{"id":999033,"date":"2026-05-06T16:19:15","date_gmt":"2026-05-06T16:19:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/999033\/"},"modified":"2026-05-06T16:19:15","modified_gmt":"2026-05-06T16:19:15","slug":"robodogs-von-kuenstler-beeple-in-berlin-richtige-tiere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/999033\/","title":{"rendered":"\u201eRobodogs\u201c von K\u00fcnstler Beeple in Berlin: Richtige Tiere?"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">Der amerikanische K\u00fcnstler Mike Winkelmann (K\u00fcnstlername \u201eBeeple\u201c) besch\u00e4ftigt sich mit digitaler Kunst, k\u00fcnstlicher Intelligenz und Robotnik. In der Neuen Nationalgalerie l\u00e4sst er derzeit auf einem kleinen eingez\u00e4unten Quadrat im Erdgeschoss sieben pudelgro\u00dfe gelbe Roboterhunde wackelnd herumgehen, sich vorne beschn\u00fcffeln und hinten einen Werbetext aussto\u00dfen. Gelegentlich nehmen sie nach Hundeart Platz. Bleiben sie zu lange sitzen, wechselt eine Assistentin ihre Akkus. Die Zuschauer ringsum sind begeistert und z\u00fccken ihre Handys. Aber das machen sie ja \u00fcberall, und wie stets ist auch hierbei von \u201eimmersiv\u201c die Rede. Die Ausstellung hei\u00dft \u201eRegular Animals\u201c.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Robodogs gibt es viele, daneben auch noch Roboter-Kakerlaken, -Zebrafische, -Katzen und -Bienen. Eine <a href=\"https:\/\/taz.de\/Die-Wahrheit\/!6083647\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eRobobee\u201c, von den Bienenforschern der FU entwickelt<\/a>, beherrscht die Bienensprache bereits so gut, dass die lebenden Bienen in ihrer N\u00e4he zu dem von ihr gewiesenen Ort fliegen. Man erhofft sich damit Fortschritte in der Gehirnforschung.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Anders die \u201eMobees\u201c von Harvard-Forschern: Sie sollten bei anhaltendem Bienensterben diese Tiere ersetzen, wurden dann aber f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke \u2013 als \u201eMinidrohnen\u201c \u2013 weiterentwickelt. \u201eDie Milit\u00e4rs fantasieren bereits von riesigen Schw\u00e4rmen t\u00f6dlicher Insekten, die, auf 3D-Druckern hergestellt, 1 Dollar pro St\u00fcck kosten\u201c, schreibt die <a href=\"https:\/\/taz.de\/Drogenfahndung-mit-Bienen\/!5615788\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">US-Journalistin Lisa Margonelli, deren Buch \u201eUnderbug\u201c (2018) von Robotertermiten handelt<\/a> \u2013 ebenfalls ein Harvard-Projekt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Au\u00dfer solchen tierisch anmutenden Robotern gibt es schon seit L\u00e4ngerem Schachroboter und neuerdings auch einen Tischtennis spielenden Roboter namens \u201eAce\u201c. Er reagiert zehnmal so schnell wie menschliche Spieler, berichtete die Zeitschrift Nature im April.<\/p>\n<p>      Hunderoboter mit K\u00f6pfen von Musk, Zuckerberg, Bezos<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Der Name \u201eRoboter\u201c wurde 1920 vom tschechischen Schriftsteller Karel \u010capek ins Spiel gebracht. Im Tschechischen gab es bereits das Wort \u201erobota\u201c (Arbeit) und \u201erobot\u201c (Zwangsarbeit). \u010capek dachte bei seinem Roboter an den j\u00fcdischen Mythos vom Golem, einem k\u00fcnstlichen Menschen, aus Buchstaben und Lehm gefertigt, der gewaltige Kraft besitzt, aber keinen freien Willen. Man muss ihm Auftr\u00e4ge erteilen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">F\u00fcr Beeples Hunderoboter gilt etwas anderes: Sie sind zwar programmiert, kommen aber als schwerreiche Auftragserteiler daher, insofern als sie im Gegensatz zu ihrem technoiden K\u00f6rper realistische Silikonk\u00f6pfe haben. Dabei handelt es sich um Beeple selbst und um Elon Musk, Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Pablo Picasso, Andy Warhol und <a href=\"https:\/\/taz.de\/Tele-Gen-Ausstellung-in-Bonn\/!5243877\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nam June Paik<\/a>, der als Einziger lacht. Dass es sich dabei um den koreanischen K\u00fcnstler handelt und nicht um den nordkoreanischen Diktator, ist eine Vermutung von mir, denn im Leporello zur Ausstellung taucht er nicht als Robodog auf.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Stattdessen wird Paik darin als \u201ehistorischer Gegenpunkt\u201c erw\u00e4hnt, weil er bereits in den sechziger Jahren \u201erobotische Skulpturen\u201c schuf, die allerdings nur so aussahen und ansonsten vor allem blinkten und flimmerten. Paiks \u201eAndy Warhol Robot\u201c (1994) wurde in der Neuen Nationalgalerie neben Beeples Roboterhunde-Spielplatz aufgestellt. Er besteht aus Fernsehger\u00e4ten, Filmkameras und Tonbandspulen.<\/p>\n<p>      Warhol und Paik als k\u00fcnstlerische Vorl\u00e4ufer<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"10\">F\u00fcr beide, Paik und Beeple, ist Andy Warhol eine \u201ezentrale Referenzfigur\u201c, weil er die \u201eVerbindung von Kunst, Massenmedien, Celebrity-Kultur und serieller Reproduktion verk\u00f6rperte\u201c. So gesehen sind Warhol und Paik k\u00fcnstlerische Vorl\u00e4ufer von Beeple, der seine Robodogs erstmalig mittels KI zum selbst\u00e4ndigen Laufen brachte, weswegen die Silicon-Valley-Milliard\u00e4re als K\u00f6pfe von Beeples Hunderobotern ebenfalls \u201ezentrale Referenzpunkte\u201c sind.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"11\">Wohingegen die anonymen Konstrukteure der anderen, eben erw\u00e4hnten Roboter wissenschaftlichen Zwecken dienten beziehungsweise dienen. Und Picasso gut und gerne f\u00fcr k\u00fcnstlerische Ideen am laufenden Band stehen k\u00f6nnte (\u201eNicht suchen, sondern finden!\u201c).<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-14\" pos=\"12\">Der tschechische Medienphilosoph und Kommunikationsforscher Vil\u00e9m Flusser hat einmal gesagt \u2013 auf einer Konferenz im Allg\u00e4u: \u201eAlle Kunst ist noch Vorkunst. Das Zeitalter der wahren Kunst beginnt erst mit der Herstellung selbstreproduktiver Werke.\u201c Davon sind Beeples Roboterhunde noch weit entfernt, dass sie f\u00e4hig sind, weitere Robodogs hervorzubringen \u2013 so wie jetzt nur ihre kleinen Ausdrucke.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-15\" pos=\"13\">Beeple wurde \u00fcbrigens damit bekannt, dass er t\u00e4glich ein digitales Bild auf Tumblr postete, <a href=\"https:\/\/taz.de\/Blockchain-Technologie\/!5767405\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eEverydays: The First 5000 Days\u201c genannt, die er f\u00fcr 69,3 Millionen Dollar in der Kryptow\u00e4hrung \u201eEther\u201c versteigern lie\u00df<\/a>. Er ist damit die Nummer drei der teuersten lebenden K\u00fcnstler hinter Jeff Koons und David Hockney.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der amerikanische K\u00fcnstler Mike Winkelmann (K\u00fcnstlername \u201eBeeple\u201c) besch\u00e4ftigt sich mit digitaler Kunst, k\u00fcnstlicher Intelligenz und Robotnik. 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