Dieser Handball-Kracher macht seinem Namen alle Ehre! In der Champions League schlägt der deutsche Meister SC Magdeburg den polnischen Meister Industria Kielce mit 35:30 (19:17). Doch der Sieg bedeutet mehr als nur zwei Punkte in der Gruppenphase!

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Spannung am 3. Spieltag in der Gruppe F der Champions League: Meister trifft auf Meister! Doch es steht mehr auf dem Spiel als nur ein Vorrunden-Sieg: Die Punkte, die ein Team in der Vorrunde gegen den Gegner holt, der ebenfalls weiterkommt, werden in die Hauptrunde mitgenommen. Heißt: Das Duell hat Auswirkungen auf den weiteren Turnierverlauf, ein Auswärtssieg wäre Gold wert aus Sicht des SCM.
Gegner Kielce ist der Ex-Klub der Dujshebaev-Dynastie. Doch auch nach den Abgängen der Superstars sind noch große Namen im Aufgebot zu finden: Neben Ex-Füchse-Keeper Dejan Milosavljev auch Frankreich-Star Dylan Nahi und der zukünftige Füchse-Spieler Theo Monar (ab 2027).
Handball: SC Magdeburg mit Kristjansson gegen Kielce
Gute Nachricht aus Sicht des SCM: Spielmacher Gisli Kristjansson ist nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung vom Wochenende wieder fit und spielt von Beginn an.
Die Halle in Kielce ist sofort da und peitscht das polnische Top-Team nach vorn. Kielce startet aggressiv in der Deckung, doch hat Probleme, sobald Magdeburg ins Tempo geht. Nach fünf Minuten trifft SCM-Rechtsaußen Daniel Pettersson nach einem 3:0-Lauf deshalb schon zum 5:2 – ein Start nach Maß!
Doch wie die Halle lässt auch Kielces Mannschaft nicht locker: Aleks Vlah besorgt nach 10 Minuten den 6:6-Ausgleich. Großen Anteil daran hat auch Dejan Milosavljev im Tor mit schon vier Paraden – der ehemalige Fuchs meldet sich an!
Wiegert reklamiert zu energisch
Wenig später bekommt Gisli Kristjansson beim Sprung zum Wurf von Dylan Nahi einen Check in die Magen-Gegend ab. Für Kristjansson geht es weiter, Nahi bekommt eine 2-Minuten-Zeitstrafe. Weil SCM-Trainer Bennet Wiegert zu energisch reklamiert, sieht er Gelb!
Bester Mann beim Elbe-Klub ist bis hierhin Torwart Matej Mandic: Der Kroate kommt nach 12 Minuten (7:6) schon auf fünf Paraden (56 Prozent).
Nach einer Viertelstunde werden die Polen stärker: Nach einem zwischenzeitlichen 4-Tore-Rückstand kämpfen sie sich nach und nach zurück. Zwar brillieren bei Magdeburg Kristjansson und Claar mit ihren schnellen Bewegungen, doch Kielce kommt nach 27 Minuten zum 17:17-Ausgleich. Vor allem die resolute Defensive bereitet dem deutschen Meister Schwierigkeiten!
Top-Transfer Kuzmanovic rückt ins Tor
Dank des überragenden Kristjansson (6 Tore im 1. Durchgang) nimmt der SCM trotzdem eine 19:17-Führung mit in die Halbzeit – er ist auf Kurs!
Nach dem Seitenwechsel leistet sich Magdeburg einige Fehlwürfe, kann sich jedoch weiterhin auf einen starken Rückhalt verlassen: Jetzt ist es Dominik Kuzmanovic, der beim SCM zwischen den Pfosten mehrfach stark hält!
Kielce verteidigt weiterhin enorm hoch und mutig. Das ist für Magdeburg zwar unangenehm, doch Claar und Kristjansson winden sich immer wieder durch den Abwehr-Wald.
Wiegert rüttelt SCM wach
Nach 43 Minuten hat Omar Ingi Magnusson für den Tabellenführer der Handball-Bundesliga viel Platz am Kreis und stellt überlegt auf 26:22 – die erste 4-Tore-Führung seit der 22. Minute.
Nachdem die Mannschaft von SCM-Trainer Bennet Wiegert schon mit fünf Toren führt, sieht alles nach Vorentscheidung aus – doch Kielce lässt sich einfach nicht abschütteln! Zehn Minuten vor Schluss verkürzt Yusuf Faruk wieder auf 27:29 – es ist ein Krimi um ganz wichtige Europa-Punkte. Wiegert in seiner Auszeit: „Das Problem ist nicht der Ballverlust, sondern der Gegenstoß. Wir haben den Ballverlust, ohne zu werfen. Wir müssen es schaffen, Richtung Tor zu gehen – jeder einzelne.“ Seine Forderung: „Ich möchte in euren Gesichtern sehen, was wir hier vorhaben!“
Magdeburg schlägt Kielce mit 35:30
Und das sieht man: Magdeburg spielt die Schlussphase brillant runter und sichert sich den 35:30-Auswärtserfolg. Wenn Kielce ebenfalls die Gruppenphase übersteht, nimmt der SCM diese Punkte schon mal mit!
Bennet Wiegert nach Abpfiff: „Wir sind sehr glücklich und stolz über diesen Sieg. Es ist nie einfach, in Kielce zu gewinnen, vor allem mit dieser fantastischen Atmosphäre. Das Ergebnis ist mit fünf Toren Vorsprung das Maximum, vielleicht sogar ein, zwei Tore zu hoch.“ Sicher sieht er seinen SCM trotzdem noch nicht als Gruppenersten: „Wir müssen den Job beenden und unsere nächsten Spiele gewinnen!“