{"id":998169,"date":"2026-05-06T07:53:14","date_gmt":"2026-05-06T07:53:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/998169\/"},"modified":"2026-05-06T07:53:14","modified_gmt":"2026-05-06T07:53:14","slug":"leihen-statt-kaufen-fett-flecken-erlaubt-wie-artotheken-kunst-zugaenglich-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/998169\/","title":{"rendered":"Leihen statt Kaufen: Fett-Flecken erlaubt: Wie Artotheken Kunst zug\u00e4nglich machen"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Sich mit Kunst zu besch\u00e4ftigen, Kunst gar zu kaufen \u2013 das ist f\u00fcr viele Leute nichts als Luxus. Kein Wunder: Die Kunstwelt erscheint elit\u00e4r, im Museum herrschen viele Regeln und ohne Geld kommt man nicht weit. Dabei gibt es eine Alternative, die jeden einl\u00e4dt zu gucken, ob ein bisschen Kunst den Alltag nicht doch vers\u00fc\u00dfen k\u00f6nnte: Artotheken.\n<\/p>\n<p>Aktuelles<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/feuilleton\/kunst\/2026-04\/beeple-nft-kunst-ausstellung-nationalgalerie-berlin\" data-ct-label=\"Beeple: Ein Hund ist er schon\" data-uuid=\"9ecc6640-67e1-47ce-a714-2c59f5ab9ab3\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Beeple:<br \/>\n                        Ein Hund ist er schon<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/hamburg\/2026-04\/tobias-kratzer-hamburgische-staatsoper-intendant-kunst\" data-ct-label=\"Tobias Kratzer: &quot;Es gibt Kunstwerke, die waren damals nix und die sind heute nix&quot;\" data-uuid=\"e8774180-8c49-49c6-b003-04010fe84fee\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Tobias Kratzer:<br \/>\n                        &#8222;Es gibt Kunstwerke, die waren damals nix und die sind heute nix&#8220;<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2026\/18\/glueck-kunst-alex-katz-olimpia-zagnoli-fotografie\" data-ct-label=\"Gl\u00fcck: Wie sieht das Gl\u00fcck aus?\" data-uuid=\"0778da58-d139-49f6-b992-7ae502bb5bd4\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Gl\u00fcck:<br \/>\n                        Wie sieht das Gl\u00fcck aus?<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dabei handelt es sich um Bibliotheken f\u00fcr Kunstwerke. Mehr als 100 solcher Artotheken gibt es laut dem Artothekenverband Deutschland verteilt \u00fcbers ganze Land, von Kiel \u00fcber Chemnitz bis Friedrichshafen. Oft sind sie Teil einer st\u00e4dtischen Bibliothek, manchmal werden sie von Kunstvereinen oder Museen organisiert.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Eine davon findet sich in der Amerika-Gedenkbibliothek in <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/berlin\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a>. Jeder, der \u00fcber einen Bibliotheksausweis verf\u00fcgt, hat dort Zugang zu einer Kunstsammlung, die seit 1969 kontinuierlich w\u00e4chst. Rund 300 der insgesamt 2.000 Werke schm\u00fccken derzeit Wohnungen, aber auch Arztpraxen oder Anwaltskanzleien in ganz Berlin. In der Sammlung ist f\u00fcr jeden was dabei: \u00abEs ist super unterschiedlich, was hier h\u00e4ngt, so wie halt auch unsere Nutzenden super unterschiedlich sind\u00bb, erkl\u00e4rt Katharina B\u00fchler, Leiterin des Referats K\u00fcnste der Amerika-Gedenkbibliothek.\u00a0\n<\/p>\n<p>                \u00abFett-Tatscher, egal, so ist es!\u00bb        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Artotheken sind auch ein Versuch, die H\u00fcrden der Kunstwelt abzubauen. \u00abNat\u00fcrlich hat Kunst per se ein bisschen so einen Ausschlussfaktor, weil man irgendwie das Gef\u00fchl hat, man muss was Bestimmtes wissen, man muss was Bestimmtes k\u00f6nnen\u00bb, erkl\u00e4rt B\u00fchler.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dieses Gef\u00fchl, das besonders in Museen vorherrsche, k\u00f6nne die Offenheit der Bibliothek durchbrechen: \u00abDu kannst hier essen, du kannst hier trinken. Es gibt viel weniger Regeln.\u00bb Das f\u00fchre zu einer bunten Mischung an Menschen, die \u00abman selten an \u00f6ffentlichen und vor allem an Kulturorten findet \u2013 egal auf was bezogen, auf Alter, auf Herkunft, auf sozial\u00f6konomischen Status.\u00bb\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Und so werden die Kunstwerke in der Artothek zu Gebrauchsgegenst\u00e4nden, die man ohne Scheu anfassen darf: \u00abFett-Tatscher? Egal, so ist es!\u00bb, sagt B\u00fchler. Auch der Transport per Bus, Bahn oder sogar Fahrrad wird mit dem Ankauf \u00abeher kleinformatiger, praktikablerer Arbeiten\u00bb einkalkuliert. Kaputt gehe h\u00f6chstens mal ein Rahmen, der einfach zu ersetzen sei.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der niedrigschwellige Zugang f\u00fcr alle finde auch bei den Kunstschaffenden selbst gro\u00dfen Anklang. \u00abHier ist halt das Sch\u00f6ne, es verschwindet nicht in der Privatsph\u00e4re, sondern es ist irgendwie trotzdem noch Allgemeingut und der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich\u00bb, erkl\u00e4rt B\u00fchler.\u00a0\n<\/p>\n<p>                        Leihen ja, kaufen nein        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Einmal pro Jahr findet eine Ankaufssitzung statt, bei der eine Jury bis zu 15 neue Werke f\u00fcr das Sortiment ankauft. In der Sammlung finden sich echte Sch\u00e4tze, \u00abwo Kunstherzen h\u00f6her schlagen\u00bb, erkl\u00e4rt B\u00fchler. Dazu z\u00e4hlen gro\u00dfe Namen wie Roy Lichtenstein, amerikanischer K\u00fcnstler und Pionier der Pop Art, oder Niki de Saint Phalle, eine franz\u00f6sische Malerin und Bildhauerin, die vor allem f\u00fcr ihre bunten Frauenskulpturen bekannt ist.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Den meisten Nutzerinnen und Nutzern gehe es aber nicht darum, die n\u00e4chste Mona Lisa zu ergattern, sondern um etwas Pers\u00f6nlicheres: \u00abWenn du dir hier jetzt eine Arbeit f\u00fcr zu Hause ausw\u00e4hlst, guckst du: \u201eOkay, was spricht mich jetzt an? Wie geht&#8217;s mir gerade?\u201c Das sind schon sehr individuelle Liebhaberst\u00fccke, die die Leute aussuchen\u00bb, beschreibt B\u00fchler. Die Kunst komme \u2013 im Vergleich zu einer Ausstellung \u2013 ohne Kontext. Das wirke sich auf die Beziehung aus: \u00abEs ist du und die Arbeit und sonst nichts. Das Bild ist dann da und erlebt mit dir Geschichte.\u00bb\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Nur zu lieb darf man die Kunstwerke nicht gewinnen: \u00abMenschen, die sich dann in eine Arbeit verlieben, die fragen dann: \u201eKann ich die kaufen?\u201c Aber nee, das sprengt nat\u00fcrlich total den Sinn von so einer Artothek\u00bb, sagt B\u00fchler. Wer das Angebot nutzen m\u00f6chte, m\u00fcsse sich damit anfreunden, \u00abdass sich dein Wohnzimmer auch mit der Kunst immer wieder ver\u00e4ndert\u00bb. Die Kunst geh\u00f6re eben allen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Kunstfans k\u00f6nnen sich die Werke meist f\u00fcr einen Zeitraum zwischen zwei und vier Monaten ausleihen, wobei die Fristen je nach Bibliothek unterschiedlich sind. In der Gedenkbibliothek sind Kunstwerke f\u00fcr 84 Tage entleihbar. 2 Verl\u00e4ngerungen f\u00fcr 28 Tage sind m\u00f6glich, wenn die Werke nicht vorbestellt sind.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260506-930-40587\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sich mit Kunst zu besch\u00e4ftigen, Kunst gar zu kaufen \u2013 das ist f\u00fcr viele Leute nichts als Luxus.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":998170,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[3057,1793,149406,296,2770,29,214,29151,666,30,215563,1794,19763,215562,15,215],"class_list":{"0":"post-998169","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-amerika","9":"tag-art-and-design","10":"tag-artothek","11":"tag-berlin","12":"tag-chemnitz","13":"tag-deutschland","14":"tag-entertainment","15":"tag-friedrichshafen","16":"tag-geld","17":"tag-germany","18":"tag-katharina-buehler","19":"tag-kunst-und-design","20":"tag-leihe","21":"tag-leihen-statt-kaufen","22":"tag-news","23":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116526553862926488","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/998169","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=998169"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/998169\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/998170"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=998169"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=998169"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=998169"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}