{"id":995666,"date":"2026-05-05T07:17:22","date_gmt":"2026-05-05T07:17:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/995666\/"},"modified":"2026-05-05T07:17:22","modified_gmt":"2026-05-05T07:17:22","slug":"nur-wenige-unternehmen-in-bremen-stellen-behinderte-menschen-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/995666\/","title":{"rendered":"Nur wenige Unternehmen in Bremen stellen behinderte Menschen ein"},"content":{"rendered":"<p>Audio<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image -image-with-fallback -image-rounded  lazyload\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhEAAJAIAAAP\/\/\/\/\/\/\/yH5BAEKAAEALAAAAAAQAAkAAAIKjI+py+0Po5yUFQA7\"   alt=\"Ein Angestellter bewegt sich im Rollstuhl \u00fcber einen B\u00fcrokorridor.\" data-image-owner=\"dpa | Zoonar\/Benis Arapovic\" data-image-title=\"Ein Angestellter bewegt sich im Rollstuhl \u00fcber einen B\u00fcrokorridor.\" data-image-src=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/inklusion-berufsleben-100~_v-800x450_c-1777542580802.jpg\" data-image-rights-src=\"\/bilder\/inklusion-berufsleben-100~_v-640x360_c-1777542580802.jpg\"\/><\/p>\n<p>Ein Rollstuhlfahrer f\u00e4hrt \u00fcber den B\u00fcrokorridor \u2013 keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit im Land Bremen. L\u00e4ngst nicht alle Betriebe stellen Menschen mit Behinderung ein.<\/p>\n<p>Bild: dpa | Zoonar\/Benis Arapovic<\/p>\n<p>Audio-Ende<\/p>\n<p class=\"article-intro\">Heute ist der Europ\u00e4ische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Im Land Bremen ist es bis dahin aber noch ein weiter Weg. Das zeigt sich auf dem Arbeitsmarkt.<\/p>\n<p>J\u00f6rn Neitzel sitzt im Rollstuhl. Auch spricht er wegen einer Spastik etwas schleppend. Dennoch hat der heute 47-J\u00e4hrige vor 26 Jahren am Berufsbildungswerk Bremen die Ausbildung zum B\u00fcrokaufmann erfolgreich abgeschlossen und zudem das Fachabitur gemacht. Geholfen hat es ihm lange nicht: Trotz seiner Qualifikationen musste Neitzel mehr als 20 Jahre nach einem Job suchen. Immer wieder lehnten ihn Unternehmen ab. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/joern-neitzel-100~_v-512x288_c-1777558084020.jpg\" data-gallery-entry-for=\"inklusion-bremen-betriebe-100\" data-size=\"2240x1260\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image -image-with-fallback -image-rounded  lazyload\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhEAAJAIAAAP\/\/\/\/\/\/\/yH5BAEKAAEALAAAAAAQAAkAAAIKjI+py+0Po5yUFQA7\"   alt=\"Mann mittleren Alters in einem Elekto-Rollstuhl vor einem Fluss\" title=\"Bild: J\u00f6rn Neitzel\" data-image-owner=\"J\u00f6rn Neitzel\" data-image-title=\"Mann mittleren Alters in einem Elekto-Rollstuhl vor einem Fluss\" data-image-src=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/joern-neitzel-100~_v-512x288_c-1777558084020.jpg\" data-image-rights-src=\"\/bilder\/joern-neitzel-100~_v-640x360_c-1777558084020.jpg\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Kaufmann J\u00f6rn Neitzel musste viele Jahre nach einem Arbeitsplatz suchen, ehe er eingestellt wurde.<\/p>\n<p>Bild: J\u00f6rn Neitzel<\/p>\n<p>&#8222;Das war schwierig f\u00fcr mich&#8220;, blickt er zur\u00fcck. &#8222;Ich bin nicht der Typ, der den ganzen Tag zu Hause sitzen will.&#8220; Seine Beharrlichkeit macht sich bezahlt. 2021 beginnt er ein Praktikum in der \u00d6ffentlichkeitsarbeit der Werkstatt Bremen \u2013 und kommt dar\u00fcber schlie\u00dflich als B\u00fcroorganisator und Redakteur bei der Bremer &#8222;selbstverst\u00e4ndlich GmbH&#8220; unter. Dabei handelt es sich um eine Agentur, die sich auf barrierefreie Kommunikation spezialisiert hat, also darauf, aus schwierigen Texten welche in leichter Sprache zu machen.<\/p>\n<p>Zwar ist Neitzel froh dar\u00fcber, dass er nach langer Suche gute Arbeit gefunden hat. Von einem Happy End aber spricht er nicht. Denn er wei\u00df, dass viele behinderte Menschen im Land Bremen heute noch die gleichen Probleme auf dem Arbeitsmarkt haben, mit denen er jahrzehntelang zu k\u00e4mpfen hatte.<\/p>\n<blockquote class=\"citation -citation-type-simple\">\n<p class=\"citation-text\">F\u00fcr Menschen mit schweren Behinderungen ist es besonders schwierig, einen Job zu finden.<\/p>\n<p>J\u00f6rn Neitzel<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Nur jeder dritte Bremer Betrieb erf\u00fcllt Quote<\/p>\n<p>Neitzels Eindruck t\u00e4uscht nicht. Von allen Bremer Betrieben, die verpflichtet sind, Menschen mit Behinderungen zu besch\u00e4ftigen, sind fast zwei Drittel (64,5 Prozent) dieser Pflicht 2024 nicht nachgekommen, teilt Nina Willborn aus dem Sozialressort mit. Konkret handelt es sich um 1.102 von 1.703 Unternehmen im Land Bremen mit 20 oder mehr Besch\u00e4ftigten. <\/p>\n<p>Und das, obwohl diese Firmen als Konsequenz eine Ausgleichsabgabe zahlen m\u00fcssen. Die Ausgleichsabgabe dient dazu, die Teilhabe schwerbehinderter Menschen zu unterst\u00fctzen. Sie flie\u00dft etwa in F\u00f6rdermittel f\u00fcr Arbeitgeber, die ihre Unternehmen behindertengerecht ausstatten. <\/p>\n<p>Information zum Thema<br \/>\nWer Menschen mit Behinderungen einstellen muss<\/p>\n<p>Unternehmen mit zwanzig oder mehr Arbeitspl\u00e4tzen m\u00fcssen f\u00fcnf Prozent davon mit schwerbehinderten Menschen besetzen. Erf\u00fcllen sie diese Quote nicht, so m\u00fcssen sie pro unbesetztem Pflichtarbeitsplatz eine Ausgleichsabgabe von j\u00e4hrlich derzeit 155 bis 815 Euro zahlen. Mehr dazu steht auf dieser <a target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" data-external=\"true\" href=\"https:\/\/www.avib.bremen.de\/inklusionsamt\/ausgleichsabgabe-2116\" class=\"text-link\">Website<\/a> des Amts f\u00fcr Versorgung und Inklusion Bremen.<\/p>\n<p>Ende der Information zum Thema<\/p>\n<p>&#8222;Sehr viel Luft nach oben&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/arne-frankenstein-104~_v-512x288_c-1689098903983.jpg\" data-gallery-entry-for=\"inklusion-bremen-betriebe-100\" data-size=\"1920x1080\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image -image-with-fallback -image-rounded  lazyload\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhEAAJAIAAAP\/\/\/\/\/\/\/yH5BAEKAAEALAAAAAAQAAkAAAIKjI+py+0Po5yUFQA7\"   alt=\"Der Landesbehindertenbeauftragte Arne Frankenstein\" title=\"Bild: Radio Bremen\" data-image-owner=\"Radio Bremen\" data-image-title=\"Der Landesbehindertenbeauftragte Arne Frankenstein\" data-image-src=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/arne-frankenstein-104~_v-512x288_c-1689098903983.jpg\" data-image-rights-src=\"\/bilder\/arne-frankenstein-104~_v-640x360_c-1689098903983.jpg\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Glaubt, dass viele Arbeitgeber Vorurteile gegen Menschen mit Behinderungen haben: Arne Frankenstein.<\/p>\n<p>Bild: Radio Bremen<\/p>\n<p>Bremens Landesbehindertenbeauftragter Arne Frankenstein sieht mit Blick auf die Besch\u00e4ftigungszahlen von behinderten Menschen im Land Bremen daher auch &#8222;sehr viel Luft nach oben&#8220;. Es gebe unter Arbeitgebern immer noch viele Vorbehalte gegen Menschen mit Behinderungen. <\/p>\n<p>&#8222;Es wird immer wieder gesagt, Menschen mit Behinderungen seien nicht so leistungsf\u00e4hig und besonders h\u00e4ufig krank&#8220;, nennt Frankenstein zwei aus seiner Sicht besonders verbreitete Vorurteile. Er fordert, dass mehr Betriebe im Land Bremen behinderten Menschen eine Chance geben.  <\/p>\n<p>Ist die F\u00fcnf-Prozent-Quote zu hoch?<\/p>\n<p>Auch Cornelius Neumann-Redlin, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Unternehmensverb\u00e4nde im Land Bremen, hofft, dass k\u00fcnftig mehr Unternehmen Menschen mit Behinderungen einstellen. Die F\u00fcnf-Prozent-Quote h\u00e4lt er allerdings f\u00fcr ein kaum erreichbares Ziel: &#8222;Es gibt weniger schwerbehinderte Menschen im erwerbsf\u00e4higen Alter im Land Bremen als die Unternehmen einstellen m\u00fcssten, um die F\u00fcnf-Prozent-Quote zu erf\u00fcllen.&#8220; <\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich lag der Anteil der schwerbehinderten Menschen im Land Bremen unter den Erwerbsf\u00e4higen 2023 bei 4,8 Prozent (4,5 Prozent in Bremen, 6,1 Prozent in Bremerhaven). Das geht aus Zahlen der <a target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" data-external=\"true\" href=\"https:\/\/www.arbeitnehmerkammer.de\/fileadmin\/Publikationen\/KammerKompakt\/AKB-25-009_KK_Inklusion_6-Seiter_RZ_07_Web.pdf\" class=\"text-link\">Arbeitnehmerkammer Bremen<\/a> von 2025 hervor. <\/p>\n<p>Oft, so Neumann-Redlin, wollten Unternehmen zwar behinderte Menschen einstellen, f\u00e4nden aber keine geeigneten Bewerber. Um zu helfen, setzten die Unternehmensverb\u00e4nde auf <a target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" data-external=\"true\" href=\"https:\/\/barrierefrei.bremen.de\/leben-arbeit\/einheitliche-ansprechstelle-fuer-arbeitgeber\" class=\"text-link\">einheitliche Ansprechstellen (EAA)<\/a>. Dabei handelt es sich um Beratungsstellen f\u00fcr Unternehmen, die Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Menschen mit Behinderung schaffen. Die EAA, so Neumann-Redlin h\u00e4tten auch einen guten \u00dcberblick \u00fcber die entsprechenden F\u00f6rderprogramme, auf die Arbeitgeber zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnten. <\/p>\n<p>Unternehmensverb\u00e4nde hoffen auf Duo Days<\/p>\n<p>Auch versuchten die Unternehmensverb\u00e4nde seit 2023 bei den j\u00e4hrlichen Duo Days Unternehmen und Schwerbehinderte zusammen zuf\u00fchren. Die Idee dahinter: Ein Betrieb \u00f6ffnet f\u00fcr einen Tag einer Person mit Beeintr\u00e4chtigung die T\u00fcren. Jemand aus dem Unternehmen f\u00fchrt den Gast durch die Firma und erkl\u00e4rt die Abl\u00e4ufe. Man guckt, ob es f\u00fcr beide Seiten passt. Den n\u00e4chsten <a target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" data-external=\"true\" href=\"https:\/\/uvhb.de\/events\/duoday-2026\/\" class=\"text-link\">Duo Day<\/a> in Bremen planen die Unternehmensverb\u00e4nde f\u00fcr den 8. Oktober 2026. <\/p>\n<p>Erstmals, so Neumann-Redlin, seien dieses Jahr auch Unternehmen aus Bremerhaven dabei. &#8222;Das ist zwar nur ein Baustein \u2013 aber ein vielversprechender&#8220;, sagt er dazu. <\/p>\n<p>Information zum Thema<br \/>\nDemos f\u00fcr die Gleichstellung behinderter Menschen<\/p>\n<p>Zum Europ\u00e4ischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai gibt es vielerorts Aktionen, darunter in der Bremer Innenstadt. Los geht es um 12 Uhr am Hauptbahnhof. F\u00fcr 13 Uhr ist eine Kundgebung auf dem Marktplatz geplant. Die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter Menschen Bremen (LAGS) rechnet mit mehreren Hundert Teilnehmern. <\/p>\n<p>Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ruft dazu auf, Inklusion und Teilhabe konsequent umzusetzen. Die Gewerkschaft bef\u00fcrchtet, dass die Inklusion wegen aktueller gesellschaftlicher und politischer Probleme aus dem Fokus ger\u00e4t. Diese Sorge teilt auch Bremens Landesbehindertenbeauftragter Arne Frankenstein. Er kritisiert geplante Einsparungen des Bundes in der Behindertenhilfe. <\/p>\n<p>Auch in Oldenburg findet eine Demo statt, allerdings erst am 9. Mai. Los geht es um 11 Uhr am Bahnhofsplatz. Der Abschluss ist in der Heiligengeiststra\u00dfe geplant.<\/p>\n<p>Ende der Information zum Thema<\/p>\n<p>Video<\/p>\n<p>Bild: Radio Bremen<\/p>\n<p>Video-Ende<\/p>\n<p class=\"article-legal-agencies\"><strong>Quelle<\/strong>:<br \/>\nbuten un binnen.\n<\/p>\n<p class=\"article-legal-broadcast-reference\"><strong>Dieses Thema im Programm:<\/strong><br \/>\nBremen Eins, Der Morgen, 5. Mai 2026, 7:40 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Audio Ein Rollstuhlfahrer f\u00e4hrt \u00fcber den B\u00fcrokorridor \u2013 keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit im Land Bremen. 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