{"id":99611,"date":"2025-05-10T13:12:11","date_gmt":"2025-05-10T13:12:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/99611\/"},"modified":"2025-05-10T13:12:11","modified_gmt":"2025-05-10T13:12:11","slug":"us-zoelle-und-die-auswirkungen-auf-die-appenzeller-firmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/99611\/","title":{"rendered":"US-Z\u00f6lle und die Auswirkungen auf die Appenzeller Firmen"},"content":{"rendered":"<p>  \u00abWird kostenseitig grossen Einfluss haben\u00bb: Diese Folgen hat der Zollstreit mit den USA auf Firmen im Appenzellerland <\/p>\n<p class=\"headline__lead\">Der CEO der Appenzeller KUK Electronic AG bef\u00fcrchtet, dass die angedrohten hohen Z\u00f6lle der USA zu Mehrkosten f\u00fcr die Kunden f\u00fchren werden. Bei anderen Firmen t\u00f6nt es gleich. Selbst das Gewerbe im Appenzellerland k\u00f6nnte die Auswirkungen des Handelsstreits sp\u00fcren.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Die Zollpolitik der USA f\u00fchrt zu einer grossen Unsicherheit in der Industrie.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"4928\" height=\"3280\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/807b714b-8080-4036-9f23-bedad113131e.jpeg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>   Die Zollpolitik der USA f\u00fchrt zu einer grossen Unsicherheit in der Industrie. <\/p>\n<p>Bild: Gabriele Putzu \/ Keystone<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iqq3f9tm1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text\">Mit der Ank\u00fcndigung von rekordhohen Z\u00f6llen versetzte der amerikanische Pr\u00e4sident Donald Trump die Weltwirtschaft in einen Schock. Mittlerweile ist er zwar von seinen Pl\u00e4nen wieder abger\u00fcckt, die Unsicherheit bleibt aber. Das ist schlecht f\u00fcr die Konjunktur. Der weltweite Zollstreit hat auch Auswirkungen auf die Industriefirmen im Appenzellerland.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Manuel Inauen, CEO der KUK-Gruppe aus Appenzell.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"1939\" height=\"1290\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>   Manuel Inauen, CEO der KUK-Gruppe aus Appenzell. <\/p>\n<p>Bild: Michel Canonica<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iqqj870r1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Die KUK Electronic AG aus Appenzell entwickelt und fertigt kundenspezifische Spulen, best\u00fcckt Leiterplatten und montiert Elektronikkomponenten und -baugruppen. Die Produkte werden weltweit verkauft. Von den Z\u00f6llen der USA sind zurzeit in erster Linie die Kunden der KUK betroffen. \u00abLieferanten wie wir erhalten durch den 90-t\u00e4gigen Aufschub etwas Zeit, um alternative L\u00f6sungen zu suchen\u00bb, sagt KUK-CEO Manuel Inauen. Wie diese aussehen k\u00f6nnten, l\u00e4sst er offen.<\/p>\n<p>KUK will Mehrkosten auf die Kunden \u00fcberw\u00e4lzen<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iqqeev0o1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">R\u00fcckblick: Im April wollten die USA zuerst Z\u00f6lle von 31 Prozent auf Schweizer Produkte einf\u00fchren. Nach kurzer Zeit f\u00e4llte der US-Pr\u00e4sident einen anderen Entscheid. Demnach werden die hohen Z\u00f6lle f\u00fcr die meisten L\u00e4nder f\u00fcr 90 Tage aufgeschoben. Ein Basiszoll von 10 Prozent gilt aber weiterhin auch f\u00fcr die Schweiz.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iqqei6fo0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">F\u00fcr Manuel Inauen ist klar: \u00abNach Ablauf dieser Frist wird das Thema kostenseitig einen grossen Einfluss haben.\u00bb Die KUK m\u00fcsse die Mehrkosten an die Kunden weitergeben. \u00abDie Margen in der Industrie sind nicht so hoch, dass derart hohe Z\u00f6lle kompensiert werden k\u00f6nnten\u00bb, sagt Inauen. Bei gewissen Produkten w\u00fcrden die Kosten um \u00fcber 20 Prozent steigen, bis zum Endkunden k\u00f6nnte sich der Preis sogar verdoppeln.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iqq675eo0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Die KUK hat sieben Produktionsstandorte, aber keinen davon in den USA. Daran soll sich nichts \u00e4ndern. Mit seiner Zollpolitik verfolgt Donald Trump das Ziel, sein Land zu reindustrialisieren und wirtschaftlich unabh\u00e4ngiger zu machen. Das ist kein einfaches Unterfangen. Die Industrie ben\u00f6tige f\u00fcr den Aufbau einer Produktionsst\u00e4tte mehrere Jahre, sagt Inauen. Zudem fehle es in amerikanischen Firmen im Gegensatz zu Schweizer Betrieben an Fachkenntnissen. Der KUK-CEO glaubt daher nicht, dass die Industriefertigung in den USA in den n\u00e4chsten Jahren erfolgreich etabliert werden kann. Dazu komme, dass das Vertrauen in Amerika stark gelitten habe.<\/p>\n<p>Appenzeller K\u00e4se mit geringem Exportanteil in die USA<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iqq7jsul0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Der weltweit t\u00e4tige Herisauer Industriebetrieb Huber+Suhner entwickelt und produziert Komponenten und Systeml\u00f6sungen der elektrischen und optischen Verbindungstechnik. Etwa 10 Prozent des Gruppenumsatzes werden mit Exporten in die USA erwirtschaftet. Huber+Suhner verf\u00fcgt dort auch \u00fcber einen Standort. \u00abWir haben uns entsprechend auf die Einf\u00fchrung von US-Z\u00f6llen vorbereitet und evaluieren die Entwicklungen fortlaufend\u00bb, sagt Mediensprecherin Christiane Jelinek. Mit Schl\u00fcsselkunden werde \u00fcber die M\u00f6glichkeit verhandelt, die zus\u00e4tzlichen Geb\u00fchren weiterzugeben, wo dies nicht sowieso schon der Fall sei.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iqqlt53d0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Auch beim Appenzeller K\u00e4se ist der Handelsstreit ein Thema. Man habe zwar mit einem Zollaufschlag gerechnet, jedoch nicht in dieser H\u00f6he, sagte Rudolf Hegg, Direktor der Sortenorganisation, im April gegen\u00fcber dieser Zeitung. Die Bedeutung des US-Markts war bisher gering: 2024 wurden etwas \u00fcber 100 Tonnen Appenzeller K\u00e4se oder rund 1,2 Prozent des Gesamtabsatzes in die USA exportiert. Die Organisation wollte dort jedoch wachsen. Hinter diesen Pl\u00e4nen steht jetzt ein Fragezeichen. Es ist noch offen, wie die Sortenorganisation auf die neuen Z\u00f6lle reagieren wird. F\u00fcr den Appenzeller K\u00e4se sei jedoch der Euro-Schock 2015 mit der Aufhebung des Mindestkurses von 1.20 Franken eine gr\u00f6ssere Herausforderung gewesen als die jetzige Situation, sagt Hegg.<\/p>\n<p>Arcolor plant keine Massnahmen<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iqt1dcgr0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Nicht so stark von den US-Z\u00f6llen betroffen ist die Arcolor. Das Unternehmen aus Waldstatt macht nur ungef\u00e4hr f\u00fcnf Prozent des Umsatzes in den USA. \u00abDie zus\u00e4tzlichen Tarifkosten werden wir den Kunden anlasten\u00bb, sagt J\u00f6rg M\u00fcller, CEO der Arcolor.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iqt1lkqc1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Dazu kommt noch eine zweite Mehrbelastung, denn nebst den neuen Z\u00f6llen hat der Dollar um fast zehn Prozent nachgelassen. \u00abF\u00fcr unsere amerikanischen Kunden, welche wir in Euro beliefern, bedeutet das zus\u00e4tzliche Kosten\u00bb, sagt M\u00fcller. Die lokalen Wettbewerber von Arcolor in den USA trifft es aber noch h\u00e4rter. Sie sind gem\u00e4ss M\u00fcller mit einem stark erh\u00f6hten Materialaufwand konfrontiert, da die wichtigsten Materialien heute fast ausschliesslich aus China kommen. Das f\u00fchrt zu einer Kostensteigerung von \u00fcber 100 Prozent.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iqt1tbf30\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Aufgrund dieser komplexen Situation sind bei Arcolor zurzeit keine Massnahmen geplant. Man werde die Situation genau im Auge behalten, sagt M\u00fcller.<\/p>\n<p>Das Gewerbe ist abh\u00e4ngig von Industriefirmen<img decoding=\"async\" alt=\"Christof Chapuis, Pr\u00e4sident des Gewerbeverbandes AR.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>   <\/p>\n<p>Christof Chapuis, Pr\u00e4sident des Gewerbeverbandes AR. <\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iqq6q2br0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Die Wirtschaft in den beiden Appenzeller Kantonen besteht aber nicht nur aus Industriefirmen wie KUK, Arcolor oder Huber+Suhner. In der Region gibt es viele Gewerbebetriebe. Seines Wissens seien bis jetzt h\u00f6chstens vereinzelte von den US-Z\u00f6llen direkt betroffen, sagt Christof Chapuis, Pr\u00e4sident des Gewerbeverbandes Appenzell Ausserrhoden. F\u00fcr das Gewerbe bestehe eher die Gefahr, dass es indirekt betroffen sein k\u00f6nnte. Oder anders formuliert: Wenn Industrieunternehmen wegen der Z\u00f6lle Probleme erhalten, merken dies auch die Gewerbebetriebe als Zulieferer.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iqqiiv2r1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Ein weiteres Risiko ergibt sich gem\u00e4ss Chapuis, wenn mehr Betriebe Kurzarbeit anmelden m\u00fcssten. Dann w\u00fcrden die Gastronomen oder B\u00e4ckereien rund um diese Firmen einen R\u00fcckgang zu sp\u00fcren bekommen. \u00abFalls die Angst vor einem Jobverlust dann in der Bev\u00f6lkerung zunimmt, w\u00fcrden auch Private ihre Ausgaben zur\u00fcckfahren\u00bb, sagt Chapuis. Eine sich verschlechternde Konsumentenstimmung w\u00fcrde das Gewerbe hart treffen.<\/p>\n<p class=\"tags__title tags__title--articlemetainfo\">\n      Mehr Artikel dieser Gemeinden\n    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00abWird kostenseitig grossen Einfluss haben\u00bb: Diese Folgen hat der Zollstreit mit den USA auf Firmen im Appenzellerland Der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":99612,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,106,6205,13,39978,39977,14,15,16,12,4017,4018,173,4016,64,4019,4020,55,615],"class_list":{"0":"post-99611","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-donald-trump","11":"tag-firmen-und-kmu","12":"tag-headlines","13":"tag-hubersuhner","14":"tag-joerg-mueller","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-politik","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-united-states","20":"tag-united-states-of-america","21":"tag-unternehmen","22":"tag-us","23":"tag-usa","24":"tag-vereinigte-staaten","25":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika","26":"tag-wirtschaft","27":"tag-zoll"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114483714214013253","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/99611","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=99611"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/99611\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/99612"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=99611"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=99611"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=99611"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}