{"id":99911,"date":"2025-05-10T15:53:09","date_gmt":"2025-05-10T15:53:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/99911\/"},"modified":"2025-05-10T15:53:09","modified_gmt":"2025-05-10T15:53:09","slug":"merz-in-den-tagesthemen-eine-kleine-chance-auf-ein-kriegsende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/99911\/","title":{"rendered":"Merz in den tagesthemen: &#8222;Eine kleine Chance&#8220; auf ein Kriegsende"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 10.05.2025 16:55 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Bundeskanzler Merz sieht aktuell eine &#8222;kleine Chance&#8220; auf ein Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine. Die USA und Europa seien in ihrer Position wieder geeint. Nun m\u00fcsse Russland einer Feuerpause zustimmen, sagte er in den tagesthemen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>tagesthemen:<\/strong> Sie haben heute gemeinsam mit Ihren Amtskollegen aus Frankreich, Polen und Gro\u00dfbritannien mit US-Pr\u00e4sident Donald Trump telefoniert. Ging es dabei &#8211; und mit Ihrer Reise nach Kiew &#8211; auch darum, Trump eindeutiger auf die Seite der Ukraine zu ziehen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>Friedrich Merz:<\/strong> Wir haben alle in den letzten Tagen mit dem amerikanischen Pr\u00e4sidenten Vorgespr\u00e4che gef\u00fchrt. Und wir haben dann nach unseren Besprechungen heute gemeinsam mit Donald Trump telefoniert, einfach um ihn zu informieren, was unser Vorschlag ist. Wir sind ja auch sehr weitgehend auf seinen Vorschlag eingegangen. Wir haben das noch mal ausformuliert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd wir sind mit der amerikanischen Regierung und dem amerikanischen Pr\u00e4sidenten hier in voller \u00dcbereinstimmung, was die Forderung nach einem 30-t\u00e4gigen bedingungslosen Waffenstillstand an die Adresse Russlands betrifft. Das ist eine gute gemeinsame diplomatische Initiative.<\/p>\n<p>    &#8222;Dann machen wir doch aus drei Tagen 30 Tage&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>tagesthemen:<\/strong> Sie wollen dabei den Druck auf Wladimir Putin erh\u00f6hen, um diese 30-t\u00e4gige Waffenruhe zu erreichen, die ab Montag gelten soll. Aber seit mehr als drei Jahren ist Putin Druck von au\u00dfen offenbar egal. Warum sollte das diesmal anders sein?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>Merz:<\/strong> Putin hat ja zun\u00e4chst einmal vom 9. Mai an &#8211; der in Moskau als der Jahrestag des Kriegsendes gefeiert wird &#8211; eine dreit\u00e4gige Waffenruhe von sich aus angeboten. Wir haben dann von uns aus dieses Angebot angenommen und gesagt: Dann machen wir doch aus drei Tagen 30 Tage. Diese sollen dann von Montag an weiter gelten, um Friedensverhandlungen vorzubereiten und die Zeit zu haben, das Format daf\u00fcr zu bestimmen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas war eine gemeinsame Idee, die wir mit Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj besprochen haben. Deswegen haben wir verabredet, dass wir heute gemeinsam hier in Kiew sind, und uns auch noch einmal im Kreis der sogenannten &#8222;Koalition der Willigen&#8220; beraten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas war eine Videokonferenz praktisch um die ganze Welt, denn es sind ja auch etwa Neuseeland, Island und viele andere L\u00e4nder auch au\u00dferhalb der Europ\u00e4ischen Union dabei. Und das ist eine gute Initiative, die jetzt zur richtigen Zeit kommt. Denn dieser Krieg muss aufh\u00f6ren. Und ich glaube, es gibt jetzt eine kleine Chance.<\/p>\n<p>    Angebot &#8211; und Sanktionsdrohungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>tagesthemen:<\/strong> Aber nur, weil da eine breite Geschlossenheit entsteht: Warum sollte Putin diesmal anders reagieren als bislang?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>Merz:<\/strong> Weil Putin die Aussichtslosigkeit einer Fortsetzung dieses Krieges erkennen muss. Denn wir haben ja nicht nur dieses Angebot gemacht, sondern wir haben es auch mit einer ganz klaren Ank\u00fcndigung verbunden, die da lautet: Wenn er sich auf dieses Angebot nicht einl\u00e4sst, dann wird die Ukraine nicht nur weiter unterst\u00fctzt, dann wird es auch ein weiteres Sanktionspaket geben. Das ist in der Europ\u00e4ischen Union bereits in Vorbereitung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIch war ja gestern noch in Br\u00fcssel, habe auch mit EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen, Ratspr\u00e4sident Ant\u00f3nio Costa und der Parlamentspr\u00e4sidentin Roberta Metsola \u00fcber diese Themen gesprochen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWir sind hier sehr geschlossen und Putin muss wissen, dass es keinen Sinn macht, den Versuch zu unternehmen, Europa, den Westen auseinanderzudividieren. Und: Da geh\u00f6rt Amerika dazu. Und Trump ist hier voll mit uns zusammen auf diesem Weg, den wir jetzt gemeinsam gehen wollen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>tagesthemen:<\/strong> Eine massivere &#8211; auch milit\u00e4rische &#8211; Unterst\u00fctzung der Ukraine soll es geben, falls Putin das Ganze ablehnt. Bedeutet das, die Ukraine bek\u00e4me dann auch die deutschen &#8222;Taurus&#8220;-Marschflugk\u00f6rper, was die bisherige Bundesregierung ja immer abgelehnt hatte?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>Merz:<\/strong> Ich werde alle diese Entscheidungen zun\u00e4chst einmal im deutschen Kabinett besprechen und anschlie\u00dfend mit den europ\u00e4ischen Partnern abstimmen. Und wir werden hier nur gemeinsam vorgehen. Und auch das muss Putin wissen: Wir werden die Ukraine milit\u00e4risch so unterst\u00fctzen, dass sie die Chance hat, diese Aggression weiter abzuwehren. Und da wird Deutschland nicht zur\u00fcckstehen.<\/p>\n<p>    Russland muss nun &#8222;den ersten Schritt gehen&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>tagesthemen:<\/strong> Was die Ukraine auch unbedingt haben m\u00f6chte, um an einen dauerhaften Frieden \u00fcberhaupt glauben zu k\u00f6nnen, sind ja Sicherheitsgarantien. Von den USA kamen da bislang keine wirklich belastbaren. K\u00f6nnen Sie und Ihre europ\u00e4ischen Amtskollegen diese ausreichend geben?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>Merz:<\/strong> Das kommt sehr darauf an, wie denn dann ein Friedensabkommen mit Russland aussieht. Je klarer Russland sich dazu bekennt, auch die staatliche Souver\u00e4nit\u00e4t der Ukraine anzuerkennen, je weniger ist davon notwendig. Aber die Ukraine muss verteidigungsf\u00e4hig bleiben. Die Ukraine soll auch Mitglied der Europ\u00e4ischen Union werden. Insofern werden wir daf\u00fcr viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte auch gemeinsame Verteidigungsanstrengungen unternehmen m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAber es liegt jetzt zun\u00e4chst einmal an Russland, den ersten Schritt zu gehen. Russland hat diesen Krieg begonnen, und Russland muss auch ein klares Signal geben, dass es bereit ist, diesen Krieg zu beenden. Und das werden wir jetzt in den n\u00e4chsten Tagen, vielleicht in den n\u00e4chsten 30 Tagen sehen. Das ist die Initiative, die von diesem Wochenende ausgeht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Interview f\u00fchrte Ingo Zamperoni. Es wurde f\u00fcr die schriftliche Fassung redigiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 10.05.2025 16:55 Uhr Bundeskanzler Merz sieht aktuell eine &#8222;kleine Chance&#8220; auf ein Ende des russischen Kriegs gegen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":99912,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,13,182,14,15,12,317,580],"class_list":{"0":"post-99911","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-merz","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-ukraine","16":"tag-waffenruhe"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114484347214751858","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/99911","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=99911"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/99911\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/99912"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=99911"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=99911"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=99911"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}