{"id":997619,"date":"2026-05-06T02:28:00","date_gmt":"2026-05-06T02:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/997619\/"},"modified":"2026-05-06T02:28:00","modified_gmt":"2026-05-06T02:28:00","slug":"rheinmetall-co-das-milliarden-geschaeft-mit-waffen-und-munition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/997619\/","title":{"rendered":"Rheinmetall &#038; Co: Das Milliarden-Gesch\u00e4ft mit Waffen und Munition"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Auch <a data-rtr-index=\"4\" title=\"Rheinmetall\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/rheinmetall\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rheinmetall<\/a> kann nicht alle Hoffnungen erf\u00fcllen. Am Dienstag vermeldete Deutschlands gr\u00f6\u00dfter R\u00fcstungskonzern, dass der Umsatz im ersten Quartal um 7,7 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro gestiegen ist. Die Markterwartungen hatten allerdings bei 2,3 Milliarden Euro gelegen. Die Erkl\u00e4rung, das Delta sei vor allem auf Timingeffekte bei den Auslieferungen zur\u00fcckzuf\u00fchren, verbunden mit der Zusage, mehr Tempo aufnehmen zu wollen, konnte die Anleger direkt beruhigen. Die Aktie von Rheinmetall lag zum Mittag mit einem Plus von gut vier Prozent an der Spitze des Dax. Da wird die Tatsache, dass Rheinmetall mittlerweile einen Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro vor sich herschiebt, eher als Zeichen einer rosigen Zukunft denn als Risiko in Sachen Kundenzufriedenheit gesehen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Keine Frage: Die hohen Milliardeninvestitionen in R\u00fcstungsg\u00fcter in den kommenden Jahren wecken an den Finanzm\u00e4rkten weiterhin gro\u00dfe Begehrlichkeiten. Gerade Deutschland, das in den kommenden Jahren rund 150 Milliarden Euro in die Aufr\u00fcstung seiner Streitkr\u00e4fte stecken wird, r\u00fcckt dabei in den Fokus von Investoren. Da st\u00f6ren auch einzelne Quartale nicht, in denen die Erwartungen verfehlt werden.<\/p>\n<p>Investoren wollen Substanz sehen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">\u201eFundamental hat sich nichts ge\u00e4ndert\u201c, sagt Oliver Seiler, Kapitalmarktpartner der Kanzlei <b>Latham &amp; Watkins in Frankfurt, der auch den Panzergetriebespezialisten Renk an die <a data-rtr-index=\"19\" title=\"B\u00f6rse\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/boerse\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">B\u00f6rse<\/a> begleitet hat. \u201e<\/b>Ausl\u00e4ndische wie zunehmend auch deutsche Investoren haben weiterhin gro\u00dfes Interesse an m\u00f6glichen B\u00f6rseng\u00e4ngen deutscher Defense-Unternehmen.\u201c Allerdings sei der Blick genauer geworden, berichtet Seiler. \u201eInvestoren wollen die Substanz der Unternehmen sehen.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Diesen Trend best\u00e4tigen aktuelle Zahlen. Ob es um den kumulierten B\u00f6rsenwert geht, um Start-up-Finanzierung, \u00dcbernahmen oder B\u00f6rseng\u00e4nge: Die Verteidigungsindustrie spielt in <a data-rtr-index=\"16\" title=\"Europa\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/europa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europa<\/a> eine Sonderrolle. Die Investmentbank Houlihan Lokey z\u00e4hlt 133 Fusionen und \u00dcbernahmen unter Beteiligung europ\u00e4ischer Milit\u00e4runternehmen im Zeitraum von Januar 2025 bis Anfang April. Die Menge bereitgestellten Risikokapitals ist nach Berechnung der Branchenfachleute sprunghaft gestiegen. Europ\u00e4ische Start-ups aus dem Sektor sammelten im vergangenen Jahr 7,4 Milliarden Euro ein, gut die H\u00e4lfte mehr als im Jahr zuvor. Mehr als 200 Investoren seien 2025 in diesem Segment aktiv gewesen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Gefragt wie nie: Bundesverteidigungsminister\u00a0 Boris Pistorius vor einem TKMS-U-Boot in der Kieler F\u00f6rde\" height=\"3984\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/gefragt-wie-nie.webp\" width=\"5976\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Gefragt wie nie: Bundesverteidigungsminister\u00a0 Boris Pistorius vor einem TKMS-U-Boot in der Kieler F\u00f6rdeAFP<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Mit der russischen Invasion in der Ukraine ist Europa st\u00e4rker bedroht als je nach dem Ende des Kalten Krieges; zus\u00e4tzlich zweifeln europ\u00e4ische NATO-Partner seit der Wiederwahl Donald Trumps zum US-Pr\u00e4sidenten an der amerikanischen Loyalit\u00e4t im B\u00fcndnis. Der europ\u00e4ische Branchenindex Stoxx Europe Total Market Aerospace &amp; Defense Index ist binnen f\u00fcnf Jahren auf mehr als das Dreifache gestiegen. In einem schwachen Umfeld f\u00fcr B\u00f6rseng\u00e4nge hat sich R\u00fcstung zuletzt als wichtiger Treiber etabliert.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die Frankfurter B\u00f6rse\u00a0begr\u00fc\u00dfte seit Herbst drei Neulinge: den Kieler U-Boot-Hersteller Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS), den Spezialisten f\u00fcr U-Boot-Ausfahrger\u00e4te Gabler und das Elektronik-, Feinmechanik- und Softwareunternehmen\u00a0Vincorion. In Amsterdam ging im Januar CSG aufs Parkett: im bislang gr\u00f6\u00dften B\u00f6rsengang eines R\u00fcstungsunternehmens, was das Emissionsvolumen wie auch die Marktkapitalisierung angeht. Der tschechische Hersteller gro\u00df- und kleinkalibriger Munition und schwerer Fahrzeuge erl\u00f6ste 3,8 Milliarden Euro und ging mit einer\u00a0Marktkapitalisierung von 25 Milliarden Euro in den Handel.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Neuerdings ist in Amsterdam noch ein weiteres tschechisches Waffenunternehmen notiert: Colt CZ Group, Spezialist f\u00fcr Kleinwaffen und Munition, h\u00e4lt zus\u00e4tzlich zur Prager Stammb\u00f6rse eine Zweitnotiz. Sie dient nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Radek Musil dazu, die \u201eSichtbarkeit bei internationalen Investoren zu erweitern, die Liquidit\u00e4t unserer Aktien zu erh\u00f6hen und so die Attraktivit\u00e4t der Colt-CZ-Aktie zu st\u00e4rken\u201c.<\/p>\n<p>Satelliten und U-Boote sind gefragt<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Das n\u00e4chste gr\u00f6\u00dfere Projekt ist schon absehbar: Zwei Jahre nach dem Minderheitseinstieg durch KKR bereitet der Raumfahrtkonzern OHB eine volle R\u00fcckkehr an die B\u00f6rse vor, wie in Finanzkreisen best\u00e4tigt wird. Die Familie Fuchs als Mehrheitseignerin und der US-Investor arbeiten an Pl\u00e4nen zum Verkauf sowohl neuer Aktien \u00fcber eine Kapitalerh\u00f6hung als auch bestehender Aktien. Nach Informationen der F.A.Z. fungieren als \u00fcbergeordnete Berater die Investmentbank Rothschild und KKR mit seiner Spezialeinheit KKR Capital Markets.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">OHB ist zwar zu einem kleinen Teil \u2013 sechs Prozent \u2013 im Streubesitz, weswegen das Vorhaben formal kein echter B\u00f6rsengang ist (Initial Public Offering, IPO). Mit dem geplanten Schritt w\u00fcrde das Bremer Unternehmen aber wieder zu einem gelisteten Unternehmen mit nennenswerter Liquidit\u00e4t. In Frankfurter Finanzkreisen ist daher davon die Rede, dass er Z\u00fcge eines \u201eRe-IPO\u201c trage, also eines neuerlichen IPO. Drei Banken sollen als globale Koordinatoren das Vorhaben begleiten, wie in Finanzkreisen best\u00e4tigt wird: Deutsche Bank, JP Morgan, Goldman Sachs.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">OHB will das Wachstum finanzieren, das durch \u00f6ffentliche Auftr\u00e4ge anstehen d\u00fcrfte. Das Unternehmen ist vor allem als Satellitenhersteller bekannt. Mit Rheinmetall plant der Konzern ein Gemeinschaftsunternehmen, mit dem sich beide Parteien um einen milliardenschweren Auftrag der Bundeswehr f\u00fcr den Aufbau eines milit\u00e4rischen Satellitennetzwerks bewerben wollen. Das Bundeskartellamt gab im April die Zustimmung f\u00fcr das Gemeinschaftsunternehmen.<\/p>\n<p>Wer wird der n\u00e4chste Neoprime?<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Als IPO-Kandidaten werden auch die Start-ups Quantum System und Helsing gehandelt. Quantum ist als Spezialist f\u00fcr Aufkl\u00e4rungsdrohnen im zivilen Bereich gestartet. Als sich der Bedarf der Bundeswehr f\u00fcr Angriffsdrohnen abzeichnete, rief Gr\u00fcnder Florian Seibel mit Stark Defence ein weiteres Unternehmen ins Leben. Zu den Minderheitsfinanciers geh\u00f6rt auch der umstrittene US-Investor Peter Thiel. Zu Beginn des Jahres erhielt Stark einen ersten Auftrag der Bundeswehr. Zusammen kommen die beiden Unternehmen auf eine Bewertung von mehr als vier Milliarden Euro. Schon seit einiger Zeit wird in Finanzkreisen ein Quantum-B\u00f6rsengang ausgelotet. Allerdings k\u00f6nnte davor noch eine weitere Finanzierungsrunde stehen. Auch \u00fcber ein Zusammengehen mit Stark vor dem IPO wird spekuliert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Einsatzbereit: Angriffsdrohnen von Helsing\" height=\"1276\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/einsatzbereit-angriffsdrohnen.webp\" width=\"1920\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Einsatzbereit: Angriffsdrohnen von Helsingdpa<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die gro\u00dfe Frage lautet, welches der vielen Start-ups den Sprung aus der Nische schafft und ein \u201eNeoprime\u201c wird, also ein gro\u00dfer Anbieter mit breitem Sortiment. Dies gilt auch f\u00fcr Helsing, das ebenfalls f\u00fcr knapp eine halbe Milliarde Euro Kamikazedrohnen an die Bundeswehr liefern wird. Mit zw\u00f6lf Milliarden Euro gelten die M\u00fcnchner als Europas wertvollstes Defence-Start-up. In den Finanzierungsrunden setzte Helsing bislang auf europ\u00e4ische Investoren, unter anderem Spotify-Gr\u00fcnder Daniel Ek.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die Frage nach neuen B\u00f6rseng\u00e4ngen wird Anleger in den kommenden Monaten weiterhin besch\u00e4ftigen. \u201eEs ist derzeit kein ausgepr\u00e4gter M&amp;A-Markt, daf\u00fcr sind die Bewertungen zum Teil zu hoch\u201c, sch\u00e4tzt Oliver Seiler von Latham &amp; Watkins. Generell sieht er in der Entwicklung eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr den deutschen Markt. \u201eEs gibt hier immer noch eine ausgepr\u00e4gte Ingenieurs- und Entwicklungskunst, die Investoren sch\u00e4tzen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auch Rheinmetall kann nicht alle Hoffnungen erf\u00fcllen. 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