{"id":998739,"date":"2026-05-06T13:25:20","date_gmt":"2026-05-06T13:25:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/998739\/"},"modified":"2026-05-06T13:25:20","modified_gmt":"2026-05-06T13:25:20","slug":"berlin-bringt-die-baugesellschaft-mehr-nachteile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/998739\/","title":{"rendered":"Berlin: Bringt die Baugesellschaft mehr Nachteile?"},"content":{"rendered":"<p>Es gebe bei der geplanten Berliner Hochschulbaugesellschaft (BHG) noch &#8222;erheblichen Kl\u00e4rungsbedarf&#8220;. Das bem\u00e4ngelt die Landeskonferenz der Rektor*innen und Pr\u00e4sident*innen der Berliner Hochschulen (LKRP) in einer Pressemitteilung vom 5. Mai. &#8222;In den Hochschulen wachsen die Bef\u00fcrchtungen, dass die Hochschulbaugesellschaft in der jetzt geplanten Form, mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringt&#8220;, sagte LKRP-Vorsitzende und Pr\u00e4sidentin der Humboldt Universit\u00e4t zu Berlin Professorin Julia von Blumenthal.<\/p>\n<p>Am 21. April hatte der Berliner Senat die Gr\u00fcndung einer Hochschulbaugesellschaft beschlossen. Grundlage war ein von Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra vorgestelltes Gesetz. Als k\u00fcnftige Anstalt des \u00f6ffentlichen Rechts soll die BHG sich um den Neubau, die Sanierung und das Geb\u00e4udemanagement der elf staatlichen Berliner Hochschulen k\u00fcmmern. Ziel der Baugesellschaft ist es, den bestehenden Investitionsstau abzubauen. Die Planung sieht vor, dass die Hochschulen langfristig alle ihre Liegenschaften an die BHG \u00fcbertragen und die Geb\u00e4ude anschlie\u00dfend mieten. Die Mietkosten und von der BHG aufgenommene Kredite finanzieren die anstehenden Sanierungs- und Bauarbeiten. F\u00fcr die Mietkosten werde die Wissenschaftsverwaltung den Hochschulen j\u00e4hrlich etwa 300 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<p>M\u00fcssen Berliner Hochschulen ihren Fl\u00e4chenbedarf reduzieren?<\/p>\n<p>Die Berliner Hochschulen kritisieren, dass sie von \u00c4nderungen im Gesetzentwurf \u00fcberrascht worden seien. Sie h\u00e4tten bereits zum Referentenentwurf ausf\u00fchrlich Stellung bezogen. Es seien allerdings bei Weitem nicht alle Punkte im Gesetzentwurf angepasst worden. Lediglich in der Frage der Governance gebe es einen substantiellen Fortschritt. In allen anderen kritischen Fragen gebe es keine relevanten Verbesserungen.<\/p>\n<p>Vollkommen neu sei in der Gesetzesbegr\u00fcndung die Erw\u00e4hnung einer Fl\u00e4chenreduzierung um mindestens 15 und bis zu 30 Prozent, so die LKRP. Demnach werde f\u00fcr den Fl\u00e4chenbedarf der Hochschulen eine solche Reduzierung &#8222;als realistisch eingesch\u00e4tzt&#8220;. Dabei w\u00fcrden niedrigere Studierendenzahlen ber\u00fccksichtigt und die Nutzung von Synergiepotentialen sowie technischer, rechtlicher und organisatorischer &#8222;Ma\u00dfnahmen zur Fl\u00e4chenreduzierung&#8220;. Dies sei mit den Hochschulen zu keinem Zeitpunkt vorbesprochen worden, so die LKRP. Es bliebe unklar, wie eine solche Reduktion m\u00f6glich sein solle, ohne gravierende Einschr\u00e4nkungen in Forschung, Lehre und bei den notwendigen R\u00e4umen f\u00fcr das Arbeiten und die Selbstverwaltung Studierender vorzunehmen. Die LKRP k\u00fcndigte an, erneut schriftlich zum Gesetz Stellung nehmen zu wollen.\u00a0<\/p>\n<p>FU m\u00f6chte Know-how nicht aufgeben<\/p>\n<p>Auch die Freie Universit\u00e4t Berlin zeigt sich auf ihrer Website kritisch: Es sei der falsche Weg, das Geb\u00e4udemanagement zu zentralisieren. Jede Hochschule habe eigenes Know-how und funktionierende Strukturen, die durch die BHG zerschlagen werden k\u00f6nnten. Die Mitbestimmungsrechte der Hochschulen in der geplanten Einrichtung seien zudem unzureichend und die Finanzierung der Mieten sei nicht nachhaltig: Die FU sieht die Gefahr, dass die Gelder nur &#8222;mittelfristig ausreichen&#8220; und sich durch eine Umverteilung in den Haushalten der Hochschulen an anderen Stellen L\u00fccken auftun k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Das Gesetz zur Gr\u00fcndung der Hochschulbaugesellschaft ist aktuell in der parlamentarischen Beratung. Es tritt in Kraft, sobald das Abgeordnetenhaus es beschlossen hat. Damit wird laut den Berichten verschiedener Medien noch vor der Sommerpause gerechnet. Die Baugesellschaft soll dann sp\u00e4testens 2027 an den Start gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es gebe bei der geplanten Berliner Hochschulbaugesellschaft (BHG) noch &#8222;erheblichen Kl\u00e4rungsbedarf&#8220;. 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