
Stand: 06.10.2026 17:01 Uhr
Die EU-Kommission hat dem Lückenschluss der Autobahn 33 nördlich von Osnabrück unter Auflagen zugestimmt. Aus der Politik in der Region gibt es dafür Lob, aber auch Kritik.
Der Lückenschluss zwischen der A33 und der A1 werde dringend gebraucht, um überregionalen Verkehr aus der Stadt Osnabrück fernzuhalten, heißt es in einer Mitteilung der FDP im Osnabrücker Stadtrat. Auch für die Wirtschaft in der Region sei die Anbindung wichtig. Die FDP werde sich weiterhin dafür einsetzen, dass das Projekt zügig und im Einklang mit den geltenden Vorgaben vorangebracht wird.
Grünen-Politikerin Polat: Sanieren statt neu bauen
Anders sieht das die Bundestagsabgeordnete Filiz Polat (Bündnis 90/Die Grünen) aus Bramsche (Landkreis Osnabrück). Sie verweist darauf, dass viele Straßen und Brücken in der Region Osnabrück saniert werden müssten. Darauf sollte man sich konzentrieren, anstatt immer wieder neu zu bauen. Außerdem würde die Autobahn mitten durch ein Schutzgebiet laufen und die Kulturlandschaft zerstören.
Autobahnbau durch Schutzgebiet geplant
Dass ein Teil der neu geplanten Strecke mitten durch ein Naturschutzgebiet führt, ist der Grund, warum die EU dem Projekt überhaupt zustimmen musste. Laut EU-Kommission würden mehrere geschützte Arten erheblich beeinträchtigt, deshalb hat sie dem Bau nur unter Auflagen zugestimmt. So soll das Schutzgebiet innerhalb eines Jahres um gut 260.000 Quadratmeter Richtung Norden erweitert werden und auf der Strecke Tempo 100. Die Entscheidung der EU-Kommission sei eine Antwort auf eine Anfrage des Bundes zu dem geplanten Projekt, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung„. Damit könne die Autobahn aber noch nicht gebaut werden. Das Genehmigungsverfahren laufe weiter. Ein Planfeststellungsbeschluss ist demnach frühestens 2027 zu erwarten.
Neun Kilometer sollen Belm und Wallenhorst verbinden
Die A33 endet derzeit nördlich der Anschlussstelle Osnabrück-Widukindland und geht bei Belm in die Bundesstraße 51n über. Die neue Trasse soll Planungen zufolge rund neun Kilometer in nördlicher und nordwestlicher Richtung verlaufen und nördlich von Wallenhorst an die A1 anschließen. Geplant sind zwei Fahrbahnen je Richtung. Nach Angaben der Autobahn GmbH ist ein Ziel, die Ortsdurchfahrten zu entlasten, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und auch Umweltbelastungen zu mindern.
Weitere Autobahnen in Niedersachsen geplant
Die A33 ist nicht die einzige Autobahn, die in Niedersachsen neu gebaut werden soll. Auch der Lückenschluss der A39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg wird auf einer Länge von 105 Kilometern geplant. Bereits baureif ist der Abschnitt zwischen Wolfsburg und Ehra, jedoch fehlen aktuell die finanziellen Mittel dafür im Bundeshaushalt. Auch die geplante Anbindung der A20 an die A26 im Landkreis Stade ist finanziell noch nicht gesichert. Die A20 soll die Niederlande, Norddeutschland und Polen verbinden. Derzeit beginnt die Autobahn im polnischen Stettin und endet im schleswig-holsteinischen Bad Segeberg. Gegen die Autobahnpläne gibt es mehrere Klagen.

„Alles, was baureif ist, wird gebaut“, hieß es von der Bundesregierung. Das scheint jedoch nicht zu klappen. Das Geld fehlt.

Naturschützer hatten gegen die Pläne zwischen Wolfsburg und Lüneburg geklagt. Ein Abschnitt soll durch ein Moor führen.

Ein Fährbetrieb hatte gegen den Autobahnbau geklagt. Das Gericht sieht Rechte des Betriebs nicht berührt.