{"id":995932,"date":"2026-05-05T09:45:17","date_gmt":"2026-05-05T09:45:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/995932\/"},"modified":"2026-05-05T09:45:17","modified_gmt":"2026-05-05T09:45:17","slug":"eu-kommissar-brunner-verteidigt-asylsystem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/995932\/","title":{"rendered":"EU-Kommissar Brunner verteidigt Asylsystem"},"content":{"rendered":"<p>                                                                                                Freiburg, 05.05.2026 (KAP) Der f\u00fcr Migration zust\u00e4ndige \u00f6sterreichische EU-Kommissar Magnus Brunner hat die europ\u00e4ische Asylpolitik verteidigt. Man betreibe keine Abschottung, sondern Verantwortungspolitik, sagte Brunner im Interview der &#8222;Herder Korrespondenz&#8220; (Mai-Ausgabe). &#8222;Unser Asylrecht muss dem Schutz derjenigen dienen, die ihn wirklich brauchen.&#8220; Das neue europ\u00e4ische Asylsystem werde den Grenzschutz verst\u00e4rken und die Bearbeitung von Asylantr\u00e4gen beschleunigen, so Brunner weiter. Zugleich hielt er fest: &#8222;Migration geh\u00f6rt zu Europa.&#8220; Es d\u00fcrften aber nicht die Schlepper entscheiden, wer nach Europa kommt. Kritik von Kirchenvertreter an einer zu isolationistischen Haltung Europas wies Brunner zur\u00fcck. Er zeigte sich auch \u00fcberzeugt, dass das Christentum weiterhin im Wertekanon der EU eine bedeutende Rolle spielt.<\/p>\n<p>Dass die Zahl der illegalen Grenz\u00fcbertritte im vergangenen Jahr deutlich zur\u00fcckgegangen ist, begr\u00fcndete Brunner mit der Arbeit an einem gemeinsamen europ\u00e4ischen Asylsystem: &#8222;Diese gemeinsamen Regeln schaffen die Voraussetzungen daf\u00fcr, dass illegale Grenz\u00fcbertritte in den letzten zwei Jahren um 55 Prozent zur\u00fcckgegangen sind.&#8220; Der R\u00fcckgang sei kein Zufall, sondern das Ergebnis der &#8222;europ\u00e4ischen Migrationswende&#8220;, die von der EU bzw. den Mitgliedstaaten vorangetrieben wird. <\/p>\n<p>Brunner: &#8222;Wir m\u00fcssen da ansetzen, wo Migration entsteht, damit sich die Menschen gar nicht erst auf den meist lebensgef\u00e4hrlichen Weg machen.&#8220; Deshalb unterst\u00fctze die EU Staaten entlang der Routen dabei, &#8222;die Ursachen der Migration zu adressieren, Schleppernetzwerke zu bek\u00e4mpfen und die Grenzen wirksamer zu kontrollieren&#8220;. <\/p>\n<p>Parallel dazu bringe man das europ\u00e4ische Haus in Ordnung: Das neue Europ\u00e4ische Asylsystem werde die Bearbeitung von Asylantr\u00e4gen beschleunigen und den Grenzschutz verst\u00e4rken. Komplettiert werde dies durch effektivere R\u00fcckf\u00fchrungen von Personen, die kein Bleiberecht in der EU haben. Brunner: &#8222;So gewinnen wir die Kontrolle \u00fcber Migration. Nicht skrupellose Schlepper entscheiden, wer nach Europa kommt, sondern wir.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Einer der sichersten Orte der Welt&#8220;<\/p>\n<p>Dass Kirchenvertreter die EU wegen einer zu isolationistischen Haltung kritisieren, wollte der Kommissar nicht gelten lassen. Das Gegenteil sei der Fall, so Brunner: &#8222;Europa ist einer der sichersten Orte der Welt. Menschen kommen zu uns, um Verfolgung zu entgehen, um in Sicherheit zu leben, oder auch um eine neue Zukunft zu beginnen. Migration geh\u00f6rt zu Europa. Und sie tr\u00e4gt zu unserer Wettbewerbsf\u00e4higkeit bei und pr\u00e4gt Europa bis heute.&#8220; <\/p>\n<p>Wer Partnerschaften mit Herkunfts- und Transitstaaten ausbaut, wer Schutz in der Region st\u00e4rkt und Mobilit\u00e4t f\u00f6rdert, betreibe keine Abschottung, sondern Verantwortungspolitik, meinte der Politiker und weiter w\u00f6rtlich: &#8222;Unser Asylrecht muss dem Schutz derjenigen dienen, die ihn wirklich brauchen. Aber damit dieses Versprechen glaubw\u00fcrdig bleibt, m\u00fcssen wir klar unterscheiden: Wer Anspruch auf Schutz hat, soll ihn erhalten. Wer keinen Anspruch hat, muss zur\u00fcckkehren.&#8220; Ohne diese Ordnung verliere das System Akzeptanz.<\/p>\n<p>Brunner ist in der Europ\u00e4ischen Kommission auch f\u00fcr den strukturierten Dialog mit den Kirchen und Religionen zust\u00e4ndig. Das Christentum und der Liberalismus w\u00fcrden im Wertekanon der EU jedenfalls nach wie vor eine bedeutende Rolle spielen, zeigte er sich im Interview der &#8222;Herder Korrespondenz&#8220; \u00fcberzeugt: &#8222;Diese zwei Str\u00f6mungen pr\u00e4gen unsere Werte und unser Handeln weiterhin. Das christliche Menschenbild mit seinem Fokus auf der unantastbaren W\u00fcrde jedes Einzelnen ist der Kern unserer europ\u00e4ischen Idee. Gleichzeitig verdanken wir dem Liberalismus die Betonung von individueller Freiheit, Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit und Minderheitenschutz.&#8220;<\/p>\n<p>Er w\u00fcrde noch ein weiteres Element hinzuf\u00fcgen, so Brunner: &#8222;den unbedingten Willen zum Frieden&#8220;. Gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen trete dies stark in den Vordergrund. &#8222;Seit jetzt mehr als 80 Jahren gehen Frieden und europ\u00e4ische Integration Hand in Hand, und das vereinte Europa hat in dieser Zeit viele weitere Anh\u00e4nger gefunden&#8220;, so Brunner: &#8222;Es ist an uns, unsere Gesellschaften nach au\u00dfen und nach innen zu sch\u00fctzen gegen\u00fcber jenen, die diesen Zusammenhalt gef\u00e4hrden wollen.&#8220;<\/p>\n<p>Arbeit der Kirche unverzichtbar<\/p>\n<p>In Zeiten zunehmender Polarisierung und globaler Krisen komme der Rolle der Kirchen in Europa besondere Bedeutung zu, sagte Brunner weiter: &#8222;Kirchen sind Orte der Begegnung. Gerade in einer vielf\u00e4ltigen, offenen Gesellschaft verbinden sie, statt zu spalten, bauen Br\u00fccken zwischen Kulturen, Generationen und verschiedenen sozialen Gruppen.&#8220; Dazu sei er im st\u00e4ndigen Austausch mit allen Tr\u00e4gern, so Brunner: &#8222;Erst im Oktober durfte ich im Vatikan Papst Leo XIV. treffen.&#8220;<\/p>\n<p>Es sei die Verantwortung der Politiker, L\u00f6sungen anzubieten, die funktionieren. Zugleich sei klar: &#8222;Ohne zivilgesellschaftliche Kr\u00e4fte geht es nicht &#8211; bei der Integration, in der Begleitung von Menschen in schwierigen Lebenslagen, in der aktiven F\u00f6rderung von Respekt, Toleranz und Mitmenschlichkeit.&#8220; Die Arbeit der katholischen Kirche, die sich f\u00fcr ein vers\u00f6hntes, solidarisches Europa einsetzt, sei unverzichtbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Freiburg, 05.05.2026 (KAP) Der f\u00fcr Migration zust\u00e4ndige \u00f6sterreichische EU-Kommissar Magnus Brunner hat die europ\u00e4ische Asylpolitik verteidigt. 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