{"id":996516,"date":"2026-05-05T15:17:14","date_gmt":"2026-05-05T15:17:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/996516\/"},"modified":"2026-05-05T15:17:14","modified_gmt":"2026-05-05T15:17:14","slug":"weckruf-aus-der-industrie-tech-riesen-fordern-kurskorrektur-der-eu-ki-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/996516\/","title":{"rendered":"Weckruf aus der Industrie: Tech-Riesen fordern Kurskorrektur der EU-KI-Politik"},"content":{"rendered":"<p>In der EU w\u00e4chst der Druck auf die politischen Entscheidungstr\u00e4ger, die Weichen f\u00fcr die europ\u00e4ische Digitalpolitik neu zu stellen. Wie es aus Br\u00fcsseler Kreisen hie\u00df, sollen die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Blockade-in-Bruessel-Verhandlungen-ueber-EU-KI-Regeln-vorerst-gescheitert-11277135.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">festgefahrenen Gespr\u00e4che zum sogenannten KI-Omnibus<\/a> schon an diesem Mittwoch weitergehen. Vorige Woche schien eine Einigung noch in weiter Ferne. Beobachter rechneten mit einer H\u00e4ngepartie. Doch nun kehren die Vertreter von EU-Kommission, Parlament und Rat \u00fcberraschend schnell an den Verhandlungstisch zur\u00fcck.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Den Auftakt macht am Mittwochmorgen <a href=\"https:\/\/data.consilium.europa.eu\/doc\/document\/CM-2602-2026-INIT\/en\/pdf\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">das Treffen der Mitgliedstaaten im Ausschuss der St\u00e4ndigen Vertreter<\/a> (Coreper), bei dem ein neues Verhandlungsmandat festgelegt werden soll. Gelingt hier der Durchbruch, k\u00f6nnte bereits wenige Stunden sp\u00e4ter der neue Trilog starten.<\/p>\n<p>Passend dazu haben sich sieben Technologief\u00fchrer Europas zu Wort gemeldet, um gemeinsam auf drohende Gefahren einer fortschreitenden Deindustrialisierung durch b\u00fcrokratische H\u00fcrden aufmerksam zu machen. Die Vorstandsvorsitzenden von Schwergewichten wie Airbus, ASML, Ericsson, Mistral AI, Nokia, SAP und Siemens <a href=\"https:\/\/www.ericsson.com\/4991fa\/assets\/local\/news\/2026\/european-tech-creators---ceos-op-ed__.pdf\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">zeichnen in ihrem offenen Brief ein d\u00fcsteres Bild<\/a>: Europa verliere t\u00e4glich an globaler Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Dabei handle es sich nicht nur um eine wirtschaftliche Randnotiz, sondern um eine existenzielle Krise, die den sozialen Zusammenhalt und die technologische Souver\u00e4nit\u00e4t des Kontinents bedrohe.<\/p>\n<p>Ruf nach \u201eflexiblen Leitplanken\u201c<\/p>\n<p>Die Industriegr\u00f6\u00dfen verlangen eine radikale Vereinfachung der digitalen Regelwerke. Anstatt sich in starren, kleinteiligen Vorgaben zu verlieren, m\u00fcssten Verordnungen k\u00fcnftig als agile und flexible Leitplanken fungieren. Nur solche k\u00f6nnten mit dem Tempo der technologischen Entwicklung Schritt halten. Besonders kritisch sehen die CEOs die Tendenz der EU, Innovationen im Keim zu ersticken, bevor sie skaliert werden k\u00f6nnen. Europa verliere sich seit Jahren in Debatten \u00fcber regulatorische Details. Der Rest der Welt habe l\u00e4ngst den Fokus auf die praktische Anwendung von KI in physischen Systemen und der Robotik verschoben.<\/p>\n<p>Die Unterzeichner, zu denen Christian Klein von SAP und Roland Busch von Siemens z\u00e4hlen, wittern die n\u00e4chste Innovationswelle vor allem dort, wo digitale F\u00e4higkeiten auf die reale Welt treffen. Also in der Industrie, der Infrastruktur und im Verkehrswesen. Um hier einen Mehrwert zu schaffen, m\u00fcsse die Politik sicherstellen, dass industrielle KI-Anwendungen ohne sich \u00fcberschneidende H\u00fcrden und b\u00fcrokratische Doppelstrukturen entwickelt werden k\u00f6nnen. Es gehe darum, Datenr\u00e4ume effektiv zu nutzen und Immaterialg\u00fcterrechte konsequent zu sch\u00fctzen, anstatt den Firmen durch komplexe Gesetze Steine in den Weg zu legen.<\/p>\n<p>Stimmen der Gegenseite<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Der T\u00dcV-Verband r\u00e4t indes davor ab, den <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/AI-Act-beschlossen-Zwischen-vertrauenswuerdiger-KI-und-dystopischen-Technologien-9653984.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">horizontalen Ansatz des AI Acts<\/a> zu untergraben. Eine einheitliche Regulierung von Hochrisiko-KI \u00fcber verschiedene Produktgruppen hinweg sei das Herzst\u00fcck der Verordnung. Ein R\u00fcckzug in sektorale Einzelbestimmungen w\u00fcrde laut den Pr\u00fcfexperten zu einem Regulierungsvakuum und einem neuen Flickenteppich f\u00fchren. Dies schw\u00e4che den Industriestandort Europa eher. Zudem verpasse der Kontinent die Chance, europ\u00e4ische Normen als globale Messlatte f\u00fcr vertrauensw\u00fcrdige KI zu etablieren.<\/p>\n<p>Ein zentraler Punkt der industriellen Kritik bleibt die Zersplitterung des europ\u00e4ischen Marktes. Die CEOs rufen daher auch nach einer engeren Verzahnung der europ\u00e4ischen Politik mit nationalen Strategien sowie einer Reform des Wettbewerbs- und Fusionsrechts. Nur so lie\u00dfen sich die notwendigen Konsolidierungen und Skaleneffekte erzielen, um im weltweiten Vergleich bestehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:vbr@heise.de\" title=\"Volker Briegleb\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">vbr<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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