis, den es daf\u00fcr vermutlich geben w\u00fcrde, ginge an Leute, die Michael Saliba pers\u00f6nlich kennt. <\/p>\n<p>\u201eEs ist eine Disruption, die m\u00f6glich ist\u201c, sagt er \u00fcber sein Fachgebiet: Perowskite, eine Art Wunderstoffe. Dabei handelt es sich um Halbleiter-Stoffe, die in der Mischung eine charakteristische kristalline Struktur bilden. Tr\u00e4gt man Perowskit als Tinte auf <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.produktion-von-photovoltaik-dreht-china-den-solar-hahn-zu.9d5723d1-409d-4c6d-b92a-f3efabbb26b0.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">eine Siliziumzelle<\/a> auf, steigt deren Effizienz deutlich.<\/p>\n<p>Gezielt wird Blauanteil des Sonnenlichts abgefangen <\/p>\n<p> W\u00e4hrend herk\u00f6mmliche Siliziumzellen physikalisch an ihre Grenzen sto\u00dfen, f\u00e4ngt die zus\u00e4tzliche Perowskit-Schicht gezielt den Blauanteil des Lichts ab. Laut Saliba l\u00e4sst sich der Wirkungsgrad so perspektivisch auf \u00fcber 40 Prozent steigern, also weit mehr als das, was Silizium allein leisten kann.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1777946055_407_media.media.899905cf-0237-4498-b7f1-a31dc671cba1.original1024.media.jpeg\"\/>     Die Tandem-Module \u2013 hier auf dem Dach der Uni Stuttgart \u2013 sind vergleichsweise d\u00fcnn.    Foto: Ferdinando Iannone\/Lichtgut    <\/p>\n<p> Um zu zeigen, womit er sich befasst, stellt sich Michael Saliba im B\u00fcro an seine Notiztafel-Wand. Die Zeichen und Schaubilder verraten, dass er \u00f6fter verbildlicht, was er erkl\u00e4rt. Die Silizium-Schicht sei so breit wie drei Haare. <\/p>\n<p>\u00a0Die Perowskit-Haube habe nur die Dicke eines Hundertstels eines Haares. Sie aufzubringen, sei \u201eein hoch komplexer Schritt\u201c, sagt Michael Saliba. In Baden-W\u00fcrttemberg habe man aber durchaus die Expertise, was Pr\u00e4zisionsbeschichtungen von Oberfl\u00e4chen angehe. <\/p>\n<p>Im Kreis G\u00f6ppingen aufgewachsen, in Stuttgart studiert <\/p>\n<p>Michael Saliba ist in Eislingen (Kreis G\u00f6ppingen) aufgewachsen, er hat auf demselben Campus in Stuttgart-Vaihingen, auf dem er heute lehrt, Mathematik und Physik studiert. Vom Institut f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Photovoltaik\" title=\"Photovoltaik\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Photovoltaik<\/a>, das damals anders hie\u00df, wusste er noch nichts. Mit den Perowskiten kam er sp\u00e4ter, in Oxford, in Ber\u00fchrung.<\/p>\n<p>Als das Forschungsfeld gegr\u00fcndet wurde, war er in der Forschungsgruppe, die sich als eine der ersten mit dieser Stoffgruppe befasste. 2009 habe es nur eine Publikation dazu aus Japan gegeben, sagt Saliba. \u201eHeute sind es 15 am Tag.\u201c <\/p>\n<p>Mehr oder weniger zuf\u00e4llig entdeckten sie damals die interessanten Eigenschaften der Perowskite. Als er dann Jahre sp\u00e4ter in China dabei war, als erste Solarzellen damit gefertigt wurden, \u201edas war schon toll, wir waren alle ger\u00fchrt\u201c. <\/p>\n<p>Die Perowskite haben l\u00e4ngst Fu\u00df gefasst. \u201eSie sind nach nur zehn bis 15 Jahren Forschung nun nah an der Marktreife f\u00fcr spezielle Anwendungen\u201c, sagt Saliba. Nur wann es passiert \u2013 \u201edas ist noch nicht exakt absehbar\u201c. Bis dato gibt es noch keinen Hersteller, der solche Tandem-Module kommerziell vertreibt. Alle Modulhersteller h\u00e4tten die Perowskit-Option aber auf dem Schirm, sagt Saliba: \u201eDie Silizium-Community begreift Perowskite als Verbesserung ihres Produkts.\u201c<\/p>\n<p> Das Problem derzeit ist allerdings, dass es schlicht noch keine Langzeiterfahrungen gibt. Niemand kann und will bisher garantieren, wie viele Jahrzehnte die Module unter freiem Himmel \u00fcberstehen. \u201eWir sch\u00e4tzen aktuell, dass sie zehn bis 20 Jahre stabil sein k\u00f6nnten\u201c, sagt Saliba. Zum Vergleich: Herk\u00f6mmliche Silizium-Module halten heute meist 30 Jahre und l\u00e4nger.<\/p>\n<p> In Deutschland geht es viel um Grundlagenforschung <\/p>\n<p>\u201eAuf dem Dach der Uni Stuttgart am Campus Vaihingen fangen Perowskit-Module bereits Sonnenenergie ein. Bisher gibt es die Module nur zu Forschungszwecken. Zum Beispiel f\u00fcr Untersuchungen zur Stabilit\u00e4t. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend Michael Saliba in China miterlebt hat, wie Modulproduktionen in nur neun Monaten aus dem Boden gestampft werden, \u201eliegt der Fokus in Deutschland auf technologischer Pr\u00e4zision und Grundlagenverst\u00e4ndnis\u201c, so Saliba. \u201eDass der Transfer in die Wirtschaft aber bereits l\u00e4uft, beweist das Stuttgarter Start-up Perosol.\u201c Direkt aus der Uni heraus arbeiten die Gr\u00fcnder daran, die Herstellung der Ausgangsmaterialien f\u00fcr diese neue Generation von Solarzellen zur Marktreife zu bringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sollte es passieren, sollte die Kommerzialisierung kommen, dann wird es bestimmt einen Nobelpreis geben, denkt Michael Saliba. 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