Die Schweizer halten gerade den Schwarzen Peter in der Hand, was den europäischen Schienengüterverkehr betrifft. Denn das Bundesamt für Verkehr (BAV) will Sicherheitsmaßnahmen durchdrücken, die so gar nicht auf Zustimmung der Wagenhalter in der EU stoßen, die aber auch viele Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) skeptisch beurteilen.
Für den Schienengüterverkehr sind einheitliche Regeln in Europa die Basis, um im Wettbewerb mit dem Lkw mithalten zu können. Unterschiedliche Stromsysteme und Kommunikationsregeln, länderspezifische Anforderungen an die Lokführer: Das sind nur einige Hürden im grenzüberschreitenden Bahntransport. Jetzt kommen mit den neuen Sicherheitsbestimmungen in der Schweiz weitere dazu – so sehen es jedenfalls viele Kritiker (siehe Seite 6).
Aber selbst innerhalb des Landes gibt es Stimmen, die mit dem Vorstoß des schweizerischen Bundesamtes, die Sicherheitsmaßnahmen für Güterwagen zu verschärfen, nicht glücklich sind. So bezeichnet der Verband der verladenden Wirtschaft (VAP) mit Sitz in Uitikon bei Zürich die Maßnahmen als „drastisch“ und „wenig fundiert“.