{"id":996581,"date":"2026-05-05T15:53:22","date_gmt":"2026-05-05T15:53:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/996581\/"},"modified":"2026-05-05T15:53:22","modified_gmt":"2026-05-05T15:53:22","slug":"woche-der-beschwerde-in-berlin-die-gewalt-sichtbar-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/996581\/","title":{"rendered":"Woche der Beschwerde in Berlin: Die Gewalt sichtbar machen"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">\u201eSie werden angep\u00f6belt, bespuckt oder zu Mordopfern\u201c, erz\u00e4hlt die Streetworkerin von Gangway e. V., Anna Sauerwein. Wohnungslose oder auch Obdachlose sind in ihrem Alltag fast t\u00e4glich von Gewalt betroffen. Mit \u201eDer Woche der Beschwerde\u201c will die Union f\u00fcr Obdachlosenrechte (Ufo Berlin) vom 4. bis 8. Mai die Erfahrungen der Betroffenen sichtbar machen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Dazu suchen die Dropout-Teams von Gangway e. V. (Streetworker*innen f\u00fcr Berliner Brennpunkte), die AG Stra\u00dfe Mitte (Zusammenschluss aus verschiedenen Tr\u00e4ger*innen) und die Initiative Habersaathstra\u00dfe Gespr\u00e4che mit Betroffenen auf der Stra\u00dfe. \u201eEs gibt bisher keine Datenerfassung oder Zahlen zur Gewalt, die wohnungslose Menschen erleben und diese nachweisen\u201c, sagt Sauerwein. Mit den standardisierten Frageb\u00f6gen werden die Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen der Betroffenen systematisch erfasst und an die Landesdiskriminierungsstelle (LADS), das Berliner Register sowie den B\u00fcrger- und Polizeibeauftragten des Landes Berlin weitergeleitet, um den Druck f\u00fcr eine <a href=\"https:\/\/taz.de\/Hilfe-fuer-Obdachlose-in-Berlin\/!5910983\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">unabh\u00e4ngige Beschwerdestelle<\/a> zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n<p>      Hohe Gewalt bei R\u00e4umungen<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Obdachlose erlebten in Berlin 2024 einen Anstieg von Gewalt im Vergleich zum Vorjahr. <a href=\"https:\/\/pardok.parlament-berlin.de\/starweb\/adis\/citat\/VT\/19\/SchrAnfr\/S19-21569.pdf\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">Nach Angaben der Senatsverwaltung f\u00fcr Inneres<\/a> gab es 241 F\u00e4lle von einfacher K\u00f6rperverletzung und 166 F\u00e4lle von gef\u00e4hrlicher und schwerer K\u00f6rperverletzung. 114 Vorf\u00e4lle fanden auf den Stra\u00dfen statt. Es gab 35 Raub\u00fcberf\u00e4lle, dreimal kam es zu Mord und Totschlag. Auch sexualisierte Gewalt ist f\u00fcr obdachlose Menschen Thema. Das sind jedoch Zahlen von angezeigten Vorf\u00e4llen. Die Dunkelziffern sind vermutlich h\u00f6her.<\/p>\n<p>\n\ue80f\n<\/p>\n<p>            Ihr Recht auf Eigentum wird komplett \u00fcbergangen<\/p>\n<p class=\"typo-fotocredit pt-xsmall\">\n<p>            Anna Sauerwein, Streetworkerin bei Dropout-Mitte<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"5\">Gr\u00fcnde f\u00fcr die Gewalttaten sind unter anderem Rassismus und Klassismus, erz\u00e4hlt die Sozialarbeiterin Julia Schenker, ebenfalls von Gangway. Besonders in Berlin-Mitte h\u00e4tte sich die Gewalt w\u00e4hrend R\u00e4umungen \u00fcber die Jahre stark zugespitzt. Als Beispiel nennt sie den Alexanderplatz. Dort werden Obdachlose h\u00e4ufig verbal von der Polizei angegangen. \u201eIhre Schlafs\u00e4cke, Isomatten oder auch Matratzen werden von der Polizei einfach entsorgt. Ihr Recht auf Eigentum wird komplett \u00fcbergangen.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"6\">Selbst die So\u00adzi\u00adal\u00adar\u00adbei\u00adte\u00adr*in\u00adnen sind manchmal von Gewalt betroffen: Die Streetworkerinnen berichten, dass durch das <a href=\"https:\/\/taz.de\/Alkoholverbot-an-Berliner-Bahnhoefen\/!6170780\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sonderprogramm der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) \u201eF\u00fcr mehr Sauberkeit und Sicherheit\u201c<\/a> das erh\u00f6hte Aufgebot von Sicherheitspersonal zu mehr Auseinandersetzungen gef\u00fchrt habe: Man habe Betretungsverbote f\u00fcr bestimmte Bahnh\u00f6fe erhalten und eine Kollegin habe bereits k\u00f6rperliche Gewalt erlebt.<\/p>\n<p>      Unabh\u00e4ngige Beschwerdestelle f\u00fcr Wohnungslose<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-11\" pos=\"8\">\u201eMit unserer Aktion wollen wir die Lebenssituation der Wohnungslosen verbessern\u201c, sagt eine Sprecherin der Union f\u00fcr Obdachlosenrechte. \u201eIn den letzten sechs Monaten haben wir bereits \u00fcber 50 Beschwerden sammeln k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"9\">Doch das Zusammentragen von Beschwerden sei schwer, erkl\u00e4ren Streetworkerinnen von Dropout-Mitte. Es sei nicht einfach f\u00fcr die Menschen, \u00fcber ihre Erlebnisse zu sprechen. \u201eH\u00e4ufig h\u00f6ren wir auch Aussagen wie: \u201aDas bringt doch eh nichts\u2018\u201c. Es brauche viel Beziehungsarbeit, damit die Menschen sich \u00f6ffnen, so die Streetworker*innen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eSie werden angep\u00f6belt, bespuckt oder zu Mordopfern\u201c, erz\u00e4hlt die Streetworkerin von Gangway e. V., Anna Sauerwein. 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