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Oslo (Norwegen) – Kronprinzessin Mette-Marit (52) ist erneut in die Haftanstalt in Oslo gefahren, um ihren Sohn Marius Borg Høiby (29) zu sehen. Ungeschminkt sitzt sie auf der Rückbank, trägt Brille, wirkt angespannt. Sie versucht, ein Lächeln anzudeuten, doch die vergangenen Tage sind ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. Die Krise um ihren Sohn geht sichtbar nicht spurlos an der Ehefrau von Kronprinz Haakon (52) vorbei.

Nur wenige Tage nachdem das Kronprinzenpaar bereits gemeinsam bei dem 29-Jährigen in Untersuchungshaft war, erschien seine Mutter nun noch einmal hinter den Gefängnismauern. Ein ungewöhnlich eng getakteter Besuchsplan – und einer, der in Norwegen für reichlich Gesprächsstoff sorgt.

Mette-Marit fuhr im schwarzen Wagen auf das Gelände des Gefängnisses

Mette-Marit fuhr im schwarzen Wagen auf das Gelände des Gefängnisses

Foto: Ufuk Ucta

19.30 Uhr rauscht eine kleine Kolonne aus zwei schwarzen BMW-SUVs auf das Gefängnisgelände. Die Scheiben dunkel, die Eskorte diskret. Um 20.33 Uhr verlässt der Konvoi das Gelände wieder. Gut eine Stunde Besuchszeit für den Sohn.

Hat Marius Sonderrechte?

Offiziell gibt man sich demonstrativ korrekt. Von Sonderrechten könne keine Rede sein, heißt es aus der Haftanstalt. Gefängnisdirektor Nils Leyell Finstad betonte, dass von Seiten der königlichen Familie ausdrücklich keine Sonderbehandlung gewünscht worden sei. Angehörigenbesuche seien grundsätzlich auch mehrmals pro Woche möglich, würden jedoch individuell geprüft und genehmigt.

BILD-Reporter vor Gefängnis in Oslo: Punkt 19.30 Uhr kam Mette-Marits Kolonne

Quelle: BILD12.02.2026

Doch genau hier beginnen die Diskussionen. Mehrere Besuche innerhalb weniger Tage sind im regulären Gefängnisalltag eher Ausnahme als Regel. Besuchszeiten sind begrenzt, Termine müssen koordiniert werden. Dass für den Sohn der Kronprinzessin gleich mehrere Treffen kurzfristig ermöglicht werden, wirkt zumindest bemerkenswert. Auch wenn formal alles korrekt abläuft, fragen sich viele Norweger: Öffnet Prominenz am Ende doch Türen – selbst ohne offizielle „Extrawurst“?

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Das Königshaus steht unter besonderer Beobachtung. Einerseits will man familiären Zusammenhalt zeigen. Andererseits muss unbedingt vermieden werden, dass der Eindruck entsteht, für Royals gälten andere Regeln als für normale Bürger. Ein heikler Balanceakt.

Auch Mette-Marit steht im Fokus

Für Zündstoff sorgt der laufende Prozess gegen Marius Borg Høiby. Die Vorwürfe wiegen schwer, unter anderem geht es um mutmaßliche Vergewaltigung und Körperverletzung. Die öffentliche Aufmerksamkeit ist enorm. Gerade deshalb werden auch die Besuche seiner prominenten Familie genau registriert.

Marius Borg Høiby (damals 25) und Mette-Marit (heute 52, damals 48) 2022 in Oslo

Marius Borg Høiby (damals 25) und Mette-Marit (heute 52, damals 48) 2022 in Oslo

Foto: Lise Aserud/NTB/dpa

Besonders brisant: Auch Mette-Marit selbst steht verstärkt im Fokus. Nach Berichten über frühere Kontakte zu Jeffrey Epstein, hatte sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Fest steht: Solange der Prozess läuft, dürften weitere Fahrten zum Gefängnis folgen und die Debatte über mögliche Sonderbehandlung gleich mit.