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Brüssel – Die Angst vor einem Kerosin-Schock in Europa wächst weiter. Wegen der Blockade der Straße von Hormus arbeitet die EU unter Hochdruck an einem Notfallplan, um eine Versorgungskrise bei Flugbenzin zu verhindern. Und: Die erste deutsche Airline zieht Konsequenzen.
Warnungen vor Kerosin-Knappheit: Luftfahrtbranche unter Druck
Quelle: Reuters, AP16.04.2026
Ein Entwurf des für den 22. April angekündigten EU-Konzepts sieht vor, sämtliche Raffineriekapazitäten in Europa zu erfassen und deren volle Auslastung sicherzustellen. Gleichzeitig werden weitere Maßnahmen vorbereitet, um die Kerosinversorgung stabil zu halten. Auch ein gemeinsamer Einkauf der EU-Staaten wird hinter den Kulissen diskutiert – angeregt von der Airline-Organisation Airlines for Europe.
Zeitgleich legt die Lufthansa als Reaktion auf Streiks und hohe Kerosinkosten erste Flugzeuge still. Als Erstes sollen ab Samstag die 27 älteren Flugzeuge der Regionaltochter Cityline am Boden bleiben, so das Unternehmen. Die „aktuelle Krise“ zwinge das Unternehmen, die schon länger geplante „Maßnahme nun früher umzusetzen“.
Energieagentur: Vorräte reichen nur bis Ende Mai
Der Druck ist enorm: Europa ist beim Flugbenzin stark abhängig. Nach Daten der International Energy Agency (IEA) werden rund 30 Prozent des Kerosins importiert, etwa drei Viertel davon aus dem Nahen Osten. Gleichzeitig arbeiten viele europäische Raffinerien bereits am Limit, während die Kapazitäten in den vergangenen Jahren sogar zurückgegangen sind.
Auch IEA-Chef Fatih Birol (68) warnt: Die Vorräte an Flugbenzin könnten nur noch für etwa sechs Wochen reichen. Sollte die Straße von Hormus weiter blockiert bleiben und Lieferungen ausbleiben, seien bald Flugstreichungen möglich.
Flughäfen warnen vor Engpässen
Auch Airlines warnen vor steigenden Preisen, Stornierungen und am Boden bleibenden Flugzeugen, sollte der Konflikt nicht rasch enden. Die IEA erwartet bis Juni mögliche Engpässe, falls nur etwa die Hälfte der üblichen Lieferungen aus dem Nahen Osten ersetzt werden kann. Einige Flughäfen sehen sogar schon innerhalb von drei Wochen Risiken, falls die Straße von Hormus für Treibstofflieferungen geschlossen bleibt.
Einen vorsichtigen Hoffnungsschimmer liefern die Flughäfen Frankfurt und München: Ihren Angaben zufolge gibt es bislang keine Hinweise auf Kerosinmangel.