{"id":999154,"date":"2026-05-06T17:26:25","date_gmt":"2026-05-06T17:26:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/999154\/"},"modified":"2026-05-06T17:26:25","modified_gmt":"2026-05-06T17:26:25","slug":"prozess-in-duesseldorf-krebspatient-starb-nach-behandlung-fuer-95-000-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/999154\/","title":{"rendered":"Prozess in D\u00fcsseldorf: Krebspatient starb nach Behandlung f\u00fcr 95.000 Euro"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Sie sollen einem unheilbar krebskranken Mann eine Besserung oder gar Heilung versprochen haben, obwohl die Behandlung aussichtslos war. Sie sollen eine Lichttherapie durchgef\u00fchrt haben, ganz ohne Arzt. Und sie sollen ein fragw\u00fcrdiges Medikament ohne Beschriftung gespritzt haben. Der krebskranke Mann starb wenige Tage sp\u00e4ter, im M\u00e4rz 2019, im Alter von 31 Jahren.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">F\u00fcnf Angeklagte mussten sich in diesem Fall vor dem D\u00fcsseldorfer Amtsgericht verantworten. Die Vorw\u00fcrfe: Versto\u00df gegen das Heilpraktikergesetz, gef\u00e4hrliche K\u00f6rperverletzung und Betrug. Doch das Verfahren gegen die vier M\u00e4nner und eine Frau wurde nun eingestellt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Was in diesen Monaten der Behandlung versprochen wurde, k\u00f6nne das Gericht nicht mehr nachvollziehen, sagte der Richter. Die Aufkl\u00e4rungslage sei schwierig, das Verfahren laufe bereits seit sieben Jahren. Und die Versionen der Beteiligten gehen weit auseinander.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Unbestritten ist die Diagnose, die der Familienvater im November 2018 bekam: Der seltene Knochenkrebs hatte ins Gehirn gestreut, die Krankheit war unheilbar. Die \u00c4rztin empfahl dem jungen Mann und seiner Ehefrau, nach Hause zu fahren und die restliche Zeit mit den drei Kindern zu verbringen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch dann schaltete sich der Schwiegervater ein, so schilderte es die Witwe vor Gericht. Ein Neurologe habe sich die MRT-Bilder angeschaut und gesagt: \u201eEs gibt eine Chance auf Heilung.\u201c Der Arzt aus K\u00f6ln, der zu den Angeklagten z\u00e4hlte, habe eine alternative Behandlung vorgeschlagen. Dazu habe er die Familie an eine Firma aus D\u00fcsseldorf vermittelt, die personalisierte Medizin anbietet.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Chef dieser Firma musste sich als Hauptangeklagter vor Gericht verantworten. Der 65-J\u00e4hrige tr\u00e4gt Professor- und Doktortitel, ist aber Humangenetiker, kein Mediziner. Dennoch riet er zu einer Immunzell- und Lichttherapie, so die Witwe. Ein personalisiertes Medikament sollte die b\u00f6sartigen Zellen angreifen und die gutartigen verschonen. Die Heilungsrate liege bei 80\u2005Prozent, habe der Professor versprochen. Die Familie sch\u00f6pfte Hoffnung\u2005\u2013 sie zahlte 95.000\u2005Euro in bar an das Unternehmen, sagte die Witwe.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Lichttherapie soll eine weitere \u2013 mittlerweile insolvente \u2013 Klinik aus D\u00fcsseldorf \u00fcbernommen haben. Die Behandlung h\u00e4tten die drei weiteren Angeklagten durchgef\u00fchrt: die beiden Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Klinik und eine heute 68-j\u00e4hrige Mitarbeiterin. Keiner von ihnen hat Medizin studiert, sie h\u00e4tten die Therapie also nicht anwenden d\u00fcrfen, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Die Witwe berichtete zudem von fragw\u00fcrdigen Zust\u00e4nden in der Klinik. So h\u00e4tten die Mitarbeiter sie das Lichtger\u00e4t selbst bedienen lassen, weil sie angeblich zu viel zu tun hatten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Lediglich der Neurologe aus K\u00f6ln \u00e4u\u00dferte sich vor Gericht und bestritt alle Vorw\u00fcrfe. Er habe dem krebskranken Mann das Medikament nie verabreicht. Die Familie habe ihn unter Druck gesetzt und bedroht. Der Arzt habe daraufhin die L\u00f6sung im Waschbecken ausgekippt und die Infusion nur simuliert, um die Angeh\u00f6rigen zu beruhigen. Er habe selbst Zweifel an der Therapie und an der Fl\u00fcssigkeit in dem unbeschrifteten Fl\u00e4schchen gehabt, behauptete er. Die anderen Angeklagten schwiegen zu den Vorw\u00fcrfen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Behandlung des krebskranken Mannes sei \u201emoralisch mehr als fraglich\u201c gewesen, so der Richter, die Schuld der Angeklagten aber nicht nachweisbar. Das Verfahren wurde darum eingestellt. Die Voraussetzungen: Der Professor und der Arzt m\u00fcssen je 10.000 Euro an die Familie zahlen, die beiden Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Lichttherapie-Klinik je 6000 Euro.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Familie des Verstorbenen zeigte sich entt\u00e4uscht von dem Ausgang des Verfahrens. Sie k\u00fcndigten an, gegen den Neurologen \u2013 den einzigen Arzt in der Runde \u2013 Beschwerde bei der \u00c4rztekammer einzulegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sie sollen einem unheilbar krebskranken Mann eine Besserung oder gar Heilung versprochen haben, obwohl die Behandlung aussichtslos war.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":999155,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1831],"tags":[1601,19548,1187,17327,3364,29,3405,12262,553,32282,2690,30,215752,20069,132489,38737,1209,4205,16476,81478],"class_list":{"0":"post-999154","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duesseldorf","8":"tag-amtsgericht","9":"tag-angeklagte","10":"tag-arzt","11":"tag-behandlung","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-duesseldorf","15":"tag-faehren","16":"tag-familie","17":"tag-familienvater","18":"tag-gericht","19":"tag-germany","20":"tag-hauptangeklagter","21":"tag-klinik","22":"tag-krebskranke","23":"tag-lichttherapie","24":"tag-nordrhein-westfalen","25":"tag-therapie","26":"tag-verfahren","27":"tag-versprochen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116528807028511254","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/999154","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=999154"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/999154\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/999155"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=999154"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=999154"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=999154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}