{"id":999767,"date":"2026-05-06T23:12:15","date_gmt":"2026-05-06T23:12:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/999767\/"},"modified":"2026-05-06T23:12:15","modified_gmt":"2026-05-06T23:12:15","slug":"bonn-berlin-so-wappnen-sie-sich-gegen-machtspiele-im-job-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/999767\/","title":{"rendered":"Bonn\/Berlin | So wappnen Sie sich gegen Machtspiele im Job"},"content":{"rendered":"<p>Bonn\/Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Im Meeting wird Ihre Idee \u00fcbergangen &#8211; und f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter von jemand anderem gefeiert. Oder eine Aufgabe landet pl\u00f6tzlich auf Ihrem Tisch, obwohl Sie klar gesagt haben, dass Sie sie nicht \u00fcbernehmen wollen.\u00a0<\/p>\n<p>Solche Situationen sind mehr als schlechte Stimmung: Oft stecken Machtspiele dahinter, die das Arbeitsklima vergiften und Teams ausbremsen. Dabei geht es nicht nur um S\u00e4tze wie \u00abEgal, was du davon h\u00e4ltst: Ich bin der Chef und ich allein entscheide, was jetzt richtig ist\u00bb. Vielmehr zeigen sich Machtspiele im Job h\u00f6chst unterschiedlich.<\/p>\n<p>Meist geht es um informelle, teils hinter den Kulissen laufende Versuche, andere zu beeinflussen, Macht zu sichern oder eigene Ziele durchzusetzen, nicht immer entlang offizieller Rollen und Prozesse. Solche Muster k\u00f6nnen in jeder Organisation vorkommen, besonders dort, wo Informationen knapp sind, Entscheidungen intransparent wirken oder Zust\u00e4ndigkeiten unklar bleiben.<\/p>\n<p>\u00abJeder im Berufsleben verfolgt eigene Interessen, das ist normal\u00bb, sagt Gerhard Blickle, Universit\u00e4tsprofessor f\u00fcr Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie am Institut f\u00fcr Psychologie der Universit\u00e4t Bonn. So ist es v\u00f6llig legitim, Netzwerke zu pflegen, um \u00fcber Kontakte beruflich voranzukommen. Wenn aber pers\u00f6nliche Interessen zum Nachteil f\u00fcr andere im Team werden und vielleicht sogar \u00fcber den Unternehmenserfolg gestellt werden, wird es destruktiv.<\/p>\n<p>So erkennen Sie Machtspiele im Job<\/p>\n<p>Machtspiele k\u00f6nnen ganz dabei unterschiedlich aussehen. Mitunter beginnt es offen, etwa wenn eine F\u00fchrungskraft eine Besch\u00e4ftigte zu einer Aufgabe dr\u00e4ngt, die sie eigentlich \u00fcberhaupt nicht machen m\u00f6chte. \u00abDie F\u00fchrungskraft kann aber qua ihrer hierarchischen Funktion zumeist durchsetzen, dass die Besch\u00e4ftigte gegen ihren ausdr\u00fccklichen Willen die Aufgabe erledigt\u00bb, sagt Blickle.<\/p>\n<p>H\u00e4ufiger sind subtilere Signale: Wenn bestimmte Personen ausgegrenzt und in Entscheidungsprozessen nicht einbezogen werden, spreche das f\u00fcr Machtspiele, so Eva Boos, Business Coach in Berlin. Auch wenn Besch\u00e4ftigten ohne Begr\u00fcndung Aufgaben entzogen werden, die sie in der Vergangenheit top erledigt haben, kann das ein Hinweis sein.<\/p>\n<p>Typisch sind au\u00dferdem \u00fcberm\u00e4\u00dfige Kontrolle, mangelnde Transparenz oder st\u00e4ndige R\u00fcckfragen \u2013 ebenso wie das Abschieben von Verantwortung bei unliebsamen Aufgaben oder Fehlern.\u00a0<\/p>\n<p>Powerplay kann sich auch in Meetings zeigen. Ein Mitarbeiter macht dort einen konstruktiven und \u00fcberzeugend klingenden Vorschlag, danach herrscht zun\u00e4chst Schweigen. Das Meeting l\u00e4uft weiter \u2013 und kurz darauf pr\u00e4sentiert eine Kollegin quasi den identischen Vorschlag, diesmal mit sehr positivem Echo. \u00abAugenscheinlich hat sich im Team eine Gruppe gebildet, die gegen andere intrigiert\u00bb, so Boos.<\/p>\n<p>Was Betroffene sofort tun k\u00f6nnen<\/p>\n<p>Auf lange Sicht f\u00fchren Machtspiele dazu, dass Besch\u00e4ftigte zunehmend unzufrieden werden. Auch die Motivation sinkt, wenn bestimmte Menschen am Arbeitsplatz immer wieder versuchen, ihre Position auszunutzen und auf dem R\u00fccken anderer durchzusetzen. Wer sich dagegen wappnen will, sollte sich ein paar zentrale Strategien aneignen. \u00abWichtig ist vor allem, Grenzen zu setzen\u00bb, sagt Boos. Was dabei hilft:<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Benennen, was passiert: Greift jemand anderes etwa bei einem Meeting den Vorschlag, den man selbst vorgetragen hat, auf und verkauft ihn als seinen eigenen, sollte man das umgehend sachlich ansprechen. Auch wer sich st\u00e4ndig kontrolliert f\u00fchlt oder den Eindruck hat, dass Entscheidungen hinter verschlossenen T\u00fcren gef\u00e4llt werden, sollte das thematisieren.\u00a0<\/li>\n<li>Einsch\u00fcchterungsversuche stoppen: Hat man den Eindruck, das Gegen\u00fcber vergreift sich im Ton und will einen einsch\u00fcchtern, hei\u00dft es ebenfalls: sofort reagieren. Etwa so: \u00abIch merke, der Ton wird gerade sehr scharf. Lass uns kurz durchatmen und sachlich zum Thema zur\u00fcckkehren.\u00bb<\/li>\n<li>Nicht automatisch Ja sagen: Tr\u00e4gt die F\u00fchrungskraft einem eine unliebsame Aufgabe an, sollte man sie nicht einfach annehmen, sondern klar die Vorbehalte zum Ausdruck bringen.\u00a0<\/li>\n<li>Verb\u00fcndete suchen: Etwa, indem man Teammitglieder fragt, ob sie Meetings ebenso toxisch erlebt h\u00e4tten wie man selbst. Es gilt das Prinzip: \u00abGemeinsam sind wir stark und k\u00f6nnen zusammen Ver\u00e4nderungen zum Positiven herbeif\u00fchren\u00bb, so Blickle.\u00a0<\/li>\n<li>Wichtige Punkte dokumentieren: Eine weitere St\u00fctze: relevante Gespr\u00e4chsinhalte aufzuschreiben. Will ein Kollege ein offenbar unliebsam gewordenes Projekt auf einen abschieben, k\u00f6nnen eigene Notizen unter Umst\u00e4nden aufzeigen, dass der Kollege zu einem fr\u00fcheren Zeitpunkt das Projekt an sich gezogen und zur Begr\u00fcndung auf seine ausgewiesene Expertise verwiesen habe.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Welche Team-Regeln Machtspiele reduzieren<\/p>\n<p>Nicht alles l\u00e4sst sich allein im Zweiergespr\u00e4ch l\u00f6sen. Teams k\u00f6nnen gemeinsam darauf schauen, Machtspiele m\u00f6glichst zu unterbinden. \u00abHilfreich ist, alle an einen Tisch zu holen und gemeinsam Team-Regeln aufzustellen\u00bb, sagt Blickle. Dabei gelte es, eindeutige Zust\u00e4ndigkeiten zu schaffen sowie klare Regeln f\u00fcr alle aufzustellen.\u00a0<\/p>\n<p>Boos r\u00e4t zudem, eine professionelle Moderation bei Meetings zu vereinbaren. Hierzu geh\u00f6re, jeden zu Wort kommen und ausreden zu lassen. Ergebnisse und Entscheidungen werden dokumentiert, damit sie sp\u00e4ter niemand umdeuten kann. \u00abKein Unternehmen sollte sich eine Angstkultur leisten\u00bb, sagt Boos. Denn sie vergiftet das Arbeitsklima \u2013 und schadet letztendlich auch dem Unternehmenserfolg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bonn\/Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Im Meeting wird Ihre Idee \u00fcbergangen &#8211; und f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter von jemand anderem gefeiert.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":999768,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,1140,296,1937,630,4941,29,52559,6750,30,1710,70276,21399,1940,1938,13353,624,41875],"class_list":{"0":"post-999767","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-arbeit","11":"tag-berlin","12":"tag-berlin-news","13":"tag-beruf","14":"tag-cjab","15":"tag-deutschland","16":"tag-einfluss","17":"tag-fuehrung","18":"tag-germany","19":"tag-karriere","20":"tag-macht","21":"tag-manipulation","22":"tag-nachrichten-aus-berlin","23":"tag-news-aus-berlin","24":"tag-psychologie","25":"tag-ratgeber","26":"tag-tmn0380"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116530167571535593","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/999767","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=999767"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/999767\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/999768"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=999767"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=999767"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=999767"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}