{"id":99782,"date":"2025-05-10T14:43:19","date_gmt":"2025-05-10T14:43:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/99782\/"},"modified":"2025-05-10T14:43:19","modified_gmt":"2025-05-10T14:43:19","slug":"heisser-landesparteitag-fuer-lars-klingbeil-in-duisburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/99782\/","title":{"rendered":"Hei\u00dfer Landesparteitag f\u00fcr Lars Klingbeil in Duisburg"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Schon bei der Begr\u00fc\u00dfung der G\u00e4ste wird es an diesem Samstagvormittag in der Duisburger Mercatorhalle politisch. <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/baerbel-bas\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">B\u00e4rbel Bas<\/a>, ehemalige Bundestagspr\u00e4sidenten, Bundesarbeitsministerin und Kind des Ruhrgebiets, bekommt als einzige Ministerin aus dem NRW-Landesverband frenetischen Applaus. Doch fast genauso euphorisch f\u00e4llt der Beifall f\u00fcr die nicht bedachten Ex-Minister <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/svenja-schulze\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Svenja Schulze<\/a> und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/karl-lauterbach\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Karl Lauterbach<\/a> aus. Ein bisschen Trotz blitzt da auf. F\u00fcr die NRW-Genossen w\u00e4re mehr drin gewesen, so die Botschaft.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/spd\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SPD<\/a> in NRW schickt sich an, in den kommenden Jahren zum Stachel im Fleisch der Bundespartei zu werden. Sie waren es, die sich an die Spitze der Bewegung setzte, die die Kanzlerkandidatur von <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/olaf-scholz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Olaf Scholz<\/a> noch zu verhindern suchten \u2013 vergeblich am Ende und mit dem bekannten schlechten Ausgang bei der Bundestagswahl. Das mit 16,4 Prozent katastrophal schlechte Abschneiden bei der Bundestagswahl hat auch ganz handfeste Konsequenzen f\u00fcr die Partei. Die Finanzlage hat sich gravierend verschlechtert. Neben einer strikten Ausgabendisziplin hei\u00dft das auch, dass alle bestehenden Strukturen auf den Pr\u00fcfstand kommen m\u00fcssen und die Landesdelegiertenkonferenz k\u00fcnftig deutlich kleiner ausfallen wird. F\u00fcr die einstmals so stolze SPD sind all dies bittere Pillen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wenn er an das Ruhrgebiet denke, denke er an Klartext und klare Kante, sagt Achim Post in seiner Rede. \u201eUnd deshalb finde ich unseren Leitantrag auch so gut.\u201c Und rei\u00dft einen Teil davon auch in seiner Rede an, spricht vom schlechtesten Ergebnis seit 1887. \u201eDas muss man benennen und daraus Konsequenzen ziehen.\u201c Der Wortlaut, des von Post mitverantworteten Leitantrags d\u00fcrfte im Willy-Brandt-Haus durchaus als unfreundlicher Akt gewertet werden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dabei z\u00e4hlt Post offenbar sogar noch zu den Optimisten in der Partei, wie seine Co-Vorsitzende <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/sarah-philipp\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sarah Philipp<\/a> es skizziert. Post beeindrucke sie in Sitzungen oft mit seiner \u201eabsurd guten Laune\u201c, sagt sie. Denn auch sie skizziert die Lage, vor der die SPD steht, als desastr\u00f6s: \u201eWir haben eine ganze Menge aufzuarbeiten\u201c, spricht von einem wirklich miesen, schlechten Wahlergebnis. \u201eDas m\u00fcssen und wollen wir hier diskutieren. Wir arbeiten das auf \u2013 kritisch mit aller Offenheit.\u201c Man mache das offen und ehrlich und \u201ewie sich das in der SPD geh\u00f6rt: solidarisch\u201c, sagt sie. Denn nat\u00fcrlich wei\u00df auch Philipp, dass sich die Partei keine Dauerfehde mit der Bundesspitze leisten kann. Doch die Botschaft in Richtung Berlin ist klar: Man m\u00fcsse als gr\u00f6\u00dfter Landesverband eine F\u00fchrungsrolle einnehmen in NRW und im Bund.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Klingbeil gibt sich zerknirscht. Die vergangenen Wochen seien gepr\u00e4gt von H\u00f6hen und Tiefen, von Tempo, schwierigen Entscheidungen und von Verletzungen. \u201eUnd ja auch von Dingen, die aufgearbeitet werden m\u00fcssen\u201c, sagt er. Der 23. Februar und die 16,4 Prozent seien nicht zu den Akten gelegt, verspricht der SPD-Chef und verspricht eine \u201eehrliche und schonungslose Diskussion in der SPD, wie wir wieder st\u00e4rker werden k\u00f6nnen.\u201c Er selbst habe als Generalsekret\u00e4r 2017 auch gegen Widerst\u00e4nde eine Kommission zur Aufarbeitung des damaligen Wahlergebnisses in Auftrag gegeben. \u201eDas war richtig, dass wir uns die Zeit genommen haben.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zugleich warnte er die Genossen davor, sich zu klein zu machen: \u201eWenn ich den Abgesang auf die SPD h\u00f6re, sage ich Euch: Wischt das weg!\u201c Nat\u00fcrlich habe man Fehler gemacht. Und als er hinzuf\u00fcgt, auch er pers\u00f6nlich habe Fehler gemacht, h\u00f6rt man vereinzelten Applaus. Kein Wort verliert er zur sch\u00e4dlichen Kandidatendiskussion, stattdessen sieht Klingbeil den Fehler darin, nicht fr\u00fcher im Wahlkampf auf Industriepolitik gesetzt zu haben. \u201eDie <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/koalitionsverhandlungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Koalitionsverhandlungen<\/a> waren ein St\u00fcck Wiedergutmachung.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das sieht die Vorsitzende des Landesverbands der Jusos, Nina Gaedike, allerdings anders. Sie wirft Klingbeil in bemerkenswerter Sch\u00e4rfe vor, wichtige Kontroversen innerhalb der Partei zu umschiffen, und kritisiert, dass in der Koalition nun von \u201eEinwanderung in die Sozialsysteme\u201c die Rede sei, ein Terminus, den man bislang nur von der NPD kenne. \u201eNein, nicht die ganze Partei tr\u00e4gt den Kurs mit\u201c, ruft sie. Es werde nicht genug unternommen, um die Schere zwischen Arm und Reich zu schlie\u00dfen. Gaedike ist nicht die einzige entt\u00e4uschte Stimme an diesem Tag. Eine andere Delegierte kritisiert, viel zu oft sei die Aufarbeitung von Wahlschlappen als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet. Unanst\u00e4ndig sei, dass Frauen bei der Postenvergabe leer ausgingen und die M\u00e4nner die Spitzenjobs kassierten. Wiederum ruft sie Klingbeil auf: \u201eDu musst daf\u00fcr sorgen das von diesem Laden noch etwas \u00fcbrig bleibt.\u201c Eine Coesfelder Delegierte ereifert sich \u00fcber den Umgang mit den Frauen: \u201eWir haben gek\u00e4mpft, wie die Doofen. Aber: Eine Kampagne wird vom Willy-Brandt-Haus gemacht.\u201c Es k\u00f6nne nicht sein, dass sich der eine den gro\u00dfen Posten aussuche, der andere bekomme den Nebenposten und die Frau gehe leer aus. \u201eNach au\u00dfen wirkt es so, als seien wir eine frauenfeindliche Partei\u201c, sagt sie.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Klingbeil steht unter Zeitdruck, muss weiter zum n\u00e4chsten Landesparteitag nach Schleswig-Holstein, verspricht aber zum Schluss, er komme gerne wieder. \u201eUnd wir k\u00f6nnen auch die Debatten vertiefen. Ich halte sie auch f\u00fcr notwendig.\u201c Der Juso-Landeschefin, die von ihm verlangt hatte, st\u00e4rker auf die Mitglieder zu h\u00f6ren: \u201eWas kann man denn mehr tun, als die Mitglieder zu fragen, ob wir in eine Regierung gehen sollen?\u201c Es habe ein klares Ergebnis gegeben. \u201eUnd das m\u00fcssen wir dann auch ernst nehmen, was die Mitglieder uns mit auf den Weg geben.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der SPD-Chef warnt vor einer Kehrtwende in der Programmatik. Die Antwort auf die 16,4 Prozent d\u00fcrfe nicht sein, dass die SPD noch polarisierter, radikaler oder weiter nach links r\u00fccken m\u00fcsse. Man m\u00fcsse stattdessen Politik f\u00fcr die hart arbeitenden Menschen der Mitte machen, die man verloren haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Schon bei der Begr\u00fc\u00dfung der G\u00e4ste wird es an diesem Samstagvormittag in der Duisburger Mercatorhalle politisch. B\u00e4rbel Bas,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":99783,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1838],"tags":[40002,40003,40004,10475,4488,40006,424,3364,29,3715,30,40005,44,18,6251,776,1209,2403,184],"class_list":{"0":"post-99782","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duisburg","8":"tag-40002","9":"tag-40003","10":"tag-achim-post","11":"tag-aufarbeitung","12":"tag-bund","13":"tag-bundespartei","14":"tag-bundestagswahl","15":"tag-de","16":"tag-deutschland","17":"tag-duisburg","18":"tag-germany","19":"tag-juso","20":"tag-koalition","21":"tag-koalitionsverhandlungen","22":"tag-landesparteitag","23":"tag-lars-klingbeil","24":"tag-nordrhein-westfalen","25":"tag-partei","26":"tag-spd"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114484071965285400","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/99782","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=99782"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/99782\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/99783"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=99782"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=99782"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=99782"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}